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501st Legion: Star Wars Bösewichte tun Gutes

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Sabrina Lützenkirchen und Thomas Oswald sind auf der dunklen Seite der Macht. Foto: Borgwardt

Star Wars, den Älteren noch unter „Krieg der Sterne“ geläufig, ist seit 50 Jahren Kult. Während Millionen von Fans ihre Begeisterung für Luke, Leia und Co auf Filmabende und das eine oder andere Spielzeug beschränken, geht die 501st Legion einen ganzen Schritt weiter. In ihren Reihen sind auch zwei Dorstener.

Wenn Thomas „Ossi“ Oswald in seine zweite Haut schlüpft, kann das eine Weile dauern. Ein schwarzer Anzug bedeckt seinen durchtrainierten Körper, der an den Füßen von schweren Stiefeln ergänzt wird. Beinschienen umhüllen seine Knie, und an Taille und Torso blinken seltsame Knöpfe und Schalter.

Auf dem Oberkörper trägt der Dorstener eine Brustpanzerung mit Schulterglocken und ein schweres, weites Cape. Spätestens, wenn seine Hände mit den dicken Handschuhen den mächtigen Helm zum Kopf führen, erkennt man, wen man hier vor sich hat. Es ist niemand Geringeres als Darth Vader, der mächtige Bösewicht aus den originalen Star Wars Filmen.

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Sabrina und Ossi als Imperial Officer und Darth Vader. Foto: Borgwardt

Das Kostüm könnte direkt aus dem Originalfilm stammen

Sofort fällt auf, wie hochwertig das gesamte Ensemble aus Kleidung, Rüstung und Technik wirkt. Nichts erscheint hier billig oder lieblos, alles scheint direkt aus der Requisite des originalen Filmteams zu stammen.

„Mein erstes Kostüm, das war dagegen noch richtig Karneval“, schmunzelt der Dorstener. Aus einer Laune heraus hatte sich der Star Wars Fan vor etlichen Jahren mal eine einfache Verkleidung zusammengestellt. Damit sah Thomas Oswald noch eher grob nach Darth Vader aus, aber der Spaß an der Rolle hatte ihn schon gepackt. „Dann habe ich vor etwa zehn Jahren die 501st Legion getroffen“, erinnert sich „Ossi“. Ein echter Augenöffner, denn abgesehen von den Original-Kostümbildnern könnte man wohl keine besseren Ansprechpartner finden.

Darth Vader hat sein Lichtschwert immer dabei. Foto: Borgwardt

501st Legion hat Mitglieder auf der ganzen Welt

Mit über 14000 Mitgliedern auf der ganzen Welt ist die 501st Legion eine der größten Star Wars Fanvereinigungen überhaupt. Ihr Markenzeichen sind die überaus akkuraten Kostüme nach den Vorbildern aus den Filmen. Neben den bekannten weißen Sturmtruppen finden sich hier noch viele andere Charaktere wieder, die aber alle dem Imperium, also der „dunklen Seite“, oder sonstigen Gegenspielern zuzuordnen sind.

Bad Guys Doing Good

Trotz der Darstellung galaktischer Fieslinge ist das Leitmotto der 501. Legion aber „Bad Guys Doing Good“, also „Bösewichte tun Gutes“. So besuchen die Mitglieder in ihren Kostümen Kinderkrankenhäuser oder Hospize, sammeln Spenden oder unterhalten die Gäste auf sozialen Veranstaltungen.

„Wir möchten zwar Bösewichte darstellen, aber im normalen Leben Gutes tun“, erklärt auch Sabrina Lützenkirchen. Die Holsterhausenerin hat sich vor Jahren von ihrem Kumpel Ossi mit dem Star Wars-Fieber anstecken lassen und ist seitdem ebenfalls bei der 501st Legion aktiv. „Wenn wir Auftritte haben, dürfen wir niemals Spenden für uns persönlich annehmen. Alles wird für karitative Zwecke gespendet“, betont sie.

Ein bißchen Spaß muss auch auf der dunklen Seite der Macht einfach sein. Foto: Borgwardt

Die deutsche Abteilung der Legion, die sogenannte German Garrison, engagiert sich seit Jahren etwa für die Deutsche Knochenmarkspende DKMS. „Wir unterhalten die Besucher bei der Typisierung, oder bereiten Patienten einen schönen und spannenden Tag“, berichten Sabrina und Ossi. Besonders für kranke Kinder sei das eine herzerwärmende und belohnende Mühe, die sie sich gerne machen.

Schwitzen statt sitzen

Denn es ist nicht ganz ohne, was man in einem solchen Kostüm so auf sich nimmt. Während Sabrina in ihrer schwarzen Offiziersuniform recht normal atmen und sich bewegen kann, sieht es für Mitglieder unter Helmen oder Masken schon anders aus.

Der geschlossene Helm ist beeindruckend, aber nicht sehr luftig. Foto: Borgwardt

Ossi hat in seinem Vader-Helm einen kleinen Ventilator, der ihn mit Luft versorgt, aber der schwere Mantel und die eingeschränkte Sicht bereiten Probleme. „Ich brauche im Grunde jemanden, der mich etwas unterstützt“, beschreibt er, „da ich nach unten wenig sehen kann, würde ich sonst womöglich ein kleines Kind einfach umrennen“. Auch das Treppensteigen ist nicht so einfach. Ähnliche Probleme haben die bekannten Sturmtruppler, die ohnehin eher schlank sein sollten, um in die Rüstung zu passen. „Hinsetzen kann man in dem Kostüm vergessen“, lacht Sabrina.

Und welchen Planeten sprengen wir heute? Die Star Wars Fans in der alten Kaue. Foto: Borgwardt

Bei längeren Veranstaltungen gehen die Darsteller daher oft mal an einen unbeobachteten Ort, um mal den Helm zu lüften oder etwas zu trinken. Rauchen oder schlechtes Benehmen sind in der Rolle auch nicht erwünscht. Sonst wäre die Freude für die Zuschauer dahin, und der gute Zweck in Gefahr.

„Viele sind überrascht, wie groß der Frauenanteil bei uns ist.“

Sabrina Lützenkirchen, 501st Legion

Unter den Star Wars Helmen viele Frauenköpfe

Es gibt allerdings eine Ausnahme: Beim Kommando „Buckets off“ dürfen die Mitglieder für ein Foto die Helme abnehmen. „Viele sind dann überrascht, wie groß der Frauenanteil bei uns ist“, lächelt Sabrina. Männer wie Frauen, denn nur Erwachsene dürfen Mitglied werden, basteln mit großer Ernsthaftigkeit an ihrem Kostüm.

Detailgenau bis auf die kleinste Naht

Bei Sabrinas Offiziersuniform war es etwa sehr anspruchsvoll, den richtigen Schnitt nur anhand von Bildern zu entwickeln. Auch die Rangabzeichen, der Gürtel und alle anderen Details sollen hier bis auf die Naht genau dem Original entsprechen. Bei manchen Kostümen stammt der Stoff sogar aus der gleichen englischen Weberei, die auch das Filmteam ausgestattet hatte.

Beim Laden des Videos werden Daten an YouTube/Google uebermittelt.

Und an Ossis Darth Vader stimmt jeder Kratzer auf dem Helm, jeder Knopf und jeder Schalter mit dem Original überein. Das ist gar nicht so einfach, denn schon die ursprünglichen Requisitenbauer mussten damals improvisieren. So benutzten sie etwa Münzschlitze oder Plattenspieler-Komponenten, um technische Geräte zu bauen. „Die Lämpchen hier etwa stammen alle original aus den 1970ern“, sagt Ossi stolz. Auf der ganzen Welt bestellt er die Bauteile dafür, und mehrere Tausend Euro stecken in seinem Kostüm.

Beim Laden des Videos werden Daten an YouTube/Google uebermittelt.

Ein Ritterschlag vom „echten“ Darth Vader

Der wertvollste Schatz aber bleibt verborgen, bis der Dorstener seinen Helm abnimmt. Im Inneren ist eine persönliche Widmung von David Prowse, dem „echten Darth Vader“. Ein Ritterschlag vom Dunklen Lord – für ein gutes Leben auf der Dunklen Seite der Macht.

Mehr Informationen zur 501st findet man auf der offiziellen Homepage der German Garrison.

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