Glosse von Anke: Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Samba auf der Matte
„So, liebe Leute, heute machen wir mal was für die Körperspannung.“ Hochmotiviert und verschmitzt grinsend wirft die Physiotherapeutin jedem auf der Matte liegenden Teilnehmer unserer Reha-Gruppe zwei längliche, froschgrüne und noppenbespickte Gummiteile zu, die an eine gut gewachsene Spreewald-Gurke erinnern.
„Das sind Brasils“, schüttelt sie laut vernehmlich das mit Luft und Granulat intelligent gefüllte Trainingsgerät im Samba-Takt, „… und jetzt alle auf den Bauch legen, in jede Hand ein Brasil nehmen, Arme hoch und schütteln, schütteln, schütteln!“
Das Geschüttel in der Gruppe will sich noch nicht so richtig zu einem harmonischen Samba-Rhythmus zusammenfügen, knallt doch immer wieder – im redlichen Bestreben, die Körperspannung in dieser diffizilen Lage auszubalancieren – ein anderer hochroter Kopf platt auf die Matte zurück.
Die leistungssteigernde Aufgabe, jetzt auch noch zusätzlich die in der Unterlage verkrallten, Halt suchenden Fußspitzen vom Boden zu heben und dabei wie ein wütendes kreischendes Kleinkind die Brasils heftig zu schütteln, macht den künstlerischen Gesamteindruck auch nicht besser.
Ausgepowert und zufrieden strecken wir unsere strapazierten Glieder am Ende des Kurses lang auf der Matte aus. Okay, war zwar nur ein brasilianischer Gurkentanz, aber hat richtig Spaß gemacht. Samba tanzen wir dann lieber wieder im Stehen auf dem gewienerten Parkett. Allerdings nicht mehr an diesem Abend – da geht`s zum Abkühlen in die Eisdiele.




























