31 Fragen stellen wir an die Bürgermeisterkandidaten in Dorsten. Weiter geht es mit der Frage 6 zur Stadtentwicklung und Infrastruktur.
Im Herbst 2025 wird in Dorsten ein neues Stadtoberhaupt gewählt. Sechs Kandidaten stellen sich zur Wahl, mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen, politischen Ausrichtungen und persönlichen Vorstellungen.
Es antworten:
- CDU – Tobias Stockhoff, amtierender Bürgermeister
- SPD – Julian Henning Fragemann
- Bündnis 90/Die Grünen – Claas Römer
- AfD – Jürgen Chmielecki
- Die PARTEI – Boris Benkhoff
- Die LINKE – Maurice Fröhlich

Wie bewerten Sie den aktuellen Umgang mit Flächenverbrauch, Wohnraumentwicklung und Innenverdichtung in Dorsten?
Tobias Stockhoff

„Wir haben in den letzten Jahren Stadtteile mit Baugebieten bedarfsgerecht ergänzt und Lücken sinnvoll geschlossen oder verdichtet. Auf diesem Weg will ich bleiben. Wir brauchen nicht das Riesen-Neubaugebiet an einer Stelle, sondern vernünftige Entwicklung in allen Stadtteilen. Auch Baugebiete aus den 50er- oder 60er-Jahren gilt es weiterzuentwickeln.
Darüber hinaus müssen wir bezahlbaren und zukunftsfähigen Wohnraum schaffen. Hier bieten sich insbesondere die Flächen an, welche uns als Stadt Dorsten gehören. Wir haben als Stadt Dorsten keine Gewinnerzielungsabsicht, sondern wollen Wohnraum auch für die Menschen in Dorsten schaffen, die sich Eigentum nicht leisten können. Dabei ist mir wichtig, dass wir den eigenen Bedarf decken.“
Julian Henning Fragemann

„Bezüglich des Flächenverbrauchs können wir noch besser werden. Insofern ist die Innenverdichtung der richtige Weg. Bezüglich der Wohnraumentwicklung muss endlich der bereits existierende Masterplan Wohnen angegangen werden. Wir brauchen guten und insbesondere bezahlbaren Wohnraum.“
Claas Römer

„Der Flächenverbrauch in Dorsten ist zu hoch. Gewerbeflächen und Wohngebiete sollen weiterhin ausgewiesen werden, aber der Fokus muss stärker auf die Nutzung bereits existierender Brachflächen und eine bessere Innenverdichtung gelegt werden. Die Wohnraumentwicklung muss stärker an den tatsächlichen Bedingungen orientiert sein. Wir brauchen in allen Stadtteilen bezahlbaren Wohnraum, gerade für Familien“.
Jürgen Chmielecki

„Ich habe noch keinen Einblick über die Finanzierung der Stadt Dorsten. Da würde ich mich aber als erstes mit dem Team der Stadt Dorsten heran machen, um zu sondieren, welche Möglichkeiten bestehen.“
Boris Benkhoff

„Kritisch. Für neue Parkplätze fand sich bisher immer ein schönes Plätzchen Natur zum Versiegeln. Das hört auf. Wenn wir versiegeln, dann muss sich das auch lohnen. Bei einem Liebesbrief zum Beispiel. Innenverdichtung ist schon okay. Wir werden allerdings auch nach skandinavischem Vorbild ein Jedermenschsrecht einführen und das gesamte Stadtgebiet zum Kampieren freigeben. Daher muss man eine abschließende Beurteilung der Wohnraumsituation auf die Zeit nach der Einführung verschieben.“
Maurice Fröhlich

„Ich begrüße, dass die Stadt Dorsten sich grundsätzlich von einem Verkauf städtischer Flächen hin zu einem erbbaurechtlichen Modell entwickelt hat. Das sichert langfristig die kommunale Kontrolle über die städtische Entwicklung. Dennoch sieht man in den geplanten und umgesetzten Wohnneubauten immer noch einen eklatanten Mangel an Sozialwohnungen oder sonst bezahlbarem Wohnraum.
Es muss darauf geachtet werden, den Neubau von Einzelheimen zu reduzieren und eine gesunde Mischung zwischen unterschiedlichen Mietpreissegmenten zu gewährleisten, damit jeder in Dorsten eine bezahlbare Wohnung finden kann. Und das Interesse ist da: Es wollen deutlich mehr Menschen nach Dorsten ziehen, als dafür adäquater Wohnraum zur Verfügung stehen würde. Ich setze mich außerdem ein für die Neunutzung bereits verdichteter Flächen und für eine schärfere Prüfung von Neuversiegelungen in biologisch wertvollen Regionen.“
Morgen stellen wir die Frage: Welche Pläne haben Sie für die Entwicklung einzelner Ortsteile wie Wulfen, Holsterhausen, Hervest oder Rhade?
Hinweis der Redaktion: Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach der aktuellen Sitzverteilung im Gemeinderat und entspricht zugleich der späteren Reihenfolge auf dem Stimmzettel gemäß § 32 der Kommunalwahlordnung NRW.




























