Auf der Brache der ehemaligen Ladenzeile am Wulfener Markt tut sich etwas. Die Entwicklungsgesellschaft Wulfen (EW) lässt dort derzeit provisorische Parkplätze anlegen. Die Arbeiten laufen laut Stadtverwaltung schneller als erwartet. Bereits in der kommenden Woche soll die Fläche für rund 20 Fahrzeuge freigegeben werden. Die Befestigung erfolgt wassergebunden mit Schotter, die Zufahrt ist über die Straße „Wulfener Markt“ möglich.
Für viele Anwohner kommt diese Entscheidung nicht überraschend. Seit Jahren gibt es in der direkten Umgebung zu wenig Stellplätze, besonders seit der Sperrung des Parkdecks. Zu Stoßzeiten sind freie Plätze Mangelware. Der nun entstehende provisorische Parkraum soll die Situation zumindest etwas entspannen.
Holger Lohse, Technischer Beigeordneter und Geschäftsführer der EW, erläutert: „Als sich abzeichnete, dass das Bauvorhaben auf der Fläche der ehemaligen Ladenzeile zumindest nicht in naher Zukunft realisiert werden kann, haben wir überlegt, ob wir hier übergangsweise Parkflächen schaffen können.“ Die neue Lösung sei sinnvoll, solange für das Areal keine dauerhafte Perspektive bestehe.
Ein Schritt, aber kein Durchbruch
Der Parkplatz ist eine pragmatische Reaktion auf die Verzögerungen beim großen Neubauprojekt. Seit dem Ende der Verkaufsverhandlungen Anfang September ist klar, dass die geplante Neubebauung der Brache – Wohnraum, Gewerbe, Grünflächen und ein neuer Stadtteilmittelpunkt – vorerst nicht kommt. Die Details dieses Scheiterns wurden bereits ausführlich berichtet und bleiben für viele im Stadtteil ein Enttäuschungsmoment.
Ein provisorischer Parkplatz löst diese strukturellen Probleme nicht. Doch er schafft zumindest eine Nutzung, die den unmittelbaren Alltag entlastet. Dass dies notwendig war, steht außer Frage. Die Frage, die den Stadtteil weiterhin bewegt, bleibt jedoch dieselbe: Wie lange dauert der Übergang – und was passiert bis dahin?
Stadt setzt auf Beteiligung
Antworten darauf sollen nun die Bürgerinnen und Bürger mitgestalten. Stadtverwaltung und EW wollen noch in diesem Jahr zu einem Workshop einladen. Ziel ist es, gemeinsam zu überlegen, wie die übrigen Flächen während der Übergangszeit genutzt werden können. Möglich sind temporäre Aufenthaltsbereiche, Begrünungen, kulturelle Angebote oder andere nutzbare Zwischenformen.
Lohse betont: „Da für die Fläche der ehemaligen Ladenzeile derzeit keine dauerhafte Nutzung absehbar ist, können wir hier auf einer Teilfläche eine sinnvolle Zwischennutzung ermöglichen.“ Über die Gestaltung des restlichen Areals soll nun eine offene Diskussion erfolgen.
Ein Markt zwischen Provisorien und Perspektiven
Der Wulfener Markt bleibt ein Ort der Gegensätze. Während einige kleine Projekte gelingen – zuletzt etwa die Wiederinbetriebnahme der Wassertreppe am Gemeinschaftshaus – verharren die großen Planungen in einer Hängepartie. Die provisorischen Parkplätze sind ein pragmatischer Schritt, der den Alltag verbessert, aber das grundlegende Problem nicht löst: Der zentrale Platz zwischen Alt-Wulfen und Barkenberg wartet weiter auf eine dauerhafte Idee und belastbare Investoren.
Für die kommenden Monate wird entscheidend sein, ob die vorgeschlagenen Zwischennutzungen mehr werden als nur Übergangslösungen. Der Workshop könnte ein erster Versuch sein, die Brache nicht nur zu verwalten, sondern aktiv zu gestalten. Zumindest solange, bis ein neues Entwicklungskonzept realistisch wird.




























