StartGlosse#152 Glosse von Anke – Leitfaden für sensible Stink-Ansagen

#152 Glosse von Anke – Leitfaden für sensible Stink-Ansagen

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Glosse von Anke: Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.

Leitfaden für sensible Stink-Ansagen

Diese Affenhitze mit tropischer Luftfeuchtigkeit treibt einem den Schweiß nicht nur auf die Stirn, sondern auch unter die Achseln, unter die Fußsohlen und an andere Körperregionen, wo sie sich geruchsintensiv entfalten können. Bei täglichem Duschen und Wäschewechseln ist das Problem meist beherrschbar. Was aber tun, wenn andere vor sich hin müffelnde Zeitgenoss_innen mit offensichtlich mangelhaft ausgeprägtem Geruchssinn tagtäglich um einen herumschwirren und schlechte Luft verbreiten? Oder anders gefragt: Wie sagt man einem Menschen, dass er stinkt?

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Fingerspitzengefühl

Ein sensibles Thema, das mit viel Fingerspitzengefühl angepackt werden muss. Auch unempathischen Leuten dürfte klar sein, dass es auf keinen Fall ratsam ist, dem Deo-Rebellen mit lautem Knall und bösem Blick eine Sprühdose 8 x 4 auf den Tisch zu donnern. Abzuraten ist auch von öffentlichen Äußerungen in der Kaffeerunde: „Puh, hier riecht’s aber wie im Puma-Käfig! Wo steckt das Tier?“ Als grob fahrlässig und verletzend scheiden ebenfalls mit Spott oder Witz verpackte Hinweise aus, wie: „Warst Du eigentlich schon mal duschen in diesem Jahr?“ Übertrieben mit Deo sprühen oder Nasen rümpfen, sollte man sich besser knicken – das führt eher zu Unsicherheit als zu Einsicht.

Loder, oder respektvoll?

Wie macht man’s also richtig? Ich habe mal die KI befragt und die hat mir vorgeschlagen: Man sollte einen ruhigen Moment finden und dann unter vier Augen folgenden Satz sagen: „Ich wollte dir etwas sagen, das vielleicht unangenehm ist, aber ich denke, es ist fair, dass du es von mir hörst. Mir ist aufgefallen, dass manchmal ein Körpergeruch wahrnehmbar ist. Vielleicht liegt’s am Wetter oder an lagen Arbeitstagen – ich dachte, du möchtest es wissen.“

Oder die lockere, aber respektvolle Variante: „Ich weiß, wir schwitzen hier alle gerade wie in einer Sauna. Wollte dir nur sagen: Es kommt manchmal ein leichter Schweißgeruch rüber. Ist nix Dramatisches, aber ich dachte, ich geb dir einen kleinen Heads-up!“ (Anm. der Autorin: Head-up engl. = Hinweis)

So, liebe Leute. Das könnt ihr jetzt mal auswendig lernen und in der kommenden Woche im Kollegenkreis ausprobieren. Ich drücke Euch die verschwitzten Daumen. Aber jetzt muss ich erst mal unter die Dusche!

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