Louis Dupré und Franziska Keseling gehörten zu den ersten Neuntklässlern, die das Schulsozialprojekt am Petrinum umsetzten. „Das Projekt war an unserer Schule beziehungsweise generell in Dorsten nahezu unbekannt und wir mussten daher unseren Mut zusammennehmen und uns in Eigeninitiative an verschiedene Vereine wenden. Aber es hat uns auch geholfen, selbstständiger zu werden und mehr Selbstbewusstsein zu erlangen“, erinnert sich Franziska.
Sonia Gayda, Lehrerin am Petrinum, erklärt mir die Idee des Sozialprojektes. „Unsere Schulleiterin Dr. Vera Merge gründete vor fünf Jahren eine Arbeitsgruppe aus Lehrkräften, die überlegte, wie wir unsere Schüler fürs Ehrenamt interessieren könnten.“ Die Idee war einfach: Jeder Neuntklässler absolviert verpflichtend 20, mittlerweile sogar 30 Stunden, gemeinnütziger, sozialer Arbeit pro Schuljahr. „Wichtig war uns der Gedanke, dass wir die Jugendlichen damit aufs echte Leben vorbereiten und sie früh Verantwortung übernehmen können“, so Sonia Gayda.
Sozialprojekt förderte eigene Stärken
Das Projekt bot den jungen Helfern viele Möglichkeiten, eigene Stärken und Interessen zu entdecken. So baute Louis nicht nur in der Schule Möbel auf und war als Medienscout aktiv, er engagiert sich seitdem noch stärker in seiner Gemeinde als Messdiener oder Pfadfinder. Vor allem liegt dem 19-Jährigen das „Café Kunterbunt“ im Pfarrheim der Johanneskirche weiterhin am Herzen.
Franziska Keseling ist seit Jahren aktive Handballspielerin. Ihre Trainingseinheiten im Rahmen des Sozialprojektes waren die Grundlage für das Training, das sie heute weiterhin anbietet. Frei vor einer Klasse zu sprechen, fiel der mittlerweile 17-jährigen Schülerin schon damals nicht schwer, sodass sie Schüler der Klassen fünf und sechs über die Gefahren von Cybermobbing aufklärte. Darüber hinaus initiierte sie ein Projekt gegen Rassismus an der Schule und ist weiterhin aktiv dabei, denn „viele trauen sich erfahrungsgemäß eher, ihre Probleme mit jemandem auf Augenhöhe zu besprechen“, erklärt Franziska.

„Anfangs war es für unsere Schüler nicht so einfach, Möglichkeiten für das soziale Engagement zu finden“, berichtet mir ihre Lehrerin. „Mittlerweile haben wir jedoch ein großes Netzwerk aus verschiedenen Organisationen, die mit uns zusammenarbeiten. Bindend ist jedoch weiterhin, dass die Hilfe weder bezahlt wird, noch innerhalb der Familie stattfindet.“
Auch andere Schülerinnen und Schüler entdeckten durch das Projekt neue Aufgaben für sich. So engagierte sich Aylin Kilic im offenen Ganztag für die Klassen fünf bis sechs. Die 19-Jährige betreute Hausaufgaben, organisierte Spieleangebote drinnen und draußen und gab ihr Wissen weiter. „Ich hatte einfach Lust, Verantwortung zu übernehmen, und außerdem hat es mir wirklich große Freude bereitet“, erzählt sie mir.
Positive Erinnerung
Den fünf Schülerinnen und Schülern ist anzusehen, dass sie diese Zeit als etwas Positives in Erinnerung behalten haben. Sie erinnern sich besonders daran, etwas Sinnvolles getan zu haben. „Durch das Projekt konnten wir aktiv die Gemeinschaft gestalten, sind offener geworden und gehen nun mit offenen Augen, durch die Schule oder die Stadt“, betonen sie übereinstimmend.
Die 15-jährige Nele Hellekamp war anfangs skeptisch, was auf sie zukommen würde. Bereits vor dem Start dieses Projektes hat sie in ihrem Leichtathletikverein mitgeholfen, sich seitdem dort jedoch stärker engagiert. Sie stand zudem bei Schulveranstaltungen wie Schnuppertagen und Sponsorenläufen mit an vorderster Front. Auch bei der Ausleihe von Spielzeug packte sie an und spürte schnell die Wertschätzung, die ihr entgegengebracht wurde.
Ganz besonders skeptisch war anfangs Abdul Elkaasah. Nicht so sehr hinsichtlich des Projektes, sondern, ob er es schaffen würde, neben seinem Fußball auch noch Zeit für das soziale Engagement aufzubringen. Aber durch seine Mithilfe beim Spendenlauf, beim Ehemaligentreffen sowie beim Sommerfest stellte der 16-Jährige fest, dass er nicht nur Zeit erübrigen konnte, sondern dabei auch Spaß hatte. „Und außerdem habe ich dabei Lehrer von einer ganz anderen Seite kennengelernt“, lacht er.




























