StartStadtteileAltstadtNovemberpogrome: Gedenken im Jüdischen Museum Westfalen

Novemberpogrome: Gedenken im Jüdischen Museum Westfalen

Veröffentlicht am

Foto: Alexander Fichtner

Am Sonntagvormittag, 9. November 2025, haben rund 60 Menschen im Garten des Jüdischen Museums Westfalen der Opfer der Novemberpogrome von 1938 gedacht. Die Stadt Dorsten und das Jüdische Museum Westfalen hatten zu der Gedenkfeier mit Kranzniederlegung in den Museumsgarten an der Julius-Ambrunn-Straße 1 eingeladen.

Zwischen kahlen Ästen und zurückhaltender Symbolik entstand eine konzentrierte, ruhige Atmosphäre. Bürgerinnen und Bürger, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kultur und Zivilgesellschaft hatten sich eingefunden, um gemeinsam an die Gewalt gegen Jüdinnen und Juden vor 87 Jahren zu erinnern.

Anzeige
Anzeige von Ohrwerk Hörgeräte: Fit im Ohr. Fit für den Alltag.
Foto: Alexander Fichtner

„Andenken lebendig halten“ – Worte von Dr. Kathrin Pieren

Zu Beginn der Gedenkstunde begrüßte Dr. Kathrin Pieren, Leiterin des Jüdischen Museums Westfalen, die Anwesenden. Sie erinnerte daran, dass die Novemberpogrome kein spontaner Gewaltausbruch gewesen seien, sondern ein orchestrierter Angriff auf jüdisches Leben in Deutschland.

Foto: Alexander Fichtner

Sie betonte die Verantwortung, die Geschichten der Opfer zu bewahren und weiterzugeben. Gerade in einer Zeit, in der immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ihre Erfahrungen persönlich schildern können. Gedenken, so ihre Botschaft, bedeute auch, sich bewusst zu machen, wie schnell Ausgrenzung in offene Gewalt umschlagen könne.

Im Anschluss übergab Pieren das Wort an Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff.

Bürgermeister Stockhoff: Gedenken als Auftrag für heute

Foto: Alexander Fichtner

Bürgermeister Tobias Stockhoff knüpfte an diese Gedanken an. In seiner Ansprache dankte er dem Jüdischen Museum Westfalen für seine kontinuierliche Bildungs- und Erinnerungsarbeit. Die Ereignisse des 9. November 1938, so Stockhoff, seien ein fester Bestandteil der deutschen Geschichte. Damit auch Teil der Verantwortung der heutigen Generation.

Er machte deutlich, dass Gedenken mehr sei als ein jährlicher Termin im Kalender. Es gehe darum, Antisemitismus, Hass und Hetze im Alltag entschieden entgegenzutreten. Wer heute wegsehe, wenn Menschen ausgegrenzt oder bedroht werden, habe aus der Geschichte nichts gelernt, so die Kernbotschaft seines Beitrags.

Foto: Alexander Fichtner

Die schlichte Gestaltung der Feier unterstrich den Charakter der Veranstaltung: kein großes Zeremoniell, sondern ein bewusst ruhiger, würdevoller Rahmen, in dem gemeinsames Erinnern im Mittelpunkt stand. Die Veranstalter hatten es sich zum Ziel gesetzt, das Andenken an die Opfer lebendig zu halten und zugleich eindringlich an die Novemberpogrome von 1938 zu mahnen.

Foto: Alexander Fichtner

Im Anschluss an die Gedenkfeier zu den Novemberpogrome waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu eingeladen, in den Saal des Jüdischen Museums Westfalen zu kommen. Dort fand in Kooperation mit dem Jüdischen Museum, der Stadt Dorsten und der Friedrich-Naumann-Stiftung eine Lesung statt. Die Journalistin und Autorin Caroline Vongries wurde musikalisch begleitet. Die Liedermacherin Josefin Rabehl, die mit passenden Stücken aus ihrer eigenen Liederwerkstatt eindrucksvolle, nachklingende Zwischentöne präsentierte.

Foto: Alexander Fichtner

Neuer WhatsApp-Kanal

Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal unter https://bit.ly/dorstenonline für aktuelle Infos. Wir bieten lokale Nachrichten, Event-Infos, Polizeimeldungen und mehr.

NEUSTE ARTIKEL

Mehr Personal an NRW-Schulen: Höchster Zuwachs seit über 40 Jahren

Die Personalausstattung an den Schulen in Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Schulministeriums arbeiten heute rund 12.600 Menschen mehr an den Schulen...

Dorsten setzt Strategie gegen Eichenprozessionsspinner fort

Dorsten setzt 2026 weiter auf feste Prioritäten und den digitalen Raupenmelder gegen Eichenprozessionsspinner.

Raub am Bahnhof Dorsten: Polizei sucht zwei Tatverdächtige mit Öffentlichkeitsfahndung

Nach einem Raub am Dorstener Bahnhof sucht die Polizei mit einer Öffentlichkeitsfahndung nach zwei bislang unbekannten Tatverdächtigen. Sie sollen am Nachmittag des 22. Februar 2026...

Geschichtsstation an der Agathaschule zerstört

Mit großer Bestürzung hat die Agathaschule die Zerstörung der 49. Dorstener Geschichtsstation festgestellt. Unbekannte hatten am Wochenende das Glas der Station auf dem Schulgelände so...

Klick mich!