Die Personalausstattung an den Schulen in Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Schulministeriums arbeiten heute rund 12.600 Menschen mehr an den Schulen des Landes als noch vor vier Jahren. Damit verzeichnet NRW den stärksten Personalaufwuchs seit den 1970er Jahren.
Zum Stichtag 1. Juni 2026 entsprach die Personalausstattung an den nordrhein-westfälischen Schulen 166.161 vollbesetzten Stellen. Allein im pädagogischen Bereich, dazu zählen Lehrkräfte, Schulpsychologen, Sozialarbeiter und Schulverwaltungsassistenten, stieg die Zahl um rund 10.410 Stellen. Hinzu kommen mehr als 2.200 Alltagshelferinnen und Alltagshelfer.
Landesregierung verweist auf Rekordinvestitionen
Ministerpräsident Hendrik Wüst sieht die Entwicklung als Erfolg der Bildungspolitik der vergangenen Jahre.
„Gute Bildung gibt es nur mit engagierten Menschen an unseren Schulen. Wir haben in den letzten Jahren viel dafür getan, den Beruf der Lehrerin und des Lehrers noch attraktiver zu machen und so noch mehr Lehrerinnen und Lehrer an unsere Schulen zu holen“, erklärte Wüst.
Als wichtige Maßnahmen nannte er unter anderem die Anhebung der Einstiegsbesoldung auf A 13 für Lehrkräfte an Grundschulen und in der Sekundarstufe I sowie das Handlungskonzept Unterrichtsversorgung. Für den Bildungsbereich stelle das Land in diesem Jahr insgesamt 43,4 Milliarden Euro bereit.
Mehr als 30.000 Neueinstellungen seit 2022
Nach Angaben des Schulministeriums wurden seit Beginn der Legislaturperiode mehr als 30.000 Menschen dauerhaft eingestellt. Darunter befinden sich über 25.000 Lehrkräfte. Weitere Neueinstellungen entfallen auf Fachkräfte in multiprofessionellen Teams, Schulverwaltungsassistenten sowie Schulsozialarbeiter. Ziel sei es, Lehrkräfte im Schulalltag zu entlasten und die Schulen personell breiter aufzustellen.
Schulministerin Dorothee Feller erklärte: „Wir setzen alles daran, mehr Personal für die Schulen zu gewinnen. Dass heute rund 12.600 Menschen mehr an unseren Schulen arbeiten als zu Beginn der Legislaturperiode, zeigt, dass unsere Maßnahmen wirken und wir Schritt für Schritt vorankommen.“
Tausende Stellen bleiben unbesetzt
Trotz des deutlichen Personalzuwachses bleibt der Bedarf an den Schulen hoch. Zum 1. Juni 2026 lag der landesweite Bedarf bei rund 173.934 Stellen. Gleichzeitig waren 4.822 Stellen für dauerhafte Einstellungen unbesetzt. Weitere 2.950 Stellen standen für befristete Vertretungskräfte zur Verfügung. Insgesamt summiert sich die Zahl der offenen Stellen damit auf 7.772.
Gründe für den steigenden Personalbedarf sind laut Ministerium unter anderem höhere Schülerzahlen, der Ausbau des Ganztags, die Stärkung des Gemeinsamen Lernens sowie zusätzliche Unterstützungsangebote zur Verbesserung der Bildungsqualität.
Handlungskonzept soll weiter ausgebaut werden
Grundlage für die weitere Personalgewinnung ist das fortgeschriebene Handlungskonzept Unterrichtsversorgung. Es umfasst inzwischen 34 kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen. Dazu zählen zusätzliche Studienplätze in stark nachgefragten Lehrämtern, erweiterte Möglichkeiten für den Seiteneinstieg sowie Entlastungsmaßnahmen für Lehrkräfte und Schulleitungen.
„Wir werden in unseren Anstrengungen jedoch nicht nachlassen. Unser Ziel bleibt klar: Wir wollen mehr Menschen für den Schuldienst gewinnen, die Unterrichtsversorgung weiter verbessern und die Rahmenbedingungen für Lehrkräfte und Schulleitungen stärken“, betonte Ministerin Feller.




























