Eine flächendeckende, schnelle Internetverbindung ist für die zukunftsorientierte Entwicklung der Stadt Dorsten unerlässlich. In der kommenden Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (28. August) soll über die Beteiligung am „Graue-Flecken“-Bundesförderprogramm entschieden werden, um bisher unterversorgte Adressen an das Glasfasernetz anzuschließen.
Die Stadt Dorsten plant, sich am Förderantrag des Kreises Recklinghausen für das „Graue-Flecken“-Bundesförderprogramm zu beteiligen. Das Ziel sei es, etwa 750 Adressen in Dorsten mit Glasfaser zu versorgen. Um diesen Ausbau zu finanzieren, plant die Stadt, einen Eigenanteil von etwa 600.000 bis 1.200.000 Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren ab 2027 in den Haushalt einzustellen. Dieser Betrag entspricht 10 bis 20 % der geschätzten Fördersumme.
Bedeutung einer schnellen Internetverbindung für die Region
Eine flächendeckende, schnelle Internetverbindung ist nicht nur für die Stadt Dorsten, sondern auch für den gesamten Kreis Recklinghausen von zentraler Bedeutung. Bereits im Mai 2022 konnten im Rahmen des „Weiße-Flecken-Programms“ rund 12.000 Haushalte im Kreisgebiet gigabitfähig angeschlossen werden. Der Kreis hatte damals erfolgreich einen gemeinsamen Förderantrag für die betroffenen Städte gestellt und die Durchführung koordiniert.
Markterkundung zeigt Unterversorgung auf
Eine Markterkundung des Kreises Recklinghausen im Jahr 2023 ergab, dass in den zehn kreisangehörigen Städten noch etwa 5.400 Adressen unterversorgt sind. Diese Adressen erreichen nicht die erforderliche symmetrische Geschwindigkeit von 200 Mbit/s, und es gibt keine Pläne privater Telekommunikationsunternehmen, diese Lücken zu schließen. Das „Graue-Flecken-Programm“ bietet eine Möglichkeit, diese Gebiete dennoch mit Glasfaser zu versorgen.
Alternative Lösungen zur Schließung der Versorgungslücken
Sollte die Stadt Dorsten sich gegen eine Beteiligung am gemeinsamen Förderantrag entscheiden, bestehen verschiedene Alternativen:
- Einzelantrag der Stadt Dorsten: Die Stadt könnte eigenständig einen Förderantrag stellen. Der erforderliche Eigenanteil würde ebenso hoch ausfallen wie bei einer Beteiligung am Kreisantrag. Allerdings wären die personellen Ressourcen für Durchführung und Abwicklung eigenständig bereitzustellen. Zudem wären die Chancen auf eine Förderzusage geringer.
- Punktuelle Lösung über das Lückenschluss-Pilotprogramm: Dieses Programm ermöglicht es, pro Jahr für ein zusammenhängendes Gebiet einen Förderantrag zu stellen. Die Fördersumme beträgt maximal 500.000 Euro, ein Eigenanteil ist nicht erforderlich. Allerdings würde die Antragstellung für die jeweilige Kommune einen Ausschluss für weitere Förderung im betreffenden Jahr bedeuten. Zudem bleibt unsicher, ob eine Förderung in den folgenden Jahren möglich sein wird.
- Eigenwirtschaftlicher Ausbau: In diesem Fall würde die Stadt Dorsten keinen Förderantrag stellen und den Ausbau eigenwirtschaftlich vorantreiben. Die Aussicht auf eine flächendeckende Versorgung wäre jedoch aufgrund der schwer zu erschließenden Einzellagen gering. Die Unterstützung durch den Kreis wäre ebenfalls begrenzt, da die Stelle der Gigabitkoordination Ende 2024 ausläuft. Auch hier müsste die Stadt die personellen Ressourcen selbst bereitstellen.
Empfehlung der Verwaltung: Beteiligung am Kreisantrag
Die Verwaltung empfiehlt die Beteiligung am gemeinsamen Förderantrag des Kreises Recklinghausen. Die erfolgreiche Umsetzung des „Weiße-Flecken-Programms“ im Jahr 2022 zeigt, dass Synergien und gemeinsame Ressourcenbündelung zu einer erfolgreichen Umsetzung führen. Eine gemeinsame Antragstellung würde die mittelfristige Erreichung einer flächendeckenden Versorgung ermöglichen.
Zum Zeitpunkt der Beschlusserstellung wurden 734 Dorstener Adressen als förderfähig ermittelt. Da der Kreis sich derzeit im Markterkundungsverfahren befindet, könnte sich diese Zahl noch ändern. Aus Vorsicht wurden die Anzahl der anzuschließenden Adressen und der mögliche Eigenanteil aufgerundet dargestellt.
Zusammenfassung der Zahlen
- Ziel: Anschluss von etwa 750 Adressen in Dorsten an das Glasfasernetz.
- Geplanter Eigenanteil der Stadt Dorsten: 600.000 bis 1.200.000 Euro (entspricht 10 bis 20 % der Fördersumme).
- Unterversorgte Adressen im Kreis Recklinghausen: Rund 5.400 Adressen.
- Fördersumme bei alternativer punktueller Lösung: Maximal 500.000 Euro, ohne Eigenanteil.
- Anschlusszahl Dorstener Adressen im aktuellen Markterkundungsverfahren: 734 Adressen (Zahl kann sich ändern).




























