Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Dorsten, Kim Wiesweg, äußert sich zur Debatte um die Streichung des Elterngeldes für Besserverdienende.
Die Streichung des Elterngeldes für Familien über 150.000 Euro Bruttoeinkommen ist eine Idee von Bundesfamilienministerin Lisa Paus. Seitdem wird dieser Vorschlag kontrovers diskutiert. Zwar wäre nur eine begrenzte Anzahl von Elternpaaren mit einem hohen Einkommen betroffen wäre. Dennoch betrachtet auch Kim Wiesweg die Maßnahme kritisch, wenn man sie aus gleichstellungspolitischer Sicht isoliert betrachtet.
Elterngeld hatte Väter zur Elternzeit motiviert
Das Elterngeld habe bisher unabhängig vom Einkommen dazu beigetragen, „dass auch Väter häufiger die Betreuung der Kinder übernehmen. Daher ist es grundsätzlich positiv, dass der Vorschlag noch einmal überdacht wird und andere Sparmaßnahmen in Betracht gezogen werden sollen“, so Wiesweg.
Die Gleichstellungsbeauftragte betont, dass eine gerechte Entscheidung nur durch eine umfassende Betrachtung aller Sparmaßnahmen möglich sei. So ergebe es „wenig Sinn“, nur aus einer einzigen Perspektive zu handeln.
Aufmerksamkeit für Gleichstellung nur wegen finanziellen Aspekten?
Kim Wiesweg findet es seltsam, dass die Gleichstellungspolitik nur dann Aufmerksamkeit erhält, wenn konkrete finanzielle Interessen betroffen sind. Es bleibe „ein seltsamer Beigeschmack“, erklärt sie. Sie appelliert an politische Akteure, „dieses Engagement gerne und bitte auch bei den zahlreichen anderen gleichstellungsrelevanten Themen (zu) zeigen, die uns täglich umtreiben und bei denen keine unmittelbaren finanziellen Folgen im Raum stehen“.
„Gleichstellung ist sicher auch immer, aber eben längst nicht ausschließlich ein finanzielles Thema“, betont Kim Wiesweg.




























