StartAuto und VerkehrLippebrücke Hervest: Wald weicht für den Neubau

Lippebrücke Hervest: Wald weicht für den Neubau

Veröffentlicht am

Dutzende Bäume mussten an der alten Lippebrücke Hervest weichen. Foto: Borgwardt

Im Bereich der alten Lippebrücke Hervest ist eine breite Schneise in den angrenzenden Wald geschlagen worden. Auch wenn es anders wirkt: Auf Naturschutz wurde hier durchaus geachtet.

Auf den ersten Blick wirkt das südöstliche Ufer neben der Lippebrücke Hervest in diesen Tagen recht wüst und traurig. Eiskristalle glitzern auf Sägespänen, Baumstümpfe ragen aus dem von schweren Maschinen zerfurchten Boden, und Haufen von Ästen und Stämmen liegen scheinbar wahllos durcheinander. Haben hier rohe Kräfte ein planloses Baum-Massaker angerichtet?

Große Gehölzstapel säumen den Waldrand. Foto: Borgwardt

Umfeld der Lippebrücke Hervest „besonders schützenswert“

Dieser Anschein trügt, denn tatsächlich achteten die Planer hier sehr genau auf den Naturschutz. „Die Lippebrücke Hervest liegt in einem besonders schützenswerten Gebiet“, betont Regina Thümmler vom Fachdienst Tiefbau beim Kreis Recklinghausen. Um die marode Brücke aber ersetzen und damit ein lästiges Nadelör für den Verkehr in Dorsten beseitigen zu können, muss zunächst ein Baufeld entstehen. Dazu war es nötig, einen Streifen des angrenzenden Waldes zu roden. Anders als früher durchaus üblich, wurde dabei aber nicht nach dem Prinzip „Viel hilft viel“ vorgegangen. Längst habe sich auch im Bauwesen der Umweltschutzgedanke durchgesetzt, versichern die Planer.

Anzeige
Anzeige von Ohrwerk Hörgeräte: Fit im Ohr. Fit für den Alltag.

„Darum gelten für die Arbeiten für die Herstellung der Behelfsbrücke und den Bau der künftigen Brücke auch besonders hohe Anforderungen, um Pflanzen und Tiere möglichst wenig zu beeinträchtigen“, erklärt Thümmler. Der von Trockenheit und Klimawandel ohnehin schon gestresste Wald und seine tierischen Bewohner sollten nicht mehr belastet werden, als unbedingt nötig.

Auch wenn es anders wirkt: Die Schneise wurde nur so breit gestaltet, wie nötig war. Foto: Borgwardt

Baumhöhlen und Tiere monatelang dokumentiert

Dazu wurde die Untere Naturschutzbehörde in die Planung eingebunden. Ein Fachgutachter für Umweltplanung war bereits im vergangenen Jahr über Monate vor Ort präsent. Jeder Baum wurde auf Höhlen untersucht, in denen gefährdete Tiere nisten können. Eine detaillierte Karte entstand, die alle möglichen Bruthöhlen verzeichnete. Stundenlang und zu verschiedenen Jahreszeiten beobachteten Experten die Tier- und Pflanzenwelt vor Ort: Welche Arten leben nahe der Brücke? Worauf muss man Rücksicht nehmen?

Zeit war ein kritischer Faktor

Auch die Zeit war ein kritischer Faktor. Wenn am 1. März die Schutzzeit beginnt, sind größere Eingriffe in Gehölzbestände nicht mehr erlaubt. Das ist im Bundesnaturschutzgesetz vom 1. März 2010 geregelt, das vor allem Vögel während der Brutzeit, aber auch Kleintiere wie Fledermäuse schützen soll. Da man aber die Natur nicht wochenlang mit Kettensägenlärm belasten wurde, rollten vor wenigen Tagen schwere Maschinen an. So kam die Arbeit in kurzer Zeit zum Abschluss. Im Laufe des Jahres können auf dem nun gerodeten Baufeld dann die ersten Arbeiten für den Ersatzbau der Lippebrücke Hervest beginnen.

Neuer WhatsApp-Kanal

Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal unter https://bit.ly/dorstenonline für aktuelle Infos. Wir bieten lokale Nachrichten, Event-Infos, Polizeimeldungen und mehr.

NEUSTE ARTIKEL

Mehr Personal an NRW-Schulen: Höchster Zuwachs seit über 40 Jahren

Die Personalausstattung an den Schulen in Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Schulministeriums arbeiten heute rund 12.600 Menschen mehr an den Schulen...

Dorsten setzt Strategie gegen Eichenprozessionsspinner fort

Dorsten setzt 2026 weiter auf feste Prioritäten und den digitalen Raupenmelder gegen Eichenprozessionsspinner.

Raub am Bahnhof Dorsten: Polizei sucht zwei Tatverdächtige mit Öffentlichkeitsfahndung

Nach einem Raub am Dorstener Bahnhof sucht die Polizei mit einer Öffentlichkeitsfahndung nach zwei bislang unbekannten Tatverdächtigen. Sie sollen am Nachmittag des 22. Februar 2026...

Geschichtsstation an der Agathaschule zerstört

Mit großer Bestürzung hat die Agathaschule die Zerstörung der 49. Dorstener Geschichtsstation festgestellt. Unbekannte hatten am Wochenende das Glas der Station auf dem Schulgelände so...

Klick mich!