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#86 Glosse von Anke

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Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Diesmal jedoch etwas Besinnliches!

Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.

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Die Oma wird’s schon richten

Mucksmäuschenstill blicken die kleinen Besucher des Puppentheaterspiels auf die abgedunkelte Bühne des VHS-Forums, auf der der Leuchtspot gerade die kleine Straßenratte in der Mülltonne in den Fokus rückt: „Ach, wenn ich doch auch ein Haustier wäre“, seufzt der traurige Nager, während er sehnsuchtsvoll zu den erleuchteten Fenstern der Menschenhäuser hinaufblickt, „dann hätte ich einen warmen Schlafplatz, einen gefüllten Fressnapf und ein Herrchen oder Frauchen, das mich lieb hat. Aber wer will schon einen verflixten Ratz?“ Das possierliche Puppentier reibt sich seinen knurrenden Magen: „Und ich habe soooo einen großen Hunger!“

Dann geh doch zu Deiner Oma!

„Dann geh doch zu Deiner Oma!“, ruft plötzlich ein mitfühlendes Mädchen aus der 3. Zuschauerreihe in den Saal, „die gibt Dir bestimmt was!“ – Gelächter von den erwachsenen Begleitern und zustimmende Zwischenrufe von den Kita-Kindern im Publikum. Ich denke: Wie gut muss sich wohl die Oma dieses Mädchens fühlen? Schließlich zeugt dieser kindliche Ratschlag doch von dem unerschütterlichen Vertrauen, dass Omas immer parat stehen, wenn Not droht und es einem schlecht geht – und dass den Omas niemals die Essensvorräte ausgehen, das weiß ja jedes Kind!

Stimmt. Denke ich an meine Oma zurück, war es genauso. Wenn ich nach der Schule zu ihr radelte, hatte sie meist ein Glasschälchen voller Ananasquark für mich im Kühlschrank stehen. Hmmmh – den konnte niemand so gut machen, wie meine Oma. Am Wochenende habe ich manchmal bei ihr übernachtet. Dann haben wir gemeinsam „Ohnsorg-Theater“ im Fernsehen geschaut und dabei Salzstangen geknabbert. Ich durfte sogar mal an ihrem Eierlikör-Glas nippen – „aber nicht der Mama sagen!“

So ist das mit den Omas

Später war es bei meinem Sohn nicht anders. Auch er kam immer strahlend und gut „versorgt“ von seinen Besuchen bei den Großeltern zurück.

So ist das mit den Omas. Wohl dem, der eine hat. Im Fall des Puppenspiels musste allerdings keine Oma mehr ins Geschehen eingreifen, denn die Vorstellung endete mit einem Happyend: Ein netter Herr nahm die hungrige Straßenratte mit in sein Menschenhaus – und wenn sie nicht gestorben sind, dann kuscheln sie auch heute noch jeden Abend hinter erleuchteten Fenstern.

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