31 Fragen stellen wir an die Bürgermeisterkandidaten in Dorsten. Weiter geht es mit der Frage 23 an die Kandidaten: Wo sehen Sie die Notwendigkeit für unpopuläre, aber langfristig sinnvolle Entscheidungen?
Im Herbst 2025 wird in Dorsten ein neues Stadtoberhaupt gewählt. Sechs Kandidaten stellen sich zur Wahl, mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen, politischen Ausrichtungen und persönlichen Vorstellungen.
Es antworten:
- CDU – Tobias Stockhoff, amtierender Bürgermeister
- SPD – Julian Henning Fragemann
- Bündnis 90/Die Grünen – Claas Römer
- AfD – Jürgen Chmielecki
- Die PARTEI – Boris Benkhoff
- Die LINKE – Maurice Fröhlich

Tabus und unbequeme Wahrheiten
Wo sehen Sie die Notwendigkeit für unpopuläre, aber langfristig sinnvolle Entscheidungen?
Tobias Stockhoff

„Ob eine Entscheidung populär ist oder nicht, hat mich als Physiker nie interessiert. Mir waren immer nur der praktische Nutzen und die politische Redlichkeit wichtig. Ein einfaches Beispiel: Viele Menschen sind genervt von dem Baum vor ihrer Haustür. Weil er Laub abwirft, die Leistung der PV-Anlage begrenzt, von lästigen Insekten bewohnt wird.
Wir haben in der Politik eine Grundsatzerklärung verabschiedet, dass Bäume ausschließlich aus Gründen der Verkehrssicherheit entfernt oder beschnitten werden. Für den jeweils Betroffenen ist das unpopulär und führt auch zu anstrengenden Diskussionen. Für die gesamte Gesellschaft ist diese Haltung aber absolut sinnvoll“.
Julian Henning Fragemann

„Der Haushaltsbereich wird uns sicherlich auch in Zukunft schwierige Entscheidungen abverlangen. Dies wird nicht immer ,,schmerzfrei“ über die Bühne gehen“.
Claas Römer

„Die Entscheidung für den Bau einer zentralen Unterbringungseinrichtung in Wulfen war
möglicherweise unpopulär, aber notwendig. Wir wissen alle nicht, wie sich die
Zuwanderungszahlen entwickeln.
Aber der Betrieb einer ZUE gibt uns als Stadt langfristig bessere Möglichkeiten, Personen, die mit Bleibeperspektive zu uns kommen, zu integrieren“.
Jürgen Chmielecki

„In Dorsten wird oft hinter vorgehaltene Hand über das Thema Migration gesprochen“.
Boris Benkhoff

„Ökosystemkollapsresilienz, Mobilität, Kriegstüchtigkeit“.
Maurice Fröhlich

„Das ist natürlich eine für den Wahlkampf sehr unvorteilhafte Fragen, aber wenn man ehrlich ist, dann sollte es langfristig weniger Individualverkehr geben und städtischer Boden muss in städtischer Hand bleiben.
Wohnen ist ein Menschenrecht und wir wissen nur zu gut in welche Richtung sich der Immobilienmarkt entwickelt, wenn man ihn dem freien Markt überlässt“.
Morgen stellen wir die Frage 24: Was bedeutet es für Sie, politische Verantwortung zu übernehmen, auch bei Rückschlägen oder öffentlicher Kritik?
Hinweis der Redaktion: Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach der aktuellen Sitzverteilung im Gemeinderat und entspricht zugleich der späteren Reihenfolge auf dem Stimmzettel gemäß § 32 der Kommunalwahlordnung NRW.




























