StartGesundheitHannah und Charly: Herzblut und Hightech in der Pflegeausbildung

Hannah und Charly: Herzblut und Hightech in der Pflegeausbildung

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Gerade im Gesundheitsdienst ist beim Umgang mit Patienten neben dem Erlernen medizinischer Fähigkeiten auch das einfühlsame Gespräch wichtig. Wie können angehende Pflegefachkräfte diese Erfahrungen besser sammeln als mit Charly, dem innovativen Übungssimulator?

Was genau verbirgt sich hinter diesem Konzept und wie profitieren die angehenden Pflegekräfte davon? Um das herauszufinden, bin ich heute mit Sandra Kottewitz, Schulleitung und Lehrerin für Pflege und Gesundheit sowie mit ihrer Vertretung, der Berufspädagogin Yvonne Kneisel im St. Elisabeth Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe GmbH verabredet. Im sogenannten Skills Lab warten bereits Pflegepädagogin Madita Schichel sowie die Auszubildende Hannah Seelig auf uns.

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Pflegeausbildung im sicheren Umfeld

Die Auszubildenden können hier in einem sicheren Umfeld verschiedene Szenarien durchspielen und dabei wertvolle Erfahrungen sammeln. Fehler, die in der realen Pflege fatale Folgen haben könnten, dienen hier als Lernchancen. So wird das Selbstvertrauen gestärkt und die Handlungssicherheit erhöht. Das bedeutet, sie lernen nicht nur den Blutdruck richtig zu messen, sondern üben ebenfalls, wie sie regieren müssen, wenn er nicht in der Norm liegt, wenn der Patient Schmerzen hat oder das Thermometer Fieber anzeigt.

Charly wird im Handumdrehen zur Frau

Seit April 2024 wird Hightech-Patient Charly von den Auszubildenden hier „gepflegt“. Durch austauschbare Körperteile wird der männliche Charly nach Wunsch sogar zur weiblichen Charly, wenn dies für Übungen erforderlich ist.

Hannah Seelig misst Charlys Blutdruck. Foto: Christian Sklenak

Madita Schichel erlernte in Münster den Umgang mit Charly und schulte daraufhin ihre Kollegen. Um verschiedene, realistische Bedingungen wie prä- und postoperative Situationen oder auch Notfallszenarien, die im Krankenhaus bei den Patienten auftreten können, darzustellen, hat die Pflegepädagogin eine Art Drehbuch erstellt. So kann sie Charlys Blutdruck per Computer höherstellen, ihn schwer atmen oder ihn sagen lassen, dass er beispielsweise Schmerzen oder Angst hat.

Um die Situation realitätsnah darzustellen, tragen die Azubis während der Simulation ihre Kasacks. So auch Hannah Seelig. Sie ist im letzten Ausbildungsdrittel und übernahm bereits in der Schule das Amt der Schulsanitäterin. „Das Interesse an Notfallsituationen fand ich schon immer cool, aber auch das soziale und gesundheitliche Interesse am Zwischenmenschlichen fasziniert mich.“ Die 19-Jährige hat Erfahrung im Skills Lab, musste sich aber erst einmal daran gewöhnen, dass Charly „sprechen“ und auch reagieren kann. Liegt beispielsweise der Blasenkatheder richtig, dann fließt realitätsnah statt Urin Kamillentee. Auch Darm- oder Lungengeräusche lassen sich simulieren, damit die jungen Nachwuchskräfte daraus ebenfalls Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand ihres Patienten ziehen können.

„Charly ist ein großer Gewinn für unsere Ausbildung. An ihm können die Auszubildenden üben, bevor sie zum ersten Mal einen echten Patienten vor sich haben“, freut sich Sandra Kottewitz und fährt fort. „Zum Glück haben wir durch diesen Hightech-Simulationspatienten einen Riesenfortschritt in der Ausbildung gemacht.“

Ausbildung in der Pflege

Die Ausbildung zur Pflegefachfrau/-mann dauert drei Jahre und findet sowohl in der Schule als auch in Krankenhäusern, Altenpflegeeinrichtungen oder auf Kinderstationen statt.

Du hast Lust auf die Ausbildung bekommen? Dann schau doch mittwochs von 14 bis 15 Uhr beim Speed-Dating im St. Elisabeth Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe GmbH vorbei.

Hülskampweg 3
02362 2951552
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