Pendler im Ruhrgebiet müssen sich am Montag, 2. Februar 2026, auf erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Personennahverkehr einstellen. Im Zuge der laufenden Tarifverhandlungen für den Nahverkehr haben die Gewerkschaften zu einem Warnstreik im ÖPNV aufgerufen. Davon ist auch die Vestische Straßenbahnen GmbH betroffen.
Betriebshöfe in Herten und Bottrop bleiben geschlossen
Die Vestische wird den Busbetrieb auf den Betriebshöfen in Herten und Bottrop für 24 Stunden vollständig einstellen. In der Folge kommt es zu massiven Fahrtausfällen in großen Teilen des Kreises Recklinghausen, in Bottrop sowie in Gelsenkirchen. Auch die KundenCenter der Vestischen bleiben an diesem Tag geschlossen.
Diese Buslinien verkehren nicht
Von den Ausfällen betroffen sind zahlreiche Linien. Nicht verkehren unter anderem:
SB24, SB25, die E-Wagen der Linien 39 und 43 sowie die Linien 201, 202, 204, 212, 214, 219, 234, 256 (E-Wagen), 260, 261, 262, 264 und 294.
Vereinzelte Fahrten auf ausgewählten Linien
Da einige Subunternehmen im Auftrag der Vestischen tätig sind und einzelne Linien gemeinsam mit benachbarten Verkehrsunternehmen betrieben werden, kann es vereinzelt zu Fahrten kommen. Dies betrifft voraussichtlich folgende Linien:
ExpressBusse
X13 und X42
SchnellBusse
SB16, SB20, SB22, SB26, SB27, SB36, SB49 und SB91
Stadtbusse
200, 210, 211, 213, 215, 220 bis 227, 229 bis 233, 235 bis 239, 241, 243 bis 247, 249, 251 bis 255, 257, 258, 263, 266 bis 268, 272, 274, 276, 280, 281, 283, 284, 286 und 288
Diese Linien fahren regulär trotz Warnstreik
Voraussichtlich im regulären Betrieb verkehren die Linien S91, die E-Wagen 74 und 88 sowie die Linien 206, 207, 208, 209, 271, 273, 275, 278, 279, 285, 289, 296 und 298.
Zusätzlich fahren ausschließlich E-Wagen auf den Linien 259, 265, 267 und 269. Auch Bedarfsverkehre wie AnrufSammelTaxis und TaxiBusse bleiben im Einsatz.
Keine verlässlichen Fahrplanauskünfte am Streiktag
Aufgrund des kurzfristigen Streikaufrufs und technischer Abläufe ist es laut Vestischer nicht möglich, die tatsächlichen Fahrten am 2. Februar in der Elektronischen Fahrplanauskunft oder in der Vestische App korrekt darzustellen. Fahrgäste müssen daher mit Unsicherheiten rechnen.
Zudem entfallen an diesem Tag sowohl die Mobilitätsgarantie als auch das Pünktlichkeitsversprechen.
Verdi erhöht Druck in Tarifverhandlungen
Hintergrund des Warnstreiks ist der festgefahrene Tarifkonflikt im kommunalen Nahverkehr. Die Gewerkschaft Verdi will mit dem Ausstand den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Bundesweit sind rund 100.000 Beschäftigte in etwa 150 Verkehrsunternehmen betroffen.
In vielen Städten dürften Busse und Bahnen weitgehend im Depot bleiben. Hunderttausende Fahrgäste sind von den Auswirkungen des Streiks betroffen.
Streit um Arbeitsbedingungen im Nahverkehr
In der aktuellen Tarifrunde geht es nicht um Lohnerhöhungen, sondern um den Manteltarifvertrag, der die Arbeitsbedingungen regelt. Verdi fordert unter anderem höhere Zuschläge für Überstunden, Nachtarbeit und Wochenendarbeit sowie Zulagen entsprechend der jeweiligen Entgeltstufe.
Die Gewerkschaft argumentiert, dass Überstunden für Arbeitgeber derzeit günstiger seien als Neueinstellungen und die Beschäftigten unter hoher Arbeitsverdichtung litten. Verbesserte Zuschläge sollen helfen, Personal zu gewinnen und den ÖPNV langfristig zu stabilisieren.
Arbeitgeber sehen keine finanziellen Spielräume
Die kommunalen Arbeitgeber weisen die Forderungen zurück. Sie verweisen auf die angespannte Haushaltslage vieler Städte und Gemeinden. Steigende Ausgaben, sinkende Einnahmen und teils nicht genehmigte Haushalte ließen kaum Spielraum für zusätzliche Kosten. Bereits die Sicherung des Status quo stelle viele Kommunen vor große Herausforderungen.
Ob es in den kommenden Verhandlungen zu einer Annäherung kommt, ist derzeit offen. Für Fahrgäste bleibt vorerst nur, sich auf weitere Einschränkungen einzustellen.




























