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Walter Falk – Die Posaune ist immer dabei

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Fotos: Christian Sklenak

Heute bin ich mit Walter Falk verabredet. Ich wollte den Mann kennenlernen, der mutig genug ist, alleine oben in der Stadtkrone Posaunentöne in die Welt zu blasen.

Musik kontra Technik

Zwei Herzen schlagen in Walter Falks Brust. Musikalisch-kreativ ist das eine, technisch das andere Herz. „Irgendwann musste ich mich aber entscheiden, womit ich mein Geld verdienen möchte“, erzählt er und „ich entschied mich für die sichere Seite.“ Musik, die der Hervester von klein auf machte, rückte damit in die zweite Reihe ins Ehrenamt und Hobby.

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„Ich komme aus einer Bergarbeiterfamilie und daher zog es mich nach Aachen zum Studium der Bergbautechnik. Aber ich merkte recht schnell, dass die Arbeit unter Tage nicht mein Lebensinhalt werden sollte.“

Walter Falk wünschte sich mehr Kontakt zu Menschen. Und da das Leben seiner Aussage nach „Pädagogen macht“, wechselte er nach zusätzlichem Studium „Maschinenbau“, zunächst als Referendar in das Bergbau-Berufszentrum. „Dort lernte ich viel von den jungen Leuten“, erinnert er sich.

Segeln und Diskobesuche während der Klassenfahrten standen bei ihm auf dem Programm. Und natürlich die Musik. „Ich habe mit meinen Schülern beispielsweise Didgeridoos aus Holz gesägt und darauf gespielt. Das war auch für mich eine ganz neue Erfahrung. Aber auch Bergmannslieder sowie russische Lieder mit Aussiedlerschülern aus Russland und Kasachstan übten wir ein und trugen sie vor.“

Walter Falk: Musik bestimmt sein Leben

Bei all diesen Aktionen kam Walter Falk seine frühe musikalische Förderung zugute. Seinen ersten Kontakt mit Noten bekam der damals Siebenjährige beim Flötenunterricht, drei Jahre später kamen Gitarre, Klavier und Harmonium dazu. Damit war der Grundstein zum Ehrenamt in der Neuapostolischen Kirche gelegt. Dort spielte er die Orgel und leitete 25 Jahre lang den Chor, mit dem er unter anderem Weihnachtskonzerte in der Kirche veranstaltete.

Auch an die Teilnahme an den ökumenischen Gottesdiensten auf dem St. Ursula-Gymnasium erinnert sich Walter Falk noch sehr gut: „Ich habe das Leben auf der Klosterschule genossen. Als zweiter Jungenjahrgang an einem ehemaligen Mädchengymnasium hatte ich bei den Nonnen ‚gute Karten‘ und durfte in den Pausen in der Klosterkirche auf der Pfeifenorgel üben.“ Der 64-Jährige fährt lachend fort: „Es gab dabei nur eine Bedingung: Ich durfte sie nicht bei Ihren Gebeten stören. Das Schwierige dabei war jedoch, dass ich nicht genau wusste, wann sie beteten, denn die Schwestern waren dabei nicht immer zu sehen.“

Mit der Posaune begann für Walter Falk ein ganz neuer Lebensabschnitt

Jahre später wollte Walter Falk nur noch für sich spielen. Mit 45 Jahren übte er daher auf der Dorstener Musikschule die ersten Töne auf der Posaune. Das gelang ihm so gut, dass er zunächst vier Jahre lang im Sinfonieorchester der Musikschule Dorsten spielte. Danach wechselte er jedoch ins dortige Bläserensemble, in dem er noch heute aktiv ist.

Sein Interesse an der Posaune begann in Österreich. „Als 19-Jähriger hörte ich dort ‚La Montanara‘, gespielt von einem Trompeter am See und ich war sofort fasziniert. Das werde ich auch machen“, beschloss damals der Musiker. „Mit der Posaune begann für mich ein ganz neuer Lebensabschnitt. Ab da war sie immer dabei“, fährt er fort.

„Matyas Kondás, mein damaliger Lehrer an der Musikschule, schrieb die Noten für ‚La Montanara‘ extra für die Posaune um. Ich lernte sie auswendig und spielte, wann immer es ging, alleine für mich in der Natur.“

Musik kann Grenzen überwinden

Walter Falk erinnert sich zum Schluss unseres Gespräches noch an den Traum, den er sich 2017 beim Phantastango-Festival in Braunsbedra erfüllte. „Ich konnte neun Tage lang mit einem Tangoorchester proben und ersetzte dabei den normalerweise üblichen Kontrabass mit meiner Posaune. Bei der Abschlussveranstaltung begleitete unser Orchester mit den zehn eingeübten Tangos die Tangueras und Tangueros beim Tanzen“, erwähnt er sichtlich stolz. „Ich bin kein Profi, aber ich glaube an die Musik und daran, dass ihre Sprache verbindet und Menschen bewegen und begeistern kann. Sie kann Grenzen überwinden, sozial und auch menschlich.“

Ein nachhaltiges Leben

Der Oberstudienrat in Ruhe lässt das Leben alles andere als ruhig angehen. Da er sehr nachhaltig lebt, päppelt er nicht nur aufgegebene Kakteen wieder hoch und erweitert damit seine große Sammlung der stacheligen Gesellen. Auch schafft er aus alten Gegenständen, die für ihn einen hohen Erinnerungswert haben, unter anderem neue Möbel.

„Ich habe immer alles anders gemacht als die meisten Menschen und wenn ich begeistern kann, dann habe ich auch selbst Spaß daran. Mit dieser Einstellung gestaltete Walter Falk auch seinen Vorgarten. Mit dem Resultat, dass ihm unser Bürgermeister Tobias Stockhoff kürzlich einen Preis für den dritten Platz der Kategorie „Vorgarten“ überreichte.

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