StartGeschichteDie Nachtwächtertour: Eine Zeitreise nach Dorsten zur Renaissance

Die Nachtwächtertour: Eine Zeitreise nach Dorsten zur Renaissance

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Nachtwächterin Petra Eißing. Foto: Hannah Oelze

In den Wintermonaten bietet die Stadtinfo historische Rundgänge mit dem Nachtwächter durch die Altstadt an. Unsere Schülerreporterin Hannah hat sich dem Weg durch dunkle Gassen einmal angeschlossen.

Am 22. Januar fand wieder eine Nachtwächtertour durch Dorsten statt. Diese ist eine Reise in die Vergangenheit. Die Nachtwächterin Petra Eißing, die eine altertümlichen Tracht trug, zeigte uns, wie geheimnisvoll die Hansestadt Dorsten mit seinen 1800 Einwohnern in der frühen Neuzeit war.

Damals war es der Job des Nachtwächters, auf Dorsten aufzupassen. Dabei war es wichtig, dass niemand offenes Feuer wie zum Beispiel Fackeln mit sich trug. In der Innenstadt gab es nämlich einige Viehställe und ein Brand hätte auch die Tiere gefährdet.

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Ein Grabstein im Mauerwerk der Kirche

Eine Station der Nachtwächterin war die St. Agatha-Kirche. Der Kirchturm diente einst auch als Wachturm. Die St. Agatha Kirche ist allerdings in ihrer ursprünglichen Form heute nicht mehr erhalten. Sie wurde im 2. Weltkrieg durch Bomben zerstört. Fast ganz Dorsten wurde am 22. März 1945 verwüstet und nur wenige Häuser blieben unversehrt. Aus Trümmern bauten die Dorstener ihre Stadt wieder auf und das beste Beispiel dafür ist die jetzige St. Agatha Kirche. In ihren Mauern erkennt man viele verschiedene Materialien. Wenn man genau hinschaut, sieht man auch einen Grabstein in ihren Wänden.

Zunächst schauten wir uns eines der selbst nach dem Krieg noch gut erhalten gebliebenen Häuser an. Dabei erzählte uns die Nachtwächterin von der Zusammenarbeit Dorstens mit Xanten. Die Dorstener Edelfrau, die diese Zusammenarbeit ins Rollen brachte, wurde für ihren Verdienst im Xantener Dom begraben.

Der Verlauf der Stadtmauer um Dorsten im Jahr 1633 in einem Stich von Matthäus Merian. Kirche und Marktplatz sind gut zu erkennen.

Stadtmauer schützte nicht vor der Pest

Als wir den Wallgraben erreichten, berichtete die Nachtwächterin: „Von der Stadtmauer umgeben fühlten sich alle Dorstener sicher und frei.“ Die Stadtmauer sollte ungebetene Gäste, aber auch Wölfe fernhalten. Doch vor Krankheiten konnte die Stadtmauer niemanden beschützen. Auch die Pest hatte die Dorstener nicht verschont. Jedoch gab es glücklicherweise einen Pestarzt, der den Erkrankten zumindest bei der Beulenpest helfen konnte.

Der Weg führte uns weiter zum St. Ursula Gymnasium. Ursprünglich planten die Ursulinen die Schule in Münster zu eröffnen, jedoch erhielten sie eine Absage und deshalb kamen sie nach Dorsten.  

Hier kann man die Nachtwächtertour buchen

Die weiteren Stationen empfehle ich selbst zu erkunden, da es noch einige Sachen zu erfahren gibt. Die Nachtwächtertouren finden immer von Oktober bis März statt. Es besteht also noch die Möglichkeit, sich für eine der letzten Touren der Saison anzumelden. Die Anmeldung erfolgt über die Internetseite oder per E-Mail unter [email protected].

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