Das Land legt mit der „NRW-Kommunalumfrage 2020“ eine Studie zur Zukunft unserer Innenstädte vor.

Städte und Gemeinden sehen Sauberkeit, Sicherheit und digitale Angebote als „Grundvoraussetzungen für attraktive Zentren“ an. Sofortprogramm Innenstadt 2020/21. Dorsten hat aus diesem Topf 2020 bereits knapp 350.000 Euro erhalten.

Die Innenstadt als reine Shoppingmeile – diese Idee, die seit den 1970er-Jahren das Bild unserer Städte prägte, scheint immer mehr der Vergangenheit anzugehören. Sauberkeit, Sicherheit, ein Mehr an Gastronomie, Kultur, Freizeit, Dienstleistungen und medizinische Angebote sowie die Einbindung von Parks und Grünflächen – all das gewinnt bei den Menschen gegenüber der Handelsfunktion unserer Innenstädte immer mehr an Bedeutung. Das geht aus der „NRW-Kommunalumfrage 2020“ hervor, deren Ergebnisse jetzt im Umwelt- und Planungsausschuss diskutiert werden sollen.

Landesinitiative „Zukunft Innenstadt“

Im Rahmen der Landesinitiative „Zukunft Innenstadt“ waren die 396 Städte und Gemeinden NRW‘s aufgerufen, sich an der Studie zu beteiligen. 68 Prozent von ihnen haben teilgenommen, darunter auch Dorsten. Das Ziel der Umfrage: die Ergebnisse sollen mit als Grundlage für die zukünftige (Innen-)Stadtentwicklung dienen.
Demnach stehen Zentren und Innenstädte in NRW vor der Aufgabe, sich „wesentlich vielfältiger aufzustellen, um weiter attraktiv und stabil zu bleiben“. Soll heißen: Weg vom reinen Einkaufsort, hin zur erlebnis- und dienstleistungsorientierten City.

Hohe Bedeutung von digitalen Angeboten

Neben der meistgenannten Forderung nach Sauberkeit und Sicherheit wird auch den digitalen Angeboten derzeit Kommunen eine ähnlich hohe Bedeutung zugesprochen. Beides Faktoren, die laut Studie „in Zukunft Grundvoraussetzungen für attraktive Zentren“ sind. Und die die Erreichbarkeit der City mit dem Auto als bislang wichtigsten Faktor abgelöst haben. Dennoch sprechen 95 Prozent der teilnehmenden Kommunen eben dieser Erreichbarkeit der City mit dem Auto nach wie vor eine „hohe bis sehr hohe Bedeutung“ zu.

Radwege-Dorsten

Fuß- und Radverkehr immer wichtiger

Doch vor allem die Nahmobilität nimmt an Bedeutung deutlich zu. 90 Prozent der Kommunen geben an, dass der Fuß- und Radverkehr immer wichtiger wird. Und damit auch das Angebot an Abstellanlagen und Service-Stationen für Fahrräder sowie eine fußgängerfreundliche Umgestaltung der Innenstädte mit mehr verkehrsberuhigten Zonen und Grünflächen.

Corona-Krise beschleunigt Strukturwandel

Der Studie zufolge glaubt eine Mehrheit der Kommunen, dass die Corona-Krise zu einer „wesentlichen Veränderung der Einzelhandelslandschaft in den Zentren“ führen wird. Erwartet werden neben Geschäftsaufgaben auch eine „Beschleunigung des Strukturwandels im Einzelhandel“ durch wachsende Online-Angebote. Die sich so ergebenen Leerstände glauben die Planer in den Städten und Gemeinden vor allem mit Gastronomie auffangen zu können. Dort neuen Wohnraum zu erstellen, ist ihrer Ansicht nach durch die hohen Immobilien- und Mietpreise in den Innenstädten nicht machbar.

Geld für Dorsten aus Sofortprogramm

Mit dem „Sofortprogramm Innenstadt 2020/21“ stellt das Land NRW bereits Fördergelder zur langfristigen Umstrukturierung zur Verfügung. Aus diesem Topf hat auch Dorsten 2020 bereits knapp 350.000 Euro zur „vorübergehenden Anmietung leer stehender Ladenlokale in der Altstadt“ erhalten. Eine weitere Fördersumme floss für den Kauf des maroden Wulfener Marktes nach Dorsten. Weitere Gelder für dessen Abriss sollen jetzt beantragt werden.

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