Im Jahr 1975 wurde Wulfen Teil der Stadt Dorsten. Im Zuge des Jubiläums wurde am Freitag im Gemeinschaftshaus Wulfen der beliebte Vinylflash veranstaltet. Das Besondere: Es wurden nur Platten aus dem Jahr 1975 gespielt. Darunter befanden sich auch wegweisende, ikonische LPs. Unter anderem auch von deutschen Bands.
Der Vinylflash ist keine klassische Plattenbörse, bei welcher man für wenig Geld Vinyls mit nach Hause nehmen kann. „Wir wollen hier keine Schnäppchenjäger anziehen“, erklärt Veranstalter Martin Grewer mit einem Lächeln. Jeder konnte seine eigene Herzensplatte mitnehmen und der geselligen Runde im Gemeinschaftshaus präsentieren. Das einzige Kriterium: Das Album musste im Jahr 1975 veröffentlicht werden, das Jahr der kommunalen Neuordnung.

Ein wildes, experimentelles Jahr
Die Mitte der siebziger Jahre zeichnete sich vor allem durch viele Experimente und Kreativität aus. Veranstaltet Martin Grewer beschreibt die Zeit wie folgt: „1975 war die sogenannte „New Wave“ am kommen. Eine Musikszene, die viel ausprobierte und unter anderem für Bands wie die Talking Heads wegweisend war. Zum Beispiel kombinierten sie traditionelle Rock-Elemente mit Jazz Einflüssen“. Zu der Zeit.“
Eine dieser wegweisenden New Wave Bands kam sogar aus Deutschland. 1975 hat die Düsseldorfer Band „Neu!“ ihr Self-Titled Studioalbum veröffentlicht, ein Meilenstein in der Musikgeschichte. Musikfan und DJ Grischa hat die Platte mit ins Gemeinschaftshaus genommen. „Der Sound auf der LP war wegweisend für die Manchester Bands der 70er Jahre, unter anderem für Joy Division und New Order. Es wurde zum Beispiel der Schlagzeug-Sound von Neu! fast genau adaptiert. Sie waren extrem richtungsweisend und ein Vorreiter ihrer Zeit“, verrät der Musiksammler.

Live Musik mit Pink Floyd Klassiker
Bevor das Plattenhören losging, eröffnete Musiker Gert Gratias mit Live Musik den Abend. Die eine Hälfte des Musikduos „WirSing“ performte „Shine On You Crazy Diamond“ vom Album „Wish You Were Here“, veröffentlicht im Jahr 1975. „Pink Floyd hat mich schon immer begeistert. Als ich mich rangesetzt habe, um den Song zu üben, musste ich das Lied aber ein bisschen kürzen. Das Intro ist schon etwas lang“, erzählte Gert Gratias mit einem Grinsen. Insgesamt geht der Song auf dem Album über 25 Minuten, ist aber in 9 Teile unterteilt. Gert begeisterte die Gäste mit seiner Ein Mann Akustik Interpretation des Songs.

Vinylflash soll öfter stattfinden
Der Vinylflash kommt bei den Leuten super an, also stellt sich die Frage, ob man bald öfter gemeinsam Schallplatten hören kann. Für Martin Grewer ist es wichtig, dass sich die Veranstaltung natürlich weiterentwickelt und nicht in eine bestimmte Richtung gedrückt wird: „Wenn man mal Platten untereinander tauschen will und man auch Platten ab und zu jemanden abkauft, dann ist das kein Problem. Nur das muss von den Leuten aus selber passieren. Aber ich freue mich natürlich, dass der Vinylflash so gut besucht ist. Wir wollen versuchen, dass drei bis vier Mal im Jahr auf die Beine zu stellen.“































