Stefan Fröhlich, Netzwerkmeister mit einem Team von zwanzig Mitarbeitenden, sowie Ramon Steggink, Pressesprecher der RWW, begrüßen mich freundlich am Kreskenhof. Industriemechaniker Hasan Theke ist bereits an der Einsatzstelle und baut dort seine Gerätschaften auf.
Der 26-Jährige ist sehr hilfsbereit und zeigt mir, wie die Spülung von Hydranten im Rohrnetz abläuft. Alte Rohre verkrusten mit der Zeit, Wasserstein, Mineralien und Kalk setzen sich ab. Auch aus diesem Grund werden im Turnus von etwa hundert Jahren alle Leitungen ausgetauscht. Regelmäßig prüfen Stefan und sein Team, ob beispielsweise der Durchfluss gemäß Löschwasserkonzept für die Feuerwehr noch ausreicht oder ob Alternativen wie zusätzliche Löschfahrzeuge oder ein Löschteich nötig sind.
Wir fahren zu Hasan auf die Baustelle und hier vor Ort interessiert mich natürlich auch das Thema Sabotage. „Das ist nicht ganz so einfach“, betont Stefan und Hasan zeigt mir auch warum: Hydranten und Schieber lassen sich nur mit körperlichem Einsatz und Spezialwerkzeugen öffnen. „Selbst wenn jemand Flüssigkeiten oder Feststoffe einfüllen würde, ins Trinkwasser gelangt aus technischen Gründen nichts“, betont Hasan und Stefan erklärt mir den Aufbau eines Hydranten. „Wir sind also auf der sicheren Seite.“

Stefan und sein Team reagieren sofort, wenn beispielsweise Anrufe von Kunden kommen. „Das Wasser riecht oder schmeckt komisch“, sind dabei häufige Gründe. Ramon erklärt: „Das kann passieren, wenn beispielsweise nach Neuverlegung eine Desinfektion erfolgt.“ Er empfiehlt seinen Kunden zusätzlich, nach dem Urlaub den Hahn so lange aufzudrehen und das Waser laufen zu lassen, bis es richtig kalt und damit frisch ist. Und wenn es einmal milchig aussieht? Das ist oft nur gelöste Luft im Wasser.
Spezialisten von der Wartung bis zur Montage
Das Serviceteam ist zuständig von der Wartung bis hin zur Montage, für alles zwischen Wasserwerk und Hauszähler. Für große Bauarbeiten gibt es jedoch ein Spezialteam mit schwerem Gerät. Von 500 Millimetern bis etwa 1.000 Millimetern, vom Hausanschluss bis hin zu Verbindungsleitungen zwischen Wasserwerken oder Städten, reichen dabei die Durchmesser der verlegten Rohre. Früher lag der Pro-Kopf-Verbrauch bei rund 125 Litern, Prognosen von 200 Litern haben sich nicht bestätigt. Sparmaßnahmen, moderne Geräte und ein bewusster Umgang mit dem kostbaren Wasser werden den Wert sogar auf etwa 80 Liter senken. Die bestehenden Rohrdurchmesser reichen also auch weiterhin aus. Ich erfahre vor Ort, dass auf den weißen Schildern mit rotem Rand die Richtung und die Entfernungen in Metern zum nächsten Hydranten angegeben sind. Die blauen Schilder geben Informationen zu den Schiebern.
Was passiert, wenn ein Rohr bricht?
Die meisten Rohrbrüche werden von Kunden gemeldet. Doch wie erkennen die Wasserwerker ein Leck, wenn sich niemand meldet? „Entweder fällt den Kollegen in der Leitwarte ein ungewöhnlich hoher Verbrauch auf oder das Wasser sucht sich seinen Weg nach oben, bringt Sand mit oder läuft über Wege“, erklärt Ramon und fährt fort: „Rohrbrüche passieren nicht nur im Winter durch Frost, sondern auch im Sommer, wenn der Boden besonders fest und bis in die Tiefe verkrustet ist.“ Stefan ergänzt: „Lange sitzt bei Störungen niemand auf dem Trockenen. Bevor wir Wasser abdrehen, geben wir Bescheid.“ Bei längeren Reparaturen hingegen, die jedoch selten vorkommen, sperren die Handwerker das defekte Rohrstück beidseitig ab und setzen ein Standrohr mit einem normalen Wasserhahn. Dort können sich die Betroffenen ihr Wasser abzapfen. Trinkwasserqualität wird auch hierbei so lange gewährleistet, bis jemand beispielsweise einen eigenen Gartenschlauch anschließt.
Wenn längere Arbeiten nötig sind, bringen Anwohner oft Getränke oder Brötchen vorbei. „Einmal hat sogar jemand für uns den Grill angeworfen“, erinnern sich Stefan und Hasan freudig. Hasan arbeitet vor Ort manuell, aber auch digital: Die Leitungspläne werden ihm auf dem Handy angezeigt, die Messwerte werden gespeichert und sind jederzeit für seine Kollegen sichtbar. Man arbeitet nicht nur zusammen, man hilft sich, lacht und frotzelt. Das Arbeitsklima ist spürbar gut. Ich habe mich bei diesem Termin wieder wohlgefühlt, vielleicht auch, weil Technik einfach mein Ding ist.




























