Insgesamt hat der Wolf oder die Wölfe im Schermbecker Wolfsgebiet fünf Pferde/Ponys gerissen – Wolfsbefürworter werfen Pferdehalter mutwilliges Verhalten vor, um eine Entnahme der Wölfe zu legalisieren
In Hünxe scheint es der Wolf auf Ponys abgesehens zu haben. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurde hier im Hünxer Wald binnen von 48 Stunden ein weiteres Pony gerissen und fast komplett aufgefressen. Damit erhöht sich die Zahl der gerissenen Tiere auf fünf Ponys.
Die dritte Nacht in Folge machten sich vermutlich Wölfe über Ponys, beziehungsweise Pferde her. Seit Oktober 2020 wurde nun das fünfte Kleinpferd gerissen. Diesmal am Schwarze Heide Weg in Hünxe.
Das Shetty mit einem Stockmaß von einem Meter weidete mit vier weiteren Ponys gemeinsam auf einer Wiese, rund 100m von der Wohnbebauung entfernt.
„Abends holen wir die Tiere zusammen auf die kleinere Wiese mit Offenstall näher ans Haus“, berichtete Ina Pillekamp, die Besitzerin eines der Tiere.
Shetty über Wiese getrieben
Noch um zwei Uhr in der Nacht sei ein Kontrollgang durchgeführt worden. Alles war in Ordnung. Heute morgen dann habe sie das tote Tier entdeckt. Es lag auf einer benachbarten Wiese.
An der Beschaffenheit des Bodens war deutlich zu erkennen, dass auf der Wiese auf dem die Pferde standen, ordentlich Aktivitäten stattgefunden haben müssen. Da die Stromlitze am Zaun durchtrennt war, gehen Ina und Tim Pillekamp davon aus, dass das Shetty gejagt wurde, bis es 100m weiter zum Erliegen kam, getötet, vollständig ausgeweidet und das Fleisch bis zum Gerippe gefressen wurde. Ein entsetzlicher Anblick.
Das Leben mit den Wölfen bedeutet für sie und ihre Familie deutliche Einschränkungen. „Mit dem Hund gehen wir hier im Wald nicht mehr Gassi- von Spaziergängen mit der Familie ganz zu schweigen“. Sie möchten keinem der Wölfe begegnen und befürchten, dass das in der Gegend durchaus passieren könnte.

Entsetzt sind nicht nur die Pillekamps über Äußerungen von Wolfsbefürwortern die derzeit in den sozialen Medien kursieren und den Tierhaltern unterstellen, die Pferde absichtlich ungeschützt draußen stehen zu lassen, um eine Entnahme der auffälligen Wölfin zu legalisieren.
„Diese Äußerungen finde ich ganz schmutzig“, sagt sie. Die Familie Pillekamp hat sich vom LANUV über einen sicheren Zaun beraten lassen, den sie auch nachrüsten wollen. „Empfohlen wurde uns ein Knotengitterzaun,“ sagt sie und kann das eigentlich nicht verstehen. Denn diese Zäune würden zu Fangzäunen für Pferdebeine – und sind deshalb verboten. Sicher wären ihre Pferde nur im Stall und sie fügt an “Jahrelang haben Tierschützer für eine artgerechte Tierhaltung gekämpft und jetzt müssen wir uns wieder zurückentwickeln“?
Eine kleine Welt für Besucher, Kinder und Pferdefreunde
Besonders in dieser Gegend im Hünxer-Wald sind viele Pferdeställe und Pferdekoppeln angesiedelt. Eine ganz eigene Welt, die viele Kinder aus den Städten, besonders in der Ferienzeit Jahr für Jahr anzieht um „Ferien auf dem Reiterhof“ zu machen.

Wie auch auf dem Reiterhof Reßing. „Ich bin froh, dass nun die Ferien vorbei und somit unsere kleinen Gäste alle abgereist sind. Somit ersparen sie sich wohl solch einen grausigen Anblick. Das ist gut so“, sagt Jörg Reßing am Freitagvormittag. Er sei selber sehr erschrocken darüber, dass binnen kurzer Zeit erneut ein Pony in dieser Gegend gerissen wurde.
Artgerechte Tiehaltung
Der Reiterhof Reßing, aber viele andere Höfe hier in der Umgebung bieten die Möglichkeiten, dass Menschen aus der Umgebung ihre Pferde dort dauerhaft und artgerecht unterstellen oder auch „einstallen“ können.
Im letzten Jahr kamen erstmals die Wölfe
Seit Anfang des Jahres jedoch geht hier schon die Angst unter den Pferdehaltern, aber auch unter den Einstaller rum, dass die Wölfe sich über die Pferde in den Koppeln hermachen (wir berichteten).
Nun ist es passiert und aus Angst vor einem Wolfsangriff haben, so Reßing, die meisten Pferdehalter ihre Tiere schon, was eigentlich für viele Pferderassen nicht tierschutzgerecht ist, eingestallt. „Auch wir werden unsere Tiere nicht mehr auf die Weide Stelle“, so Jörg Reßing.
Wie kann ich meine Pferde schützen. Diese Frage begleitet Jörg Reßing seit Monaten, oder besser gesagt, seit die Wölfin Gloria von Wesel sich dauerhaft im Wolfsgebiet Schermbeck niedergelassen hat. Am Reiterhof konnten im Januar mehrmals drei Wölfe beobachtet werden. „Die Wölfe sind mittlerweile hier bei uns keine Unbekannten mehr, auch nicht bei unseren Pferdehaltern“, betonte Reßing schon im Januar 2021. Der „Hoher Wardweg“ stand beim Jahreswechsel besonders im Fokus des Wolfes.
Nun sind weitgehends die Schafe eingestallt oder so gut geschützt, dass nun die Wölfe sich leichtere Beute, sprich Kleinpferde oder Ponys auf den Weiden aussuchen.




























