Stellungnahme zu: Kein Tempo 30 mehr auf der Luisenstraße? „Die Stadt will das nicht“
Die Stadt legt als Grundlage für ihre Befürwortung der Wiedereinführung von Tempo 50 die Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der Autofahrer zugrunde. Initiative Zukunft Marienviertel (IZM) plädiert für Beibehaltung der Tempo-30-Zonen.
Dazu teilt Maria Hoffrogge, Sprecherin der Initiative Marienviertel mit:
Samstags morgens vor dem Cafe Spangemacher an der Bismarckstraße: Ein Auto fährt mit holperndem Anhänger in atemberaubendem Tempo (geschätzte 60 km/h) und ohrenbetäubendem Lärm vorbei.
Zur Erinnerung: Hier ist Tempolimit 30 – noch, denn nach Ansicht der Stadt soll dies nur noch zeitlich eingeschränkt gelten. Danach soll man wieder 50 km fahren dürfen. „Endlich!“ werden die einen denken, „Wie kann die Stadt nur!“ eine Menge anderer Bürger, und dies dürften nicht nur die Anlieger sein, sondern auch Bürger, für die der Umweltgedanke nicht nur eine leere Worthülse ist.

Auch auf der angrenzenden Luisenstraße sollen nach der Fertigstellung des geplanten Kreisverkehrs und der Erneuerung der Fahrbahn wieder 50 km gefahren werden dürfen.
Für die IZM ist eine solche Entscheidung nicht nachvollziehbar. Vor zwei Wochen hat Gert Schute von der Anliegergemeinschaft Luisenstraße im Rahmen der 6.Quartierskonferenz der IZM den Wunsch nach einer Beibehaltung von Tempo 30 mit sachlichen und gut nachvollziehbaren Argumenten vorgetragen und dafür viel Beifall geerntet. Zu ergänzen ist das Problem des Ein- und Ausparkens vor dem Caritas Bildungsseminar und dem Cafe Spangemacher, bereits bei Tempo 30 ein schwieriges Unterfangen.
Die Stadt legt als Grundlage für ihre Befürwortung der Wiedereinführung von Tempo 50 die Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der Autofahrer zugrunde. Es wird davon ausgegangen, dass „eine Einbremsung des Verkehrs im gesamten Stadtgebiet letztlich von den Autofahrern nicht akzeptiert würde“.
Standpunkte der IZM
Erstens sind auch Gebiete, in denen sich sogenannte „Vorbehaltstraßen“ zur Entzerrung eines hohen Verkehrsaufkommens befinden, vorrangig Wohngebiete, in denen die Lebensqualität der Bewohner oberste Priorität haben sollte. Zweitens sollte eine in die Zukunft gerichtete Verkehrspolitik implizieren, dass man im Sinne der Umwelt vorrangig die nicht CO 2-ausstoßenden Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer in den Blick nimmt.
Fazit
Es gibt Argumente genug, das Tempolimit beizubehalten, denn auch bei Tempo 30 bleibt eine „Vorbehaltstraße“ eine Alternative für Ausnahmesituationen wie sehr hohes Verkehrsaufkommen, Unfälle etc. auf den Hauptstraßen, bei Tempo 50 aber wird sie sich schnell als normale Durchfahrtstraße mit den bekannten Risiken etablieren.




























