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Einsamer Saxophonspieler und stolzer Sohn – Menschen in Dorsten

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Hektik, Eile, dichtes Gedränge, elektronische Musik und viele Menschen in der Stadtmitte. So präsentierte sich die Dorstener Innenstadt am Freitagabend.

Nur ein Mann suchte bewusst die Einsamkeit und seine eigene Bühne, versteckt und weit ab von den Menschenmassen. Er stand unter dem Adventskranz am Recklinghäuser Tor und spielte aus vollem Herzen auf seinem Saxophon. Grund für die gesuchte Einsamkeit war, dass er hier sein erstes öffentliches Konzert gab und während seines Spiels Zeit, Raum und Umgebung völlig vergaß.

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Wenig Zuhörer

Während die Stadt noch voll von shoppenden Menschen war, die  an der Eisbahn standen und sich bei Glühwein und Bratwurst vergnügten, suchte ein Musiker bewusst die Einsamkeit unter dem großen Adventskranz am Recklinghäuser Platz, um auf seinem Saxophon zu spielen. Unbeirrt davon, dass nur wenige Leute seinem Spiel lauschten, spielte der Dorstener Ralf Ulinski voller Hingabe und Inbrunst auf seinem Instrument einen bunten Mix aus Weihnachtsliedern und bekannten alten Schlagern, musikalisch begleitet von Rhythmen aus der Konserve.

Voller Bewunderung

Bis auf auf wenige, eilig vorbeilaufende Menschen, die kurze Zeit verwundert Ausschau hielten, wo denn die Musik herkommt, stand Sohn Marvin während der ganzen Zeit an der Seite seines Vaters und lauschte gedankenverloren dem Klang des Saxophons. „Dass er sich so etwas zutraut, hier so alleine auf dem Platz zu spielen, finde ich sehr bewundernswert, denn immerhin macht er sich dadurch sehr angreifbar“, sagte Marvin gerührt über den großen Mut seines Vaters.

Schöne Kulisse

Bewusst die Einsamkeit habe sich der Vater, der vor drei Jahren mit dem Saxophonspielen anfing, ausgesucht. „Ich habe meinem Vater gesagt, dass er doch mehr in der Innenstadt spielen soll. Dies lehnte er strikt ab. Er wollte einfach nur eine schöne Kulisse haben und seine Lieder spielen“, fügte der 27-Jährige hinzu.

Für den verstorbenen Vater

Für den 53-jährigen Ralf Ulinski, der sich das Spielen auf dem Saxophon selber beigebracht hat, war dies nicht erste öffentliche Auftritt. Bereits vor vielen Jahren habe er schon einmal ganz alleine in der Öffentlichkeit gespielt. „Das war nach der Beerdigung seines Vaters. Da hat er so lange auf seinem Instrument ein Stück eingeübt, bis er das auf der großen Waldbühne in Bottrop für seinen verstorbenen Vater spielen konnte“, verriet uns der Sohn. 

 Und dass noch nicht jeder Ton hundertprozentig saß, störten weder Vater Ralf noch Sohn Marvin. „Ich bin jedenfalls sehr stolz auf meinem Vater“, gestand der Sohn, der sich dann doch darüber freute, als sich noch einige Zuhörer einfanden und dem Spiel seines Vaters zu lauschten. 

Petra Bosse

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