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Biber ist zurück an der Lippe

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Nach 150 Jahren ist der Biber wieder zurück an der Lippe. Was bedeutet das für uns, wie unterscheidet man ihn vom Nutria, und was kann man bei einer Sichtung tun? Unsere Schüler-Reporterin Hannah Oelze hat nachgefragt.

Der Biber ist wieder zur Lippe zurückgekehrt. Und das nach langer Zeit: Die letzte Sichtung des nachtaktiven Nagetiers war vor ungefähr 150 Jahren. Deshalb habe ich die Biologische Station Lembeck besucht. Marcel Freisen, der über das Thema „Der Biber“ seine Masterarbeit schreibt, beantwortete mir alle Fragen.

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Marcel Freisen, Biologische Station. Foto: Oelze

Warum lebte der Nager so lange nicht mehr an der Lippe?

Damals wurde der Biber vom Menschen ausgerottet. „Das Fleisch des Nagers wurde gerne verzehrt und der Pelz galt als wärmend, isolierend und wasserabweisend“, erklärt Marcel Freisen. „Deshalb war dieses sehr gut für warme und wetterfeste Kleidung. Zwischenzeitlich lebten sogar circa 100 Millionen Biber in Eurasien. Inzwischen sind es durch die Ausrottung deutlich weniger, jedoch wird er sich wieder vermehren und ausbreiten.“

Was sollte man tun, wenn man selbst mal einen Biber sieht?

„Wenn Sie selbst mal einen Biber entdecken sollten, dann halten Sie besser Abstand und füttern Sie ihn nicht“, äußerte Freisen. „Als Beweis können Sie gerne ein Foto an die Biostation Lembeck schicken.“ Da der Nager nachtaktiv ist, kann man ihn bei Tag jedoch nur selten sehen.

Diese Foto eines Bibers mit Jungtier wurde im Januar mit einer Wildkamera aufgenommen. Foto: Biostation

Welchen Einfluss hat der Biber auf unsere Umwelt?

„Durch ihre Biberdämme schaffen die Nager neue Lebensräume, die durch die Landwirtschaft zunehmend verringert werden. Somit nimmt die Artenvielfalt zu“, so Freisen. „Biberdämme gelten ebenfalls als natürlicher Hochwasserschutz, da diese das Wasser stauen und die Fließgeschwindigkeit verringern. Bei uns in der Lippe baut der Biber keine Dämme, weil diese ein sehr großer Fluss ist und das Wasser ihm dort tief genug ist.“

Was ist der Unterschied zwischen einem Biber und einem Nutria?

Marcel Freisen erläuterte: „Der Biber ist genauso wie der Nutria ein Vegetarier. Jedoch ist es wahrscheinlicher, einen Nutria bei Tag zu sehen, obwohl dieser auch eher dämmerungs- oder nachtaktiv ist.“ Oft werden die beiden Nager verwechselt. Unterscheiden kann man diese dadurch, dass der Nutria weiße Barthaare hat und sein Rücken meistens beim Schwimmen sichtbar ist. Bei Bibern ist dies nicht der Fall. Zudem ist der Schwanz des Bibers breit und flach, der des Nutrias eher langgezogen.

Ein ähnlicher Verwandter, das Nutria, ist schon länger in Dorsten heimisch. Foto: Petra Bosse

Es ist etwas sehr Besonderes, dass der Biber nach 150 Jahren wieder an der Lippe heimisch ist. Um das Dasein des Bibers nicht zu gefährden, sollte man die Lippeauen nicht betreten.

Bei weiteren Fragen oder Sichtung eines Bibers können Sie sich an [email protected] wenden.

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