Am Freitag, 31. Januar 2025 spielte das Jazzkollektiv Babelsberg vor einem zufriedenen Publikum im Dorstener Treffpunkt Altstadt. Die fünf Potsdamer brachten den Hardbop in die Lippestadt.
Knapp über 100 Leute lauschten am Freitagabend dem Jazzkollektiv Babelsberg, das für seinen Auftritt den Weg von Potsdam nach Dorsten auf sich genommen hatte. Die fünfköpfige Band spielte im Treffpunkt Altstadt eine Auswahl aus einer Reise durch die Jazz-Zeit: Hardbop, in den 1950ern entstanden aus dem Bebop und geprägt durch Art Blakey und die Jazz Messengers oder Clifford Brown, einflussreiche Songs aus dem Great American Songbook und Eigenkompositionen gehörten zum guten Ton des Abends.

Das war also Jazz?
Viele Leute seien überrascht, wie melodiös Jazz sei, so Stephan Blank aus der Band. „‚Das war also Jazz?‘“, sagen sie dann. Blank ordnete die einzelnen Stücke des Abends historisch ein oder ermunterte das Publikum mit Anekdoten. Als er für Leonard Cohens intimes „A Thousand Kisses Deep“ von der Trompete zum Flügelhorn wechselte, erzählte er, dass bereits sein Urgroßvater dieses an seinen Großvater weitergereicht hatte – und er es schließlich seinem Vater abkaufte. Das Publikum genoss den Groove des Kollektivs, nickte mit den Köpfen, wippte mit den Füßen und klatschte artig nach jedem Solo.

Die Solos sind ein wichtiger Bestandteil des Jazz: Die Improvisation macht laut Blank jeden Song ein bisschen anders. Auch die Songauswahl sei wichtig: „Die Leute sollen sich nicht langweilen.“ So spielten die Musiker auch „Four“ des Miles Davis Quintet und Sacha Distels „The Good Life“.
In der Fabrik
Dieter Kettler war zufrieden mit seiner Konzertauswahl des Abends. Er plane regelmäßig Kulturveranstaltungen in seinem Kalender und fahre dafür nach Dorsten, Gelsenkirchen, Recklinghausen oder Duisburg. „Sieht aber noch ein bisschen wie eine alte Fabrikhalle aus“, so der Schermbecker über den Konzertraum. Den Treffpunkt Altstadt besuche er aber gerne wieder.
Am heutigen Samstagabend spielt das Jazzkollektiv Babelsberg im Landhotel Voshövel in Schermbek bei einem „fliegenden Abendessen“.




























