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Dürre: Juli einer der trockensten Monate seit 130 Jahren

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Im August 2018 fiel die Emscher-Mündung in Dinslaken nach acht Wochen ohne nennenswerten Regen trocken. Foto: Andreas Fritsche/EGLV

Keine guten Nachrichten für die Lipperegion: Der vergangene Juli war einer der trockensten seiner Art seit 130 Jahren. Dabei ist die Dürre nicht neu. Seit sechs Jahren in Folge ist es in der Region viel zu trocken.

Seit 130 Jahren zeichnen Emschergenossenschaft und Lippeverband für die Gebiete entlang der beiden Flüsse die monatlichen Niederschläge auf. Fünf Messstellen gibt es an der Emscher, sechs an der Lippe. Auf diesen Datenschatz können die Wasserwirtschaftsverbände zurückgreifen, um Niederschlagsmengen zu vergleichen und Entwicklungen zu analysieren. 2022 ist das sechste Wasserwirtschaftsjahr (ein Wasserwirtschaftsjahr geht jeweils von November bis Oktober des folgenden Kalenderjahres) in Folge, das zu trocken ist. Der Juli 2022 schaffte es mit seiner Dürre sogar im Vergleich in die Top 10 der trockensten Monate.

Weniger als die Hälfte des Durchschnitts an Regen

Meistens sind Rankings und Platzierungen unter den ersten Plätzen etwas positives, doch diese Top-10-Meldung ist für die Experten der Wasserwirtschaftsverbände kein Grund zur Freude: Der Juli erreichte im Gebiet der Emschergenossenschaft den achten Platz der trockensten Monate im Vergleich aller Juli-Monate seit 130 Jahren.

Im Durchschnitt fallen seit Beginn der Aufzeichnung im Juli 83 Millimeter. Doch 2022 waren es lediglich 32 Millimeter und damit weniger als die Hälfte des langjährigen Durchschnitts! Im Gebiet des Lippeverbandes schaffte es der Juli sogar auf Platz sechs der trockensten Juli-Monate im 130-jährigen Vergleich. Der Durchschnittswert liegt bei 81 Millimeter, tatsächlich gefallen sind 36.

Auch an der Lippe viel zu trocken

Damit setzt sich der Trend des bisherigen Wasserwirtschaftsjahres fort. Zwar lag die Menge der Niederschläge im April im Durchschnitt und der Februar war sogar besonders nass, aber insgesamt ist es viel zu trocken. Im Bereich des Emschereinzugsgebiets fielen bis einschließlich Juli 456 Millimeter – der Durchschnittswert seit Beginn der Aufzeichnung liegt bei 591 Millimeter. Auch an der Lippe ist das Jahr zu trocken: 422 Millimeter fielen, 564 sind der Durchschnitt.

Einige Nebenläufe bereits ausgetrocknet

Starkregen und das daraus resultierende Hochwasser prägten die Wahrnehmung der Öffentlichkeit zur Wetterlage des vergangenen Jahres. Doch der langjährige Vergleich zeigt: Auch 2021 war insgesamt zu trocken. Als besonders trockene Jahre stachen bisher 2018 und 2019 heraus. Wie schlägt sich das aktuelle Jahr dazu im Vergleich? Bisher ist das Wasserwirtschaftsjahr 2022 sogar noch trockener als 2018 und 2019.

Doch Niederschläge im Vormonat sorgten dafür, dass die Pegelstände zum Beispiel des Phoenix Sees in Dortmund oder des Rotbach Stausees in Dinslaken noch nicht die Tiefstände der trockenen Vorjahre erreicht haben. Mit Blick auf die Fließgewässer sind einige Nebenläufe bereits trockengefallen.

Doch das muss nicht unbedingt außergewöhnlich und schädlich sein! Einige Flüsschen fallen jedes Jahr im Sommer trocken, sodass Tier- und Pflanzenwelt dort perfekt auf diese wechselhaften Bedingungen eingestellt sind. Doch generell ist davon auszugehen, dass Niedrigwasser und Trockenheit zunehmen werden und sich die Gewässer dadurch verändern können.

Nicht begradigte Bäche und Flüsse sind widerstandsfähiger gegen Trockenheit. Foto: Archiv

Naturnahe Gewässer sind widerstandsfähiger gegen Dürre

Besonders widerstandsfähig gegen das Trockenfallen und vor allem mit einer guten Chance für eine schnelle neue Stabilisierung von Fauna und Flora sind übrigens naturnahe Bäche mit Totholz, Beschattung durch Sträucher und Bäume am Ufer sowie Restwasserflächen. Mit zahlreichen bereits abgeschlossenen und noch geplanten Renaturierungsprojekten entlang beider Flüsse erhöhen Emschergenossenschaft und Lippeverband daher die Widerstandsfähigkeit der Gewässer gegen die Folgen des Klimawandels.

Oliver Borgwardt
Oliver Borgwardt
Überzeugter Schreiber und Geschichts-Nerd: Seit über 20 Jahren ist Oliver Borgwardt zwischen Münsterland und Ruhrgebiet mit Stift und Zettel unterwegs. Nebenbei arbeitet er als Geschichtsdarsteller mit Museen zusammen und sammelt Eier aus dem Hühnerstall. Als Chefredakteur ist er seit Anfang 2022 bei den Heimatmedien. Kontakt: oliver.borgwardt[at]heimatmedien.de

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