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#108 Glosse von Anke

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Glosse von Anke: Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. 

Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.

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Not mit der Notdurft

Die Autofahrt nach London im Jahre 1972, bei der ich mit gekreuzten Beinen und „Pippi“ in den Augen auf dem Rücksitz der Familienkutsche zu einem Sinnbild des Leidens verkrampfte, hat sich als traumatische Erfahrung in meinen Synapsen festgebrannt. Und ich bin sicher, dass dieses Ereignis aus meiner Jugend verantwortlich dafür ist, dass ich bei jeder Situation unter Psycho-Stress gerate, in der mir für einen ungewissen Zeitraum kein Abort verlässlich zur Verfügung steht.

Echter Horrortrip

Bei Autobahnfahrten halte ich ständig Ausschau nach Parkplätzen mit WC-Schild. Zum echten Horrortrip wird die Urlaubsreise, wenn man mit praller Blase in einem kilometerlangen Verkehrsstau feststeckt, wie am letzten Wochenende ein Freund bei der Rückkehr aus seinem Inselurlaub. „Boh, ich musste so dringend“, klagte er mir später sein Leid, „doch die Schlange bewegte sich nur im Schneckentempo vorwärts.“

Da ist es noch besser, wenn sie sich gar nicht bewegt, könnte man so doch den Wagen mal kurz verlassen, um in die Büsche zu huschen. Oder im Notfall auch sein Rinnsal im Sichtschutz zwischen geöffneter Vorder- und Rücktür auf dem Asphalt verrichten (Vorsicht: Aquaplaning!).

Coladosen und Piccolo-Fläschchen

Mein kluger Freund hatte allerdings in seiner umsichtigen Weisheit vorgesorgt und vor der Abfahrt eine leere Flasche als Notbehältnis hinter seinem Fahrersitz deponiert. (Da haben wir als Frauen leider einen anatomischen Nachteil. ) Das Gefäß sollte allerdings über eine ausreichend große Öffnung verfügen. Coladosen und Piccolo-Fläschchen eignen sich wegen möglicher Verletzungsgefahr an edlen Körperteilen nicht als Alternative.

Nicht auszudenken, dass auch noch Rettungswagen mit Martinshorn den Stau aufmischen, um manchen Autofahrer + Flasche aus buchstäblich beklemmender Lage befreien zu müssen! Das wäre nicht nur peinlich, sondern würde ja den Stau noch unnötig verschärfen, in dem vielleicht auch ich festsitzen könnte – mit zusammengepressten Beinen und „Pippi“ in den Augen wie weiland 1972 auf der Autofahrt nach London.

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