31 Fragen stellen wir an die Bürgermeisterkandidaten in Dorsten. Weiter geht es mit der Frage 22 an die Kandidaten: Gibt es Themen, über die in Dorsten zu wenig offen gesprochen wird, obwohl sie Ihrer Meinung nach wichtig wären?
Im Herbst 2025 wird in Dorsten ein neues Stadtoberhaupt gewählt. Sechs Kandidaten stellen sich zur Wahl, mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen, politischen Ausrichtungen und persönlichen Vorstellungen.
Es antworten:
- CDU – Tobias Stockhoff, amtierender Bürgermeister
- SPD – Julian Henning Fragemann
- Bündnis 90/Die Grünen – Claas Römer
- AfD – Jürgen Chmielecki
- Die PARTEI – Boris Benkhoff
- Die LINKE – Maurice Fröhlich

Tabus und unbequeme Wahrheiten
Gibt es Themen, über die in Dorsten zu wenig offen gesprochen wird, obwohl sie Ihrer Meinung nach wichtig wären?
Tobias Stockhoff

„Eigentlich schätzen die Menschen in Dorsten ein offenes Wort. Richtige „Tabus“ gibt es darum eigentlich nicht. Worüber wir unbedingt mehr sprechen müssten: Demokratie, Rechtstaatlichkeit, Menschenwürde und unser Grundgesetz. Es gibt leider Tendenzen in der Gesellschaft, dass alles nicht mehr wichtig zu finden. Dem müssen wir widersprechen“.
Julian Henning Fragemann

„In der Frage Migration und Integration neigt eine Mehrheit im politischen Raum zu Beschwichtigung, statt eine konsequente Problemlösung anzugehen“.
Claas Römer

„Wir sprechen in den letzten Jahren wieder zu wenig über Klimaschutz und darüber, dass wir auch als Stadt hier viele wichtige Schritte auf kommunaler Ebene anstoßen können“.
Jürgen Chmielecki

„Ja, es gibt unpopuläre Themen sowie das Thema Sicherheit. Es wird darüber zu wenig gesprochen, auch über das Thema Migration und das das Thema geplante ZOE in Dorsten“.
Boris Benkhoff

„Toilettenhocker! In natürlicher Hockposition richtet sich der Enddarm so aus, dass der M. puborectalis entspannt und der Stuhlgang ohne unnötiges Pressen erfolgt. Studien zeigen: Diese Haltung verkürzt die Darmentleerungszeit, reduziert Hämorrhoiden-Risiko und entlastet den Beckenboden.
Unsere Vorfahren kannten keinen Porzellanthron, sie hockten. Ich werde mich mit all meiner Kraft dafür einsetzen, dass dieses wichtige Thema in aller Munde ist. Eine sofortige, flächendeckende Ausstattung aller öffentlichen und in städtischen Gebäuden befindlichen Toiletten mit Toilettenhockern muss oberste Priorität haben“.
Maurice Fröhlich

„Hier möchte ich auf ein Gespräch mit einer Bäckerei Fachangestellten hinweisen, die aufgrund ihrer Familiengeschichten neben ihrer deutschen Muttersprache ein sehr gutes türkisch bzw. arabisch spricht. Sie hatte mir erzählt das sie gerne in der Zukunft als Dolmetscherin arbeiten wollen würde. Dafür hatte sie sich für einen ehrenamtlichen Job als Übersetzer bei der Stadt Dorsten gemeldet, um Berufserfahrung sammeln zu können.
Die Stadt Dorsten hatte sie aber sehr schnell mit der Begründung keine ehrenamtlichen Helfer zu benötigen abgelehnt. Dies ist mir so stark im Gedächtnis geblieben, da ich selbst vor nicht allzu langer Zeit im Bürgerbüro Dorsten gesehen habe, wie Menschen mit einem Amtsbrief in der einen Hand und einem Smartphone mit Übersetzungsprogramm in der anderen Hand um Hilfe fragten. Und mit der Begründung „Keine Zeit“ von der Beamtin abgewiesen wurde“.
Morgen stellen wir die Frage 23: Wo sehen Sie die Notwendigkeit für unpopuläre, aber langfristig sinnvolle Entscheidungen?
Hinweis der Redaktion: Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach der aktuellen Sitzverteilung im Gemeinderat und entspricht zugleich der späteren Reihenfolge auf dem Stimmzettel gemäß § 32 der Kommunalwahlordnung NRW.




























