Die Zahl der Verkehrsunfälle ist im Jahr 2025 im Kreis Recklinghausen und in Bottrop erneut gestiegen. Das geht aus der aktuellen Verkehrsunfallstatistik hervor, die das Polizeipräsidium Recklinghausen am 11. März veröffentlicht hat. Insgesamt registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 23.998 Unfälle, das sind 923 mehr als 2024. Besonders alarmierend ist die Zahl der Todesopfer: 17 Menschen verloren ihr Leben – so viele wie seit 2018 nicht mehr.
Auch in Dorsten zeigt die Statistik eine steigende Unfallzahl.
Mehr Unfälle, aber weniger schwere Verletzungen
In Dorsten registrierte die Polizei 2.475 Verkehrsunfälle. Das sind 130 mehr als im Jahr 2024, ein Anstieg um 5,5 Prozent. Der Großteil dieser Unfälle endete allerdings mit Sachschäden.
Bei 191 Unfällen mit Personenschaden wurden insgesamt 282 Menschen verletzt oder getötet. Das sind 28 mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig zeigt die Statistik aber auch eine positive Entwicklung: Die Zahl der schwer verletzten Personen sank deutlich von 55 auf 32.
Im Jahr 2025 starben drei Menschen bei Verkehrsunfällen in Dorsten. Im Jahr zuvor waren es noch sechs Todesopfer gewesen.

Kinder besonders häufig betroffen
Besonders auffällig ist der starke Anstieg bei verunglückten Kindern. 51 Kinder waren 2025 in Dorsten an Verkehrsunfällen beteiligt, das sind 31 mehr als im Jahr zuvor. Die Polizei weist allerdings darauf hin, dass solche Entwicklungen auch durch einzelne größere Ereignisse beeinflusst werden können. Im gesamten Polizeibezirk verletzten sich beispielsweise viele Kinder bei Busunfällen.
Auch bei den Seniorinnen und Senioren stieg die Zahl der verunglückten Personen in Dorsten auf 57. Gleichzeitig sank die Zahl der verletzten Radfahrenden deutlich. Insgesamt 58 Radfahrer verunglückten im vergangenen Jahr, deutlich weniger als 2024.
Weniger verletzte Pedelec-Fahrer
Eine positive Entwicklung zeigt sich auch bei den Pedelec-Fahrern. Hier sank die Zahl der verletzten Personen in Dorsten von 41 auf 24. Laut Polizei könnten verstärkte Präventionsangebote und Schulungen eine Rolle spielen. Im vergangenen Jahr hatte die Verkehrsunfallprävention der Polizei gemeinsam mit Volkshochschulen Veranstaltungen für ältere Menschen organisiert, um den sicheren Umgang mit Pedelecs zu trainieren.
Geschwindigkeit bleibt größte Gefahr
Als Hauptursache für schwere Unfälle nennt die Polizei weiterhin überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit. Fast ein Drittel der tödlichen Unfälle im Polizeibezirk geht darauf zurück.
Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen spricht von einem deutlichen Warnsignal:
„So viele Verkehrstote wie seit 2018 nicht mehr – das ist ein Alarmsignal. Hinter jeder Zahl steht ein Mensch, der nicht mehr nach Hause kommt.“

Ein besonders drastisches Beispiel lieferte ein 29-jähriger Autofahrer aus Dorsten, der im vergangenen Jahr in Haltern am See mit 132 km/h in einer 50-km/h-Zone gestoppt wurde. Ihn erwarten 700 Euro Bußgeld, drei Monate Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg.
Mehr Kontrollen im gesamten Kreis
Um die Verkehrssicherheit zu verbessern, hat die Polizei ihre Kontrollen ausgeweitet. 95.472 Verkehrsverstöße wurden 2025 festgestellt – über 16.000 mehr als im Jahr zuvor. Neben Geschwindigkeitskontrollen standen auch Lkw, Motorräder und andere Zweiräder im Fokus.
Auch E-Scooter geraten stärker in den Blick. Mit ihrer steigenden Verbreitung wächst auch die Zahl der Unfälle. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 184 Unfälle mit E-Scootern im Kreis Recklinghausen und in Bottrop.
Die Polizei betont, dass Verkehrssicherheit nur gemeinsam erreicht werden könne. Neben Kontrollen setzt sie weiterhin auf Prävention und Aufklärung.
„Jeder muss seinen Teil zu sicheren Straßen beitragen“, sagt Polizeipräsidentin Zurhausen. „Polizei, Kommunen und alle Verkehrsteilnehmenden.“
Den gesamten Verkehrsunfallbericht 2025 findet man hier.




























