Endlich! Kurze Wege von Hervest in die Feldmark und zurück – Lippebrücke ist offiziell eröffnet

Am Samstag wurde nach fünf Jahren die Brücke über die Lippe in Hervest für den Fuß- und Fahrradverkehr offiziell eröffnet und freigegeben.

Brückenfest Hervest 2019

Hervest. Brücken verbinden. Jetzt endlich, nach gut fünf Jahren, ist am Samstag ein wichtiger Verkehrspunkt, für Fußgänger und Fahrradfahrer, wieder freigegeben.

Damit ist somit nun auch die Teilung der Ortsteile Hervest und Feldmark beendet. Das wurde ausgiebig mit einem aktionsreichen Fest und bei sonnigem Wetter gefeiert.

Brückenfest hervest Brücke eröffnet
Dr. Werner Duismann unterhielt die Besucher mit seiner Drehorgel.

Ein guter Tag für viele. Endlich, sagen auch die hunderten Besucher, die am Samstagnachmittag dem Brückenfest und der offiziellen Eröffnung beiwohnen, welches mit viel bürgerschaftlichen Engagement, wie von den Stadtteilkonferenzen Hervest und der Ideenfabrik Stadtsfeld, organisiert wurde. Schon lange im Vorfeld waren engagierte Bürger auf beiden Seiten der Meinung, die Wiedereröffnung müsse gefeiert werden. Mit diesem Andrang hatten aber auch die größten Optimisten nicht gerechnet.

Brückenfest hervest Brücke eröffnet

Hier gab es Angebote aus Speisen (Ellerbruchtreff und Lebensfreunde) und Getränken (Schützenverein Hervest). 

Kinder konnten sich von den freundlichen Mitarbeiterinnen der Kita Regenbogen schminken lassen, das THW und die zuständigen Feuerwehren aus beiden Stadtteilen öffneten an ihren Fahrzeugen die Gerätefächer und standen für Fragen bereit. Dr. Werner Duismann unterhielt die Besucher mit seiner Drehorgel.

Bedeutung der Brücke

Im offiziellen Teil der Wiedereröffnung erinnerten Norbert Holz (Hervestkonferenz) und Thorsten Hetkamp (Ideenfabrik Stadtsfeld) an die große Bedeutung der Brücke für Dorsten. Wichtig war beiden die vergangenen  fünf Jahre mit allen Verzögerungen, Aufschiebungen und manchmal auch Zähneknirschen hinter sich zu lassen und sich einfach darüber zu freuen, dass die Brücke wieder offen ist.

Für den christlichen Segen sorgte Pastor August Hüsing.

Brückenfest Hervest
Tobias Stockhoff eröffnet die Brücke gemeinsam mit zwei Kindern am Samstagnachmittag in Hervest. Foto: Ideenfabrik Stadtsfeld

„Nach fünf Jahren merkt man, dass die Leute einfach glücklich darüber sind, dass die Brücke wieder offen ist. Menschen werden hier wieder zusammengeführt und freuen sich darüber, dass es wieder eine kurze Verbindung zwischen Hervest und der Feldmark und Stadtsfeld gibt“, sagte Bürgermeister Tobias Stockhoff.

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Picknick an der Lippe mit Blick auf das „blaue Wunder“. Fotos: Petra Bosse

Begegnungsstelle für alle Dorstener

Für die offizielle Eröffnungszeremonie pickte er sich bewusst zwei sehr junge Kinder aus Hervest und der Feldmark raus. Denen erklärte er scherzend, dass, wenn sie sich immer ordentlich die Zähne putzen, erst dann wieder die Brücke saniert werden müsse, wenn beide ein Gebiss benötigen.

Brückenfest Hervest
Freier Blick von oben über die Lippe. Foto: Ideenfabrik Stadtsfeld

„Und das hoffe ich jetzt auch, denn ich merke, dass die Menschen glücklich sind, dass diese Brücke eröffnet wurde und jeder wieder hier rübergehen kann. Das machen auch die hunderten Menschen deutlich, die heute dabei sind. Hier ist eine echte Begegnungsstelle für alle“, so Stockhoff.

Er bedankte sich besonders bei allen, die das tolle Fest zur Eröffnung mit organisiert haben.

Zu den Klängen des Fanfarencorps schritten die Vertreter der beiden Stadtteile nun zum ersten Mal „offiziell“ über die Brücke.

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Fünf Jahren waren eine lange Zeit

Jetzt sei endlich Hervest und Feldmark wieder auf dem kürzesten Weg erreichbar, freut sich auch Thorsten Hetkamp von der Ideenfabrik Stadtfeld, die das Ganze mit organisiert hat. „Wir freuen uns total darüber, besonders, dass wir an diesem Tag das beste Wetter und gleichzeitig ein super Fest feiern können“.

Wie viele andere Anwohner auch zog sich für Thorsten Hetkamp die Zeit bis zur Fertigstellung und der Eröffnung wie Gummi. „Wenn man Kinder hat, sind fünf Jahre eine sehr kurze Zeit. Wenn man aber auf die Eröffnung einer Brücke wartet, sind fünf Jahre eine sehr lange Zeit“.

Damit habe, wie Stockhoff augenzwinkernd hinzufügt, nicht nur Dresden, sondern auch Stadtsfeld ab Samstag sein blaues Wunder.

Brückenfest hervest Brücke eröffnet
Fotos: Petra Bosse

Pendelverkehr funktioniert wieder

Mit der Öffnung steht einem nachbarschaftlichen Besuch in der Feldmark oder umgekehrt, nichts mehr im Wege. Lange Umwege zu Fuß oder mit dem Fahrrad müssen nicht genommen werden. Das Auto kann nun in der Garage stehen bleiben.

Brückenfest hervest Brücke eröffnet
Foto: Petra Bosse

Wie sehr sich die Menschen über die wiedergewonne Abkürzung von A nach B freuten, zeigte sich alleine daran, dass der Pendeverkehr über die Brücke kurz nach der Eröffnungsfeier wieder aufgenommen wurde.

Im weiteren Verlauf des Festes „eroberten“ sich dann die Bürger bei bestem Wetter, Bier und Bratwurst ihre Brücke zurück.

Lob der Organisatoren

Ein besonderes Lob möchten die Organisatoren an dieser Stelle einmal den Besuchern aussprechen. Als der letzte Stand abgebaut, und der letzte Anhänger weggefahren war, gab es keinerlei Dreck oder Vermüllung am Ort der Feier. Dafür ein ganz herzliches Dankeschön an alle.

Rückblick von Thorsten Hetkamp

Die Brücke, die zur aktiven Zeit des Steinkohlenbergbaus in Dorsten den Transport der Kohle sicherte, ermöglichte es den Bürgern auch immer zwischen den Stadtteilen Feldmark und Hervest zu pendeln.

Als 2014 die Brücke aus Sicherheitsgründen geschlossen wurde, bemerkten die Dorstener sehr schnell, was sie an dieser Brücke hatten. Die Umleitung über die Brücke in Dorf Hervest oder der Eisenbahnbrücke weiter westlich kosteten deutlich mehr Zeit als der kurze Gang über die alte Zechenbahnbrücke.

Der damalige Eigentümer (Ruhrkohle AG) erwägte zwischenzeitlich einen Abriss der maroden Brücke. Die Stadt Dorsten war sich aber der herausragenden Bedeutung der Brücke für die Stadtteile Hervest und Feldmark bewusst und ging einen anderen Weg.

Sie erwarb die Brücke und stellte eine Renovierung in Aussicht. Ein Unterfangen, das sich aufgrund verschiedener Probleme insgesamt fünf Jahre hinzog und immer wieder für leidenschaftliche Diskussionen sorgte.

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