„Ich bin ein Junge vom Leben, ich weiß wie es in Ihnen aussieht.“ So beginnt der ehemalige Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach seine Rede im Dorstener Treffpunkt Altstadt. Der frühere CDU Politiker aus Bergisch Gladbach sprach vor allem über zwei Themen: Zusammenhalt und Wandel.
Außerdem anwesend waren Vertreter von der Dorstener Volksbank und dem Verein „Sag JA! zu Dorsten“. Bevor Wolfgang Bosbach mit seiner Rede begann, nutzten die beiden Unterstützer die Gelegenheit für ein paar einleitende Worte.
„Sind überzeugt, dass man den Zusammenhalt spürt“
Ingo Hinzmann, Vorstand der Vereinten Volksbank, eröffnete den Abend mit einer kleinen Anekdote über Zusammenhalt: „Wir als Volksbank fördern die Region und stärken den Zusammenhalt. Wir sind davon überzeugt, dass man das auch spürt. Wir haben im letzten Jahr zum Beispiel 400.000 Euro für soziale Zwecke hier in Dorsten gespendet. Aber auch abseits vom Sponsoring sind wir aktiv. Wir fördern den Mittelstand und schaffen Arbeitsplätze, welche die Region stärken. Wir wollen nicht die Banker in Nadelstreifen sein, sondern die Banker am Gartenzaun.“
Ebenfalls vor Ort war Björn Wesler, Vorsitzender der „Sag JA! zu Dorsten“. Der Verein macht sich ebenfalls für das gemeinschaftliche Wohl in der Region stark. „Wer interessiert daran ist, dem Verein beizutreten, soll einfach mal zu uns kommen. Wir können immer Mitglieder gebrauchen. Und ihr braucht keine Angst vor dem Mitgliederbeitrag zu haben.“

Viel Humor als Markenzeichen
Wolfgang Bosbach ist für seine humorvollen Bemerkungen und unterhaltsamen Sprüche in der ganzen deutschen Politikwelt bekannt. Auch Donnerstagabend entlockte er mehrere Male ein Lachen aus dem knapp 250 köpfigen Publikum im Treffpunkt Altstadt. Etwa, als er eine kurze Geschichte aus einer Urlaubsreise erzählte.
„Als ich mit meiner Frau in Südafrika war, genauer gesagt in Kapstadt, begegnete ich einer Frau im Fahrstuhl, die mich erkannte und sich sofort bei mir bedankte. „Dass ich Sie hier am anderen Ende der Welt treffe, unglaublich! Danke für ihre Arbeit.“ Erst freute ich mich, doch dann war ich überrascht als Sie sagte: „Die OP ist gut verlaufen Herr Doktor, vielen Dank nochmal.“ Ich wollte mir erst die OP-Narbe zeigen lassen, doch meine Frau stand leider neben mir.“

Was bringt eine Gesellschaft zusammen?
Direkt am Anfang seiner Rede stellte Wolfgang Bosbach folgende Frage: Was bringt das Wir-Gefühl in eine Gesellschaft? Der ehemalige stellvertretende Vorsitzende der CDU Bundestagsfraktion nimmt ein bekanntes kulturelles Ereignis als Beispiel: „Ich kann mich noch gut an die Fußball-WM im eigenen Land erinnern. Die Welt hat uns zugetraut, sowas zu organisieren, aber als sie gesehen haben, wie gastfreundlich wir auch sind, waren viele überrascht. Es hingen Deutschlandflaggen in Deutschland, wo gibt es denn sowas? Solche kulturellen Ereignisse schweißen uns zusammen. Hamburg wollte die Olympischen Spiele austragen, aber die Bevölkerung hat sich dagegen gestellt. Dabei ist es doch schön, die Welt als Gast zu haben.“
Als weiteres Beispiel nennt Bosbach die vielen ehrenamtlichen Helfer: „Außerdem, was vermittelt Gemeinschaft wie kaum etwas anderes? Ehrenamtliche Arbeit! Zwei Drittel der Arbeit wird übrigens von Frauen und Personen ausgeübt, die beruflich angespannt sind und viel zutun haben. Viele denken, dass Leute sich engagieren, weil Ihnen langweilig ist. Dabei ist es eher genau andersrum.“
„Es ist doch schön, die welt als gast zu haben“
Deutschland ist noch in der alten Welt
Wolfgang Bosbach thematisierte nicht nur den gesellschaftlichen Wandel, sondern vor allem den technologischen und industriellen Wandel Deutschlands. „Wir sind noch Teil der alten Welt. Unternehmen wie Meggle, BASF und vor allem Firmen die im Industriesektor groß sind, sind weltweit gefragt. Wir sind nicht ohne Grund die drittstärkste Volkswirtschaft. Aber in der neuen Welt, in den aktuellen Technologien, sind wir kaum vertreten. Es gibt keine deutschen Smartphones, keine großen deutschen Unternehmen mit Einfluss am KI. Amazon ist wertvoller als die 40 größten DAX Unternehmen, was aber vor allem an der Kaufkraft meiner Töchter liegt.“
Mit einem kleinen Schlusswort beendete Wolfgang Bosbach seine Rede: „Nur weil jemand eine andere Meinung als ich hat, ist er nicht mein Feind. Geht immer ordentlich miteinander um.“ Nach der Rede hatte das Publikum noch die Chance, selber Fragen an den Politikveteranen zu stellen. Der offizielle Teil des Abends war hiernach vorbei. Danach gab es noch die Möglichkeit, bei einem kleinen Buffett zusammen zu sitzen und den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.





































