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Warnstreik bei Coca-Cola: Produktion in Dorsten steht still

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Bei Coca-Cola in Nordrhein-Westfalen ruht die Arbeit. Seit dem frühen Mittwochmorgen steht am Dorstener Standort die Produktion still, am Abend sollen auch im Werk in Herten keine Lkw mehr fahren. Das bestätigte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), die zu einem 24-stündigen Warnstreik aufgerufen hat. Rund 800 Beschäftigte beteiligen sich an der Aktion, die Teil der laufenden Tarifverhandlungen ist.

„Coca-Cola hat in den letzten Jahren massiv Personal abgebaut, während die Kollegen immer mehr leisten müssen“, erklärte Martin Mura, Geschäftsführer der NGG-Region Ruhrgebiet. „Während der Konzern Milliardengewinne schreibt, sollen die Menschen, die die Produkte tagtäglich herstellen, auf echte Wertschätzung verzichten. Das ist nicht nur unfair, sondern zynisch.“

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Größter Standort bundesweit betroffen

Die Getränke der Marke Coca-Cola werden in Deutschland von der Coca-Cola Europacific Partners Deutschland (CCEP DE) produziert, vertrieben und verkauft. Der Standort Dorsten gilt laut NGG als der größte Produktionsbetrieb bundesweit. Dort werden unter anderem die klassische Cola und ihre zuckerfreien Varianten in Flaschen und Dosen abgefüllt. Das Logistikzentrum in Herten versorgt vor allem das Ruhrgebiet. Insgesamt betreibt CCEP DE in Deutschland 24 Standorte, darunter 13 Produktionsstätten, und beschäftigt rund 6.500 Menschen.

Geringe Auswirkungen für Verbraucher erwartet

Nach Einschätzung aus Branchenkreisen werden Verbraucher die Arbeitsniederlegung kaum zu spüren bekommen. Durch angepasste Lieferprozesse könnten mögliche Engpässe weitgehend vermieden werden. Der Konzern stehe dazu im Austausch mit dem Lebensmitteleinzelhandel.

Forderungen der Gewerkschaft

Die NGG fordert rückwirkend zum 1. September eine pauschale Erhöhung aller Entgelte um 150 Euro sowie zusätzlich fünf Prozent mehr Lohn. Zudem sollen die Ausbildungsvergütungen in allen Lehrjahren um 120 Euro steigen. Der neue Tarifvertrag soll für zwölf Monate gelten.

Coca-Cola hatte in der ersten Verhandlungsrunde am 10. September eine Entgelterhöhung von 1,5 Prozent für das Jahr 2026 angeboten. „Dieses Angebot trägt der aktuell herausfordernden wirtschaftlichen Lage Rechnung und berücksichtigt die bereits erfolgten hohen Entgeltabschlüsse der vergangenen Jahre“, teilte eine Unternehmenssprecherin mit.

Die nächste Tarifrunde ist für den 10. bis 12. November in Hamburg geplant.

Konzern mit deutlichem Gewinnplus

Coca-Cola hatte zum 1. September seine Preise erneut angehoben. Im dritten Quartal stieg der weltweite Umsatz des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent. Unter dem Strich erwirtschaftete das Unternehmen knapp 3,7 Milliarden US-Dollar Gewinn – rund 30 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

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