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Mord-Anklage gegen Autohaus-Mitarbeiter

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Die Mord-Anklage geht nun vor das Landgericht Münster. (Symbolfoto: Pixabay)

Der Fall erschütterte vor einigen Monaten Raesfeld: In einem Autohaus kam es zu einem Axtangriff auf einen Mitarbeiter. Nun wurde gegen den Tatverdächtigen aus Dorsten Mordanklage erhoben.

Zu dem Angriff kam es in den Mittagsstunden des 11. Juli. Ein 18 Jahre alter Lehrling aus Dorsten soll sich mit einem mitgebrachten Messer und einem Beil bewaffnet haben, um den Juniorchef zu verletzen oder zu töten. Auf dieser vermuteten Tötungsabsicht fußt auch die Mord-Anklage der Staatsanwaltschaft Münster. Auf dem Weg zum Büro des Juniorchefs hatte der Tatverdächtige dann einen anderen Mitarbeiter angegriffen und ihn verletzt, bevor er überwältigt werden konnte.

Angeklagter fühlte sich „ungerecht behandelt“

Der Attacke ging offenbar ein längerer Konflikt voraus. Die Leistungen des 18-jährigen Tatverdächtigen in seiner Ausbildung sollen den Anforderungen der Berufsschule nicht genügt haben. Aus diesem Grund habe es Ende Juni ein kritisches Gespräch mit dem Juniorchef gegeben, in dem dieser den Lehrling vor die Wahl stellte, das erste Lehrjahr zu wiederholen oder die Ausbildung abzubrechen.

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Bei diesem Gespräch fühlte sich der Tatverdächtige laut eigener Aussage „respektlos behandelt“. Er soll dem Betrieb die alleinige Schuld für sein Versagen in der Ausbildung gegeben haben. „Aufgrund dieser Vorstellung soll sich der Angeschuldigte dazu entschlossen haben, den Juniorchef des Autohauses zu töten“, heißt es in der Mord-Anklage.

Mit Axt und Messer bewaffnet

Am Morgen des 11. Juli soll der Angeklagte vor der Arbeit eine Sturmhaube, Handschuhe, ein Messer und ein Beil in seinen Rucksack gepackt haben. Im Autohaus angekommen, habe er sich auf der Betriebstoilette mit der Sturmhaube und den Handschuhen maskiert. Das noch in seiner Schutzhülle steckende Messer und das Beil in Händen, soll er sich dann auf den Weg zum Büro des Juniorchefs gemacht haben.

Zufälliger Zeuge wurde Opfer des Angriffs

Dabei wurde er von einem anderen Mitarbeiter entdeckt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Tatverdächtige „aus Sorge vor einer Warnung des Juniorchefs oder Verhinderung seines Vorhabens“ zuerst auf den zufälligen Zeugen losging. Dieser versuchte zu fliehen, wurde aber von dem jungen Angreifer eingeholt und mit dem Beil am unteren Rücken getroffen.

Tödlichen Hieb gerade noch abgewehrt

Der Zeuge stellte sich daraufhin dem Kampf und habe dem Tatverdächtigen gerade noch rechtzeitig in den Arm greifen können, um einen Hieb auf seinen Kopf abzuwehren. Es kam nun offenbar zu einem Handgemenge, bei dem auch noch ein weiterer Mitarbeiter des Autohauses zu Hilfe kam. Gemeinsam schafften es die beiden Männer, den Tatverdächtigen zu überwältigen und zu entwaffnen. Die herbeigerufene Polizei nahm den jungen Mann fest. Der verletzte Angestellte wurde in einem Krankenhaus behandelt, konnte aber nach kurzer Zeit wieder entlassen werden.

Mord-Anklage geht nun vor das Landgericht Münster

„Der Angeschuldigte hat nach seiner vorläufigen Festnahme angegeben, von dem Juniorchef respektlos behandelt worden zu sein und dass er den Entschluss gefasst habe, diesen zu verletzen“, heißt es in der Anklage. „Auch der von ihm – laut Anklage – angegriffene Zeuge habe ihn ohne Respekt behandelt. Weitere Angaben hat er nachfolgend nicht getätigt.“

Die Staatsanwaltschaft Münster hat nun gegen den 18-jährigen Tatverdächtigen bei der auswärtigen großen Jugendkammer des Landgerichts Münster bei dem Amtsgericht Bocholt Anklage wegen des Verdachts des versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung erhoben. Der Tatverdächtige befindet sich seit dem Angriff weiterhin in Untersuchungshaft.

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