„Stadtkrone *Strahlen“: Das vergessene Land ist erwacht

Am Freitag, den 17. November 2017 begann offizell der Bürgerprozess zur Umgestaltung des Freizeitpark Maria Lindenhof.

Treffpunkt war zu Beginn der höchste Punkt im Freizeitpark an der Landspitze nach Westen, und dessen Ausblick auf Lippe und Kanal. Denn auch die Gewässerläufe wurden in der Dunkelheit mit Licht gezeichnet. Eine leuchtende Szenerie, die man so in Dorsten noch nie erlebt hatte.

Tatkräftige Unterstützung

Die Lichtinszenierung war nur dank vieler tatkräftiger Helfer ermöglicht worden: THW-Ortsverband Gladbeck/Dorsten, die Feuerwehr-Löschzüge Altstadt, Hervest 1, Holsterhausen und Altendorf-Ulfkotte setzten ihre Übungseinheiten für dieses Erlebnis ein.

Plattform der Sehnsucht

Stadtkrone

Dort oben erwartete die Gäste auch die „Plattform der Sehnsucht“, eine Licht geflutete Bodeninstallation der Schaukelbaum-Crew, die den Baugrund für die entstehende Landmarke „Stadtkrone“ symbolisch abbilden sollte. Von dort untermalte Klangkünstler Kevin Over die Szenerie mit Ambient-Sound.

Das Amphitheater als Schauplatz einer Lichtdramaturgie

Stadtkrone

Das ehemalige Amphitheater wurde Schauplatz einer Lichtdramaturgie der Künstlerin Ann-Katrin Böckenhoff mit Licht-Tonnen. Sie hat zudem drei Lichtobjekte mit dem Stadtkronenlogo gespendet, die an dem Abend unter allen Besuchern verlost wurden, die Blumenzwiebeln mitbrachten, um diese gegen kleine Kunstkarten einzutauschen.

Stadtkrone

Ebenso verwöhnte am Amphitheater die Schaukelbaum-Crew alle Besucher mit kulinarischen Köstlichkeiten. Es gab Kastike & Makkara als köstliche Wurstkreationen, vegetarische Kost, weißen Glühwein und heiße Schokolade sowie passend zum Motto des Abends „Weiß auf schwarz“ auch weiße Zuckerwatte für junge Besucher.

Bürgermeister Tobias Stockhoff in seiner Eröffnungsrede:
Blickt man von hier in alle Himmelsrichtungen, dann kommt Licht aus der Dunkelheit. Es erwächst etwas Neues. Ich bin mir sicher, am heutigen Tag wird aus vielen Ichs, ein Wir der gemeinschaftlichen Ichs.“, so Stockhoff.

Initiatorin Marion Taube in einer sehr persönlichen Rede:
Ich bin ein sentimentaler Mensch und emotionaler und kann das hier nicht übersehen, wie viele Menschen gekommen sind. Das ist schon was. Wissen Sie, wenn sie solange das Bild dieses Abends in sich getragen haben und das Bild, was von hier aus sich bewegen kann und was uns vielleicht alle mitnimmt, dann ist das schon mehr als ich jetzt in Worte fassen kann.“, so Marion Taube.

Rückblick und Ausblick

(pd). Drei Fragen an Marion Taube

Das beiliegende Foto zeigt Stadtkrone-Kuratorin Marion Taube. Foto: Schneider
  1. Wie hoch war eigentlich Ihr Kulturetat für den Abend?

Das Licht und damit die gesamte Atmosphäre haben wir aus technischen Bordmitteln des THW und der Freiwilligen Feuerwehren geschultert. Der Zauber des Abends war eine große ehrenamtliche gemeinschaftliche Leistung für die Bürger und Bürgerinnen dieser Stadt. Neben dem sensationellen und sehr berührenden Zuspruch so vieler Menschen, war das das eigentliche Wunder. Matthias Feller und die Sparkasse Vest in Dorsten haben uns das Holz für die Plattform der Sehnsucht ermöglicht, und damit im doppelten Sinne das Fundament gelegt für die Zukunft des Ortes, denn dort auf der Inselspitze soll ja die Stadtkrone als unser lichtes Gartenhaus mit Panoramasicht errichtet werden.

  1. Was würden Sie anders oder besser machen?

Alles war schön und würdevoll, so wie es war. Wenn sie in so großem Stile in 2 ha Fläche improvisieren, dann gibt es auch immer Unabwägbarkeiten, egal wie gut sie vorbereitet sind, das muss man aushalten können. Oder, wenn Menschen, wie am Freitagvormittag geschehen, Sie beispielsweise hinterrücks anschwärzen und versuchen, Ihnen noch am Morgen des Tages die Veranstaltung untersagen zu lassen, dann müssen sie schon kurz tief durchatmen. Aber in einem Team wie unserem, mit der Stadt als Verbündetem, siegen immer die positiven Kräfte.

  1. Wie geht es nun weiter?

Konkret buddele ich am heutigen Montag ab 10 Uhr, und ich hoffe mit vielen Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam, 30.000 Blumenzwiebeln in das Stadtkronen-Areal. Inhaltlich stelle ich im Februar meinen „Spielplan“ für 2018 vor. Der ist aber kein klassisches KulturProgramm, wie es gestern einige vermissten. Ich bin nicht die Kulturabteilung der Stadt. Ich begleite einen Bürgerprozess mit viel Herzblut, in dem die Bürger die Akteure sind. Landschaft für alle durch Einsatz aller. Ich kann nur Akzente setzen, die hoffentlich anregend sind, um Maria Lindenhof in eine Stadtkrone der Herzen zu wandeln.

Text, Videoschnitt und Aufnahme: Daniel Bosse
Fotos: Jens Leineweber

2 KOMMENTARE

  1. Sehr geehrte Initiatoren und Befürworter des Stadtkrone-Projektes,

    bei aller Euphorie und Tatendrang für dieses Projekt vermisse ich die öffentliche Auseinandersetzung mit den jährlich zunehmenden teils chaotischen Verwüstungen auf dem Platz hinter Maria Lindenhof um den 1.Mai. Ist dies in den vorbereitenden Gesprächen und Treffen der Initiatoren schon einmal Thema gewesen? Wäre schade, wenn alle Aktionen, die vor dem 1.Mai stattfinden oder stattgefunden haben, durch einen einzigen Tag sozusagen abgewertet würden, falls es zu Verunreinigungen oder sogar körperlichen Auseinandersetzungen kommt!
    Mit freundlichen Grüßen
    Martin Jaster

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here