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Auf ein Bier mit Axel Stauder

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„Schmeckt dir eigentlich dein eigenes Bier?“, möchte ich von Axel Stauder wissen. „Ja“, antwortet er mir, ohne lange nachzudenken, und prostet mir mit seinem alkoholfreien Stauder-Pils zu. „Früher war das allerdings anders“, schmunzelt er.

Erste Versuche mit Malztrunk

Mit „früher“ meint der heute 58-Jährige seine ersten zaghaften Versuche, das Bier aus der heimischen Familienbrauerei zu probieren. „Da war ich etwa 13 Jahre alt und das Bier war mir viel zu bitter, also habe ich es mit Malztrunk gemischt.“ Er lacht herzlich darüber, dass seine Leidenschaft für gutes Bier offenbar erst wachsen musste.

Aufgewachsen ist Axel im Essener Süden. Dass sich dort vieles um die Privatbrauerei drehte, versteht sich fast von selbst. Schließlich feiert das Familienunternehmen im kommenden Jahr sein 160-jähriges Bestehen. „Früher wusste eigentlich jeder sofort, wer ich bin“, erinnert er sich.

Und natürlich hatten auch seine damaligen Freunde schnell herausgefunden, welchen Beruf seine Familie ausübt. „Den Satz ‚Bring doch mal eine Kiste mit‘ habe ich unzählige Male gehört.“

Der Weg in die Brauerei

Dass er einmal selbst die Brauerei führen würde, war damals allerdings nicht selbstverständlich. Nach dem Abitur studierte er zunächst Brauwesen und Getränketechnologie, ergänzte das Studium anschließend um ein wirtschaftswissenschaftliches Aufbaustudium und sammelte ganz bewusst Erfahrungen außerhalb des Familienunternehmens beim Elektrokleingerätehersteller Braun sowie bei Alnatura.

Axel Stauder, einer der Geschäftsführer der Privatbrauerei Stauder in Essen
Axel Stauder, einer der beiden Geschäftsführer der Brauerei Stauder in Essen. Foto: privat

Während seiner beruflichen Entwicklung blieb die Familienbrauerei jedoch weiterhin ein Thema, denn nachdem sein Vater und dessen Bruder das Unternehmen vier Jahrzehnte geführt hatten, stand Anfang der 2000er-Jahre ein Generationswechsel an. Gemeinsam mit seinem Cousin Thomas stellte sich Axel Stauder viele Fragen, denn der Biermarkt war rückläufig, der Wettbewerb groß und die Entscheidung war somit alles andere als leicht.

„Dennoch entschieden wir uns am 1. Januar 2005 dafür, die Privatbrauerei gemeinsam zu führen. Wir sind in den letzten Jahren sogar gegen den Trend gewachsen“, freut sich der Geschäftsführer.

Eine Brauerei zum Anfassen

Ein Grund dafür war sicher auch, dass das Unternehmen an seinen Werten festhält, gleichzeitig aber auch neue Wege geht. Das beste Beispiel dafür ist das grüne Sofa, das zu einem Markenzeichen des Unternehmens geworden ist. „Mit diesem Sofa wollten wir nahbarer werden und insbesondere jüngere Menschen ansprechen. Dahinter stand der Wunsch, zu zeigen, dass hinter einer Brauerei Menschen stehen.“

Während Axel beruflich seinen Platz in Essen fand, verlagerte sich das Familienleben von Hessen aus nach Dorsten. „Unser zweites Kind war unterwegs und wir haben einen Ort gesucht, der für Familien einfach gut passt. Die Entscheidung fiel uns leicht: Dorsten ist eine attraktive Kleinstadt mit Kitas und Schulen in erreichbarer Nähe sowie einer guten Anbindung über die A31 nach Essen“, erzählt mir der sympathische Dorstener und fährt fort: „Zudem wurden wir hier unglaublich herzlich aufgenommen. Die Offenheit und Kontaktfreudigkeit der Dorstener haben meiner Familie den Start leicht gemacht.“

Dankbarkeit statt Stolz

Gerne spielt Axel mit seiner Frau und seinen drei Kindern Tennis, wenn es seine Zeit zulässt. Dazu kommen Spaziergänge mit dem Hund oder Restaurantbesuche mit Freunden. „Du siehst also“, sagt Axel und muss selbst lachen, „ich führe eigentlich ein ziemlich langweiliges Leben.“ Wir einigen uns schließlich darauf, dass sein Leben nicht langweilig, sondern unspektakulär verläuft. Denn langweilig wirkt Axel Stauder keineswegs. Vielmehr strahlt er eine angenehme Ruhe aus.

„Macht es dich stolz, wenn du den Namen Stauder auf Biergläsern, Sonnenschirmen oder Lastwagen entdeckst?“, möchte ich von ihm wissen. Axel denkt einen Moment nach. „Stolz ist nicht das richtige Wort“, sagt er schließlich. „Dankbarkeit trifft es besser.“

Er ist dankbar dafür, dass eine Familienbrauerei seit fast 160 Jahren ihren Namen trägt. Dankbar dafür, dass sie Krisen, wirtschaftlich schwierige Zeiten und zwei Weltkriege überstanden hat. Und dankbar dafür, dass Stauder seit Generationen eine Heimatbrauerei zum Anfassen geblieben ist.

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