Eine Sonderausstellung im Tisa-Archiv erinnert an den Arbeitskampf der Dorstener Bergleute im Jahr 1997. Bei der Eröffnungsfeier zu „25 Jahre Mahnwache“ herrschte großer Bahnhof in der Tisa-Stiftung.

Vergeblich hatten die Bergleute 1997 mit bundesweiten Aktionen versucht, das Aus für den heimischen Bergbau zu verhindern. Tisa von der Schulenburg war dabei. Sie war nicht nur eine Dorstener Künstlerin, sondern für die Bergleute noch viel mehr: Sie war bei der Mahnwache vor 25 Jahren bei den Menschen, mittendrin in ihrem Leben, ihren Sorgen und ihren Ängsten.
Sonderausstellung mit vielen Werken zum Thema
Die Sonderausstellung mit Werken aus dieser Zeit sollen an diese – für viele Bergleute sehr schmerzliche Zeit – erinnern. Gezeigt werden Werke zu diesem Thema. Neben zeitgeschichtlichen Dokumenten kann man etwa Briefe und Zeichnungen von Tisa von der Schulenburg sehen. Auch Bronzefiguren gehören zur Ausstellung.
Rund 100 geladene Gäste waren der Einladung gefolgt. Viele von ihnen hatten diese Zeit hautnah miterlebt. Darunter waren Ratsmitglieder und Bürgermeister Tobias Stockhoff, aber auch Förderer des Tisa-Archivs. Sie hatten sich für die RAG-Stiftung an diesem kulturhistorischen Standort im Schatten des ehemaligen Förderturms stark gemacht.

Angst und Not der Bergleute
In den Jahren von November 1995 bis März 1997 unterstützte Tisa von der Schulenburg den Arbeitskampf der Bergleute. Schwester Paula, wie die Kumpel sie dabei nannten, sprach den Bergleuten der Zeche Fürst Leopold bei ihren Mahnwachen an der Halterner Straße Mut zu. Sie hatte diese Zeit und ihre Erlebnisse überdies in zahlreichen Tusch-Zeichnungen festgehalten.
In seiner Rede erinnerte der Vorsitzende der Tisa-Stiftung Lambert Lütkenhorst an diese Zeit. Er hob dabei die Bedeutung der Zeche für die Stadt Dorsten hervor. Er verdeutlichte noch einmal die Angst und die Not der Arbeitslosigkeit, die alle spürten.

25 Jahre Mahnwache. Nur noch Erinnerungen?
„Wir sind ausgestiegen, aus der einzigen heimischen Energie. Sie rechnet sich nicht mehr, ist ihren Preis nicht wert. Was aber würde Schwester Paula heute denken, wenn die Schubschiffe mit tausenden Tonnen Importkohle von irgendwo her, regelmäßig den Kanal hinaufschippern und uns heute zeigen, wie abhängig wir davon sind?“, fragt sich der Vorsitzende.
Erinnerungen wurden wach, als der ehemalige Dorstener Bergwerksdirektor Jürgen Schwarze und die damalige Betriebsratsvorsitzenden Rudi Brieskorn und Alfons Buddner in der Talkrunde ihre Erlebnisse schilderten. RAG-Aufsichtsratsvorsitzender Peter Schrimpf betonte, dass auch heute noch der Bergbau für die Stadt Dorsten von großer Bedeutung sei. „Hier in Dorsten läuft vieles zusammen, die den Ort und die Menschen verbindet. Der Bergbau hat uns groß gemacht“. Gleichzeitig hob er das gute Zusammenspiel von „Kultur, Kirche und Kohle“ hervor. Dabei habe Tisa immer verstanden, alles miteinander zu verbinden.
„Möge die Mahnwache und auch die Ausstellung in diesen kritischen Zeiten ein positives Zeichen der Solidarität und des Zusammenstehen der Menschen weit über die Grenzen unserer Stadt sein“
Lambert Lütkenhorst

Musikalisch mit Bergmannsliedern untermalt wurde die Eröffnungsfeier dabei von der Bergwerkskapelle Niederrhein.
Öffnungszeiten
Interessierte können sich die Ausstellung bis Mitte Juli ansehen. Die regulären Öffnungszeiten sind Dienstag, Mittwoch und Freitag von 10 bis 12 Uhr, Donnerstag von 16 – 18 Uhr sowie jeden ersten Sonntag im Monat von 11 bis 15 Uhr.





























