Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit.
Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Golf für Anfänger
Vom Golfen habe ich ungefähr so viel Ahnung wie ein Dackel vom Obstbaumschnitt. Deswegen zögerte ich eine Zehntelsekunde länger als gewohnt, als die Kolleginnen und Kollegen einen Gruppenbesuch ins Topgolf nach Oberhausen vorschlugen. Golfen – kann ich doch gar nicht! „Ach was“, kickte eine Kollegin meine Bedenken über Bord, schließlich gehe es doch in erster Linie um einen geselligen Abend im Kollegen-Kreise abseits von dem eng getakteten Arbeitsalltag. Okay. Ich sagte zu.
Daheim googelte ich nach und fand heraus, dass es sich bei Topgolf um ein großes Unterhaltungszentrum mit modern ausgestatteten Driving-Ranges sowie mondänen Lounges handelt: „Genießt einen perfekten Tag in eurer Bay. Hier bekommt ihr alles, was ihr braucht!“, verspricht die Werbung auf der Homepage.
Richtiger Schläger und ein anregendes Getränk
Vor Ort erfuhren wir dann, was wir brauchen: eine individuelle Registrierung, den richtigen Schläger und ein anregendes Getränk. Dann stand ich im 1. Obergeschoss auf dem rechteckig ausgelegten grünen Teppich meines Abschlag-Platzes und blickte auf den weiten, mit hohen Netzen umzäunten Zielbereich vor mir. Welches der in unterschiedlichen Farben leuchtenden Kreiselemente sollte ich anvisieren? Das rote Rund lag ganz vorne an. Das gelbe schien meiner Einschätzung auch noch für den Laien erreichbar. Wer aber außer Tiger Woods das Bällchen in dem eisblau-funkelnden Krater am Ende des Rasenplatzes versenken können sollte, das blieb mir ein Rätsel.
90 harte Wettkampfminuten
Um es kurz zu machen: Nach mehrfachen „Luftschlägen“, bei dem mein Ball bewegungslos auf dem Kunststoff-Stift liegen blieb, überwand ich schließlich das erste Auffang-Gummi-Gitter, so dass die Kugel – plopp – zumindest schon einmal nach unten plumpste. Mit beherztem Schlag traf ich später dann das rote Loch und brachte es mit einigen Treffern im „gelben Schlund“ zu einem bescheidenen Achtungserfolg. Nach 90 harten Wettkampfminuten durfte ich mich dann über einen guten Platz im Mittelfeld der Rangliste freuen. Weitester Schlag 74 Meter, höchster 5. Geht doch!
„War doch nett, nicht wahr?“, sagte die Kollegin. Ja, und auch noch nachhaltig: Der Schmerz in meiner rechten Kalkschulter erinnerte mich noch tagelang an das gesellige Kollegen-Treffen.
Übrigens: Ich weiß auch schon, was ich für das nächste Treffen vorschlage: Bowlen. Habe ich auch noch nie gemacht. Dabei wollte ich schon immer wissen, wie das funktionieren kann, ohne dass der Finger in der Kugel stecken bleibt.




























