Der Windpark Große Heide zwischen Wulfen und Lippramsdorf wächst weiter. Derzeit entstehen weitere Anlagen und ein Umspannwerk. Im Vorfeld mussten die Betreiber umfangreiche Auflagen erfüllen.
Bereits von weitem sind die großen Baukräne am südöstlichen Dorfrand zu sehen. Im Auftrag der Windenergie Große Heide GmbH & Co. KG entstehen insgesamt sieben Windkraftanlagen.
Die Anlagen vom Typ GE 5.5 – 158 sind dabei moderne Windräder der Firma General Elecric. Sie haben einen Blattdurchmesser von 158 Metern und stehen auf einem 161 Meter hohen Betonhybridturm. Vom Boden bis zur Rotorblattspitze sind die Anlagen maximal 240 Meter hoch.
Bei der Konstruktion hatten die Ingenieure besonderen Wert darauf gelegt, dass die Anlagen besonders leise sind. Dies wird durch besonders geformte Blatthinterkanten (Serrations) und einen schwingungsarm gelagerten Generator erreicht. Jede einzelne Anlage liefert 5,5 Megawatt Leistung und kann so theoretisch rund 4000 Haushalte mit Strom versorgen.
Umfangreiche Prüfungen im Vorfeld
Den Bauantrag hatte die Windenergie Große Heide GmbH & Co. KG bereits im Jahr 2020 gestellt. Vor der Genehmigung waren umfangreiche Prüfungen notwendig. Unter anderem wurden Sachverständige des Bauordnungsamtes und Planungsamtes der Stadt Dorsten, der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Recklinghausen oder des Regionalforstamtes Ruhrgebiet mit der Prüfung betraut. Weitere Untersuchungen betrafen etwa Umweltschutz, Brandschutz, mögliche Kampfmittel oder archäologische Werte im Boden, Denkmalschutz, Schattenwurf oder Schallemissionen.
Bedenken der Anwohner wegen Schall und Infraschall
Zuvor hatten Anwohner Bedenken wegen möglicher Schall- oder Infraschallbelastungen geäußert. Die Prüfungen ergaben aber, dass hier keine Grenzwerte überschritten werden. Die meisten Wohnhäuser liegen zudem weit genug von den Anlagen entfernt. Außerdem schalten die Windräder zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens in einen besonders leisen Nachtbetrieb um.
Schattenwurf wird durch Anlage verhindert
Auch der bewegte Schattenwurf war im Vorfeld ein Thema. Die Experten berechneten, dass nur wenige Wohngebäude in Wulfen davon betroffen wären. Diese könnten im Jahr zwischen sieben und knapp 150 Stunden vom Schattenwurf erfasst werden. Um das zu verhindern, werden die Anlagen in diesen Stunden vom Betreiber abgeschaltet.

Abschaltungen auch für die Hervester Störche
Der Schattenwurf ist nicht der einzige Grund, für den eine Abschaltung vorgesehen ist. So hatten die Naturschützer beispielsweise ganz genau ermittelt, wann die Störche aus dem Hervester Bruch zur Nahrungssuche auf die frischgemähten Wiesen in der Nähe der Anlagen fliegen. In dieser Zeit bleiben die Anlagen dann stehen. Auch für andere Vogelarten gelten strenge Naturschutzauflagen. Bei Star und Wespenbussard wurden etwa die Nistplätze so verlegt, dass diese Vogelarten ebenfalls aus der Gefahrenzone kommen. Der Windpark Große Heide befindet sich zudem nicht in einem Naturschutzgebiet.




























