31 Fragen stellen wir an die Bürgermeisterkandidaten in Dorsten. Weiter geht es mit der Frage 21 an die Kandidaten: Welche Rückmeldungen oder Sorgen aus der Bevölkerung haben Sie zuletzt besonders beschäftigt? Wie möchten Sie darauf reagieren?
Im Herbst 2025 wird in Dorsten ein neues Stadtoberhaupt gewählt. Sechs Kandidaten stellen sich zur Wahl, mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen, politischen Ausrichtungen und persönlichen Vorstellungen.
Es antworten:
- CDU – Tobias Stockhoff, amtierender Bürgermeister
- SPD – Julian Henning Fragemann
- Bündnis 90/Die Grünen – Claas Römer
- AfD – Jürgen Chmielecki
- Die PARTEI – Boris Benkhoff
- Die LINKE – Maurice Fröhlich

Welche Rückmeldungen oder Sorgen aus der Bevölkerung haben Sie zuletzt besonders beschäftigt? Wie möchten Sie darauf reagieren?
Tobias Stockhoff

„Was mich persönlich immer beschäftigt: Wenn ich für ein Problem keine Lösung finde. Wir haben einige Menschen in der Stadt, die – oft aufgrund psychischer Probleme – alle Regeln sprengen, die ganze Quartiere terrorisieren. Es gibt gute Gründe, warum wir gegen diese Menschen keinen Zwang ausüben dürfen.
Aber das wir denen nicht helfen können, die unter solchen Menschen leiden, lässt mir keine Ruhe. Ich habe dazu bereits mehrfach die zuständigen Ministerien angeschrieben. Eine Lösung dafür haben wir bisher nicht bekommen. Aber hier bleibe ich am Ball …“.
Julian Henning Fragemann

„Besonders zu den Bereichen Kita- und OGS-Gebühren sowie sogenannte Angsträume haben mich und uns Rückmeldungen erreicht. Wir brauchen dringend eine gerechtere Staffelung der genannten Gebühren, die Mittelschicht muss entlastet werden.
Komplette Gebührenfreiheit bleibt hierbei das Ziel der Sozialdemokratie. Weiterhin muss der kommunale Ordnungsdienst (KOD) ausgebaut werden und es braucht einen echten Kriminalpräventiven Rat“.
Claas Römer

„Sehr beschäftigt hat mich die Rückmeldung, dass viele Bürgerinnen und Bürgern der Verwaltung nicht mehr zutrauen, Lösungen für die bestehenden Probleme zu finden.
Ich möchte das Vertrauen in die Verwaltung stärken. Das geht aber nicht, indem man alles auf
das Ehrenamt verlagert. Stattdessen möchte ich die Verwaltung bürgerfreundlicher, unbürokratischer und effizienter gestalten.“
Jürgen Chmielecki

(Keine Antwort.)
Boris Benkhoff

„Giftmülldeponie und Faschismus. Mit inner- und außerparlamentarischem Widerstand“.
Maurice Fröhlich

„Hier möchte ich auf ein Gespräch mit einer Bäckereifachangestellten hinweisen, die aufgrund ihrer Familiengeschichte neben ihrer deutschen Muttersprache auch sehr gutes Türkisch bzw. Arabisch spricht. Sie hatte mir erzählt, dass sie in Zukunft gerne als Dolmetscherin arbeiten möchte.
Dafür hatte sie sich für einen ehrenamtlichen Job als Übersetzerin bei der Stadt Dorsten gemeldet, um Berufserfahrung sammeln zu können. Die Stadt Dorsten hatte sie jedoch sehr schnell mit der Begründung abgelehnt, keine ehrenamtlichen Helfer zu benötigen.
Dies ist mir besonders im Gedächtnis geblieben, da ich selbst vor nicht allzu langer Zeit im Bürgerbüro Dorsten gesehen habe, wie Menschen mit einem Amtsbrief in der einen Hand und einem Smartphone mit Übersetzungsprogramm in der anderen Hand um Hilfe baten – und von der Beamtin mit der Begründung „Keine Zeit“ abgewiesen wurden.“
Morgen stellen wir die Frage 22: Gibt es Themen, über die in Dorsten zu wenig offen gesprochen wird, obwohl sie Ihrer Meinung nach wichtig wären?
Hinweis der Redaktion: Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach der aktuellen Sitzverteilung im Gemeinderat und entspricht zugleich der späteren Reihenfolge auf dem Stimmzettel gemäß § 32 der Kommunalwahlordnung NRW.




























