Fördergerüst auf Zeche Leopold strahlt in die Zukunft

Die 2,1 Millionen Euro teure Sanierung ist nach zwei Jahren planmäßig beendet. Ab sofort setzt eine Lichtinstallation das 42 Meter hohe Denkmal jeden Abend in Szene.

Laserlichter simulieren Förderseile

Die Illumination des Industriedenkmals wird ab Freitag in einem weißen Licht erfolgen. Das soll den edlen weiß-grauen Farbton des Fördergerüsts besonders zur Geltung bringt. Die Laserlichter simulieren die Förderseile, die hier einst von den Seilscheiben ins Maschinenhaus führten. Darauf verständigten sich Stiftung, Stadt und Untere Denkmalbehörde. Die getroffene Farbwahl, die Auswahl der Zeitabschnitte und eine mögliche Beleuchtung zu besonderen Anlässen auch in anderen Farben müssen noch abgestimmt werden.

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(v.l.n.r.): Dieter Dressler (Böll Architekten), Paul Georgi (Technischer Leiter Industriedenkmalstiftung), Christian Mentrup (LichtWERK) Tobias Stockhoff (Bürgermeister Stadt Dorsten), Ursula Mehrfeld (Geschäftsführerin Industriedenkmalpflege), Angela von Hall (Untere Denkmalbehörde Dorsten) und Heinrich Böll (Böll Architekten) verständigten sich auf den weißen Farbton für die Beleuchtung. Foto: Markus Bollen. Foto. Markus Bollen

24 LED-Strahler- vier Laser- wochentags ab Eintritt der Dämmerung bis Mitternacht- samstagsnachts bis zwei Uhr

„Zeugnis unserer stolzen Bergbau-Geschichte“

„Mit der Illumination erhält Dorsten im Wortsinne einen neuen Leuchtturm“, zeigt sich Bürgermeister Tobias Stockhoff begeistert. Denn das Fördergerüst und die Maschinenhalle würden „nicht nur unseren Zechenstadtteil Hervest, sondern die gesamte Stadt prägen“. Beide seien „ein wichtiges Zeugnis unserer stolzen Bergbau-Geschichte“. Dass Laserlichter zwischen Gerüst und Maschinenhaus die Förderseile simulieren, mache „diesen Teil der Stadtgeschichte auch für unsere Kinder und Enkelkinder anschaulich“.

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Fürst Leopold aktuell: Foto: Klaus-Peter Schneider

Viel Handarbeit war erforderlich

Das Fördergerüst der Zeche Leopold markiert den Förderschacht 2, der hier einst 1034 Meter in die Tiefe führte. Zwei Jahre dauerte seine Sanierung. Dazu war das Denkmal zeitweise komplett eingehaust. Hinter der Plane erfolgte Stück für Stück mittels moderner Lasertechnik die Begutachtung der Stahlkonstruktion. Viel Handarbeit war erforderlich. Das Gerüst musste abgestrahlt werden. Geschädigte Trägerteile wurden denkmalgerecht ausgetauscht, Korrosionsschutz und Farbe aufgebracht.

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Zeche Fürst-Leopold vor Sanierung. Foto: Klaus-Peter-Schneider

„Erhalt nun für viele Jahre gesichert“

Die Sanierung erfolgte aus Mitteln der Städtebauförderung des Bundes und des Landes in Höhe von 2,1 Millionen Euro. „Der Erhalt des denkmalgeschützten Fördergerüsts ist durch die umfängliche Sanierung nun für viele Jahre gesichert“, erklärt Ursula Mehrfeld, Geschäftsführerin der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, Eigentümerin der Zeche Fürst Leopold.

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Während der Sanierung war das Denkmal zeitweise komplett eingehaust. Fotos: Markus Bollen

Historische Daten zum Fördergerüst

Das Fördergerüst und die dazugehörigen Doppelfördermaschinenhäuser entstanden in den Jahren 1912 bis 1914. Das eingeschossige Einstrebengerüst der Bauart Promnitz 2 ist in Fachwerkbauweise mit vier nebeneinander liegenden Seilscheiben konstruiert. Die technisch-historische Ausstattung in den Maschinenhäusern ist bewahrt: Zwei Zwillingstandemfördermaschinen aus derselben Zeit mit zwei Maschinenführerständen und handbetriebenen Kranbahnen. Im Inneren der Gebäude sind historische Wand- und Bodenfliesen erhalten.

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Ab Freitag wird die Illumination des Fördergerüstes in einem weißen Licht erfolgen. Foto: Markus Bollen

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