Das neue Büro des Ambulanten Hospizdienstes für Kinder und Jugendliche wurde am Mittwoch offiziell  im Jugendzentrum „Das Leo“ eröffnet.

„Wir sind für dich da – Trauer erlebt?“ Unter diesem Motto eröffnete offiziell am Mittwoch das Büro des Ambulanten Hospizdienstes, getragen von der Caritas und den Maltesern, im Dorstener Jugendzentrum „Das Leo“.

Kinder und Jugendliche abholen

In Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum möchten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ambulanten Hospizdienstes Dorsten die Kinder und Jugendlichen in ihrer Trauer dort abholen, wo sie sich im Alltag aufhalten und bewegen. „Wir haben lange nach passenden Räumlichkeiten gesucht und sind nun dankbar, dass wir hier, wo die Kinder und die Jugendlichen sind und ihre Zeit verbringen, diesen Raum gefunden haben. Hier können wir sie ansprechen, ihre Gefühle leben lassen und ihnen zuhören. Deshalb möchte ich mich besonders bei dem Team vom Leo und der Stadt Dorsten dafür bedanken, dass junge Menschen in unsere Stadt jetzt einen Ort haben, in dem sie über ihre Traurigkeit reden können“, sagte Lambert Lütkenhorst, Vorsitzender des Hospiz-Freundeskreis Dorsten e. V. in seiner Begrüßungsrede.

Sven Volmering MdB CDU und Klaus Dörnhöfer, Vorstand Hospiz-Freundeskreis Dorsten e.V.

Tod und Verlust wirft Fragen auf

Der Beginn des Trauerprozesses ist der Verlust eines geliebten Menschen. Wie dieser im Einzelfall abläuft, ist oft entscheidend für den weiteren Verlauf der Trauer und des Lebens. Ob Mama, Vater, Freund, Bruder oder Bekannte und Freunde, jeder Verlust eines geliebten Menschen wirft immer viele Fragen auf.
Da ist etwas passiert, plötzlich und unerwartet, oder vielleicht auch vorhersehbar. Jeder muss lernen, damit zu leben, dies zu verarbeiten, um eine weitere Zukunft zu haben. Erwachsene können schneller Trauer in ihr Leben lassen. „Aber wie ist es bei Kinder und Jugendliche?“, fragte der Vorsitzende, der in jüngster Vergangenheit viele tiefe und auch traurige Einzelgespräche mit Betroffenen führte.

Svenja Höckelmann und Eveline Kromus-Schüth von der Gesamtschule Schermbeck

Je nach der Persönlichkeitsstruktur des Trauernden herrschen verschiedene Gefühle vor und bahnen sich nun ihren Weg. Traurigkeit, Angst, Leid und Schmerz können an die Oberfläche kommen.

Darüber spricht man nicht

Bei Kindern sei dies aber häufig anders, so Natalie Vennemann, aktive Palliative Care Fachkraft sowie Kinder- und Jugendtrauerbegleiterin. Sie können sich zurückziehen, agressives Verhalten an den Tag legen oder sich komplett aus dem aktiven Leben zurückziehen.

Sie ist gemeinsam mit Ulla Kuhn, Dipl. Sozialpädagogin und Trauerbegleiterin,  für betroffene Jugendliche Ansprechpartnerin im Jugendzentrum. „Darüber spricht man nicht, besonders wenn es sich um einen Suizid handelt. Dennoch haben aber auch Kinder viele Fragen“, berichtete Ulla Kuhn. So habe sie erlebt, wie Kinder auf Beerdigungen fragten, wie tief das Grab ist, oder ob der Sarg da überhaupt hineinpasst.

Sicherheit

In den neuen Räumlichkeiten bekommen die Kinder nun ein wenig Sicherheit, Antworten auf ihre Fragen in Einzelbegleitung und Gesprächen.

Als Starthilfe überreichte Pastor Martin Peters der Gruppe einen Scheck in Höhe von 1000 Euro.

Die Religionslehrerinnen der Gesamtschule Schermbeck Svenja Höckelmann und Eveline Kromus-Schüth sammelten von „Abiturentia 2017“ einen Betrag in Höhe von 365,20 Euro, sowie 4000 Euro gab es von den Dorstener Rotariern als Starthilfe.

„Wenn ein solches Projekt ins Leben gerufen wird, dann geht es nicht ohne Sponsoren und dafür kann ich nur Dankeschön sagen. Ich bin dankbar für die viele Unterstützung und für die unverhofften Spenden der Gesamtschule Schermbeck, der Dorstener Rotarier und des ökum. Gemeindefestes in Wulfen, die wir heute erhalten haben“,  so Lambert Lütkenhorst.

Ebenfalls habe die Manuel Neuer Stiftung signalisiert,  dieses Projekt zu unterstützen.
Zwei Bilder überreichte Ralph Heeger dem Hospizteam im Jugendzentrum. Eins davon ziert bereits die Wand in dem neuen Büro. Ein weiteres Kunstwerk soll in Kürze versteigert werden.

Natalie Vennemann

Kontakt:
Natalie Vennemann E-Mail: [email protected]
Ulla Kuhn E-Mail: [email protected]

Adresse: Jugendzentrum „Das Leo“, Fürst-Leopold-Alle 70,
46284 Dorsten, Telefon 02362-9540402 oder 01752978494

 

Info
Wer einen persönlichen Termin für ein Gespräch möchte, kann sich auch über Whatsapp melden.
Darüber hinaus gibt es Gruppen, wo sich jeder mit anderen betroffenen Jugendlichen austauschen kann. Petra Bosse

 

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