DIE PARTEI sucht mögliche Kandidaten für den Dorstener Stadtrat. Politikinteressierte Bürger fallen aber nun mal nicht so vom Himmel.

Deshalb lädt DIE PARTEI alle politikinteressierten Bürger zu einem öffentlichen Casting am Samstag, 8. Februar um 19 Uhr in das Begegnungszentrum in Hervest „DAS LEO“ ein.

Die Partei Dorsten lädt zum Casting ein
Der Vorstand v. l.: Janina Schult, Simon Rodriquez Gracia, Ingo Lilienthal und Lisa Tislner

Der Grund ist einfach: Sie möchten durch ihr Casting geeignete Kandidaten für den Realo-Flügel für die anstehende Kommunalwahl 2020 im September finden. Ihre Ziele sind klar gesteckt. „Wir werden dann in den Dorstener Stadtrat einzuziehen“.

Und das sei durchaus machbar, sagen unisono die derzeitig aktiven Mitglieder Ingo Lilienthal, Lisa Tilsner, Janina Schult und Simon Rodriquez. Allerdings werden schon die passenden Fragen gestellt, die eine Jury dann am Ende auswertet. Eine Doppelmitgliedschaft sei außerdem kein Problem und erlaubt.

Die Partei Dorsten
Kurz vor der Ortsverinsgründung im Sommer 2019

22 Dorstener Wahlbezirke

Derzeit besteht der Ortsverein aus rund sechs bis sieben Mitgliedern und einigen Karteileichen. Diese paar Leute reichen bei weiten nicht aus, um überhaupt an der Kommunalwahl teilzunehmen, geschweige denn, überhaupt einen Kandidaten für den Stadtrat zu gewinnen. Deshalb sei das Ziel, um überhaupt bei der Kommunalwahl anzutreten und um möglichst viele von den 22 Dorstener Wahlbezirken zu besetzen, fähige Leute mit Visionen und Spaß an der Kommunalpolitik zu finden.

Die Partei Dorsten Werbung Kommunalwahl Dorsten
Plakatwerbung in eigener Sache zur Kommunalwahl 2020. Zeichnung: Boris Benkhoff

Die Chancen, so Lisa Tilsner, um die benötigte neu festgesetzte 2,4 Prozent-Hürde zu knacken, sei gut, zumal auch 16-Jährige wählen dürfen. Warum auch nicht, denn immerhin schaffte es DIE PARTEI des Satirikers Martin Sonneborn bei der Europawahl auf Anhieb, mit zwei Abgeordneten ins EU-Parlament einzuziehen.

DIE PARTEI kann auch richtig

Kommunalpolitik sei nicht nur was für etablierte Parteien. Diese Meinung vertreten die Mitglieder des Ortsverbands von DIE PARTEI Dorsten. Und wer bis dato glaubte, DIE Partei mache keine Politik, dann sei das, wie Simon Rodriquez betont, falsch rübergekommen.

„Wir machen schon Politik, aber mit satirischen Mitteln, wodurch man halt eine größere Öffentlichkeit erreicht, als mit der jetzigen konservativen und etablierten Politik“.

Stolpersteine reinigen Die Partei Dorsten
DIE PARTEI kann auch ernst. wie beim Stolpersteine reinigen

Die PARTEI möchte sich für ein neues Klientel und für neuen Zielgruppen öffnen, die vielleicht nicht diese politischen Mitwirkungsmöglichkeiten haben, dafür aber jede Menge Ambitionen. „Wir brauchen Leute, die in die Stadt gehen und Politik machen“, so Ingo Lilienthal. Eine gute Gelegenheit für alle Politikverdrossen, nun einmal ihren Namen auf einer Kandidatenliste stehen zu sehen.

Wir schaffen Möglichkeiten

Politikverdrossenheit sei immer wieder ein Thema, „wir aber schaffen Öffentlichkeit für ein neues Klientel und eine Zielgruppe, die vielleicht nicht diese politische Mitwirkungsmöglichkeit hat, die aber durchaus Ambitionen haben, nur aber halt wenig Möglichkeiten, diese auch irgendwo einzubringen“, so Rodriquez. Und für diese Leute sei DIE PARTEI genau richtig. „Keiner will in eine etablierte Partei eintreten und dort erst mal 40 Jahre Plakate kleben, bis er irgendwann mal seine Vorstellungen und Ansichten in die Praxis umsetzen darf. All diejenigen, die sich an dieser Stelle nicht abgeholt fühlen, sind bei uns herzlich willkommen“.

Wahlprogramm ?!?

Und dann habe man sich natürlich auch schon über das Wahlprogramm Gedanken gemacht, wie Ingo Lilienthal hinzufügt:
1. Stadt an der Ampel. Mehr Zeit als an der Lippe.
2. Stau in Dorsten zum Weltkulturerbe
3. Pfandring
4. Der Kreis Dorsten – Schermbeck wird eingemeindet und
5. Lippefähre Baldur im Winter wird durch ein Katapult ersetzt.

Noch nicht ganz ausgereift seien die Themen Hüpfburg zum Landen in Maria Lindenhof, Mercaden zum Bällebad und Burka-Pflicht für Radarfallen.

Die PARTEI Dorsten Anzeige AFD wegen Karikatur
Mit diesem Mecki-Plakat sorgte die PARTEI im Mai für Aufregung

Rodriques will in den Stadtrat

Die größten Ambitionen noch in diesem Jahr in den Stadtrat einzuziehen, hat Simon Rodriquez. „Ich habe lange Zeit im Jugendhilfeausschuss gesessen und ich kenne bereits die politische Arbeit in den Gremien, die lokalpolitisch in der Stadt vorkommen und war lange Mitglied der Spezial-demokratischen Partei Deutschlands“, so Rodriquez. Außerdem sei es nichts Neues, dass sich der Realo-Flügel von „DIE PARTEI“ in vielen Lokalparlamenten schon eingebracht und auch teilweise durchgesetzt habe. „Durch uns können sich dann schon bestimmte Mehrheitsverhältnisse ändern, die in den Stadträten vorhanden sind, und man kann sich durchaus einbringen und Dinge verändern“.

Einen Seitenhieb auf die AfD gab es natürlich auch. „Und alleine schon darum möchte ich in den Stadtrat, um den neben mir sitzenden AfD-Politiker heimlich ins Knie zu kneifen und zu sehen, wie der vor Wut in sein NSDAP-Parteibuch beißt. Da hätte ich schon Bock drauf“, fügt Rodriquez hinzu und kann sich ein Lachen dabei nicht verkneifen.

Petra Bosse

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