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Erstklässler können ohne Untersuchung eingeschult werden

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Wenn am 12. August die Schule beginnt, können Erstklässler auch ohne Schuleingangsuntersuchung starten

Grundschulen geben Gesundheitsamt Hinweis, wenn Nachholbedarf besteht. Seit März sind Schuluntersuchungen bedingt durch die Corona-Pandemie ausgesetzt

Kreis Recklinghausen (pd). In diesem Jahr ist vieles anders. Durch die Corona-Pandemie gilt das auch für die Schuleingangsuntersuchung, die jedes Kind normalerweise vor dem ersten Schultag an einer Grundschule absolviert.

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Seit März mussten die Untersuchungen im Kreis Recklinghausen ausgesetzt werden. Denn: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kinder- und Jugendgesundheitsdienst wurden im Gesundheitsamt zur Bekämpfung der Corona-Pandemie eingesetzt.

Eltern werden informiert

Aktuell findet zwar wieder eine hohe Zahl an Untersuchungen statt, es werden aber nicht alle bis zum Schulstart am 12. August nachgeholt werden können. „Wir haben uns mit dem Schulamt und den Grundschulen im Kreisgebiet darüber verständigt, dass Kinder auch ohne vorangegangene Untersuchung eingeschult werden“, erklärt Dr. Wiebke Selle, Ressortleiterin des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes beim Kreis Recklinghausen. 

Ob eine Schuleingangsuntersuchung im Nachgang stattfinden wird, liegt im Ermessen der Schule. Diese würde nach Rücksprache mit den Eltern den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst auffordern, die Untersuchung nachzuholen.

„Darüber informieren wir alle Eltern in einem Brief, zusätzlich versehen mit dem Hinweis, dass man sich natürlich mit allen Rückfragen an uns wenden kann“, so Dr. Selle.

Gleichzeitig wurden die Grundschulen gebeten, auf Auffälligkeiten zu achten. „Es ist wichtig, dass wir in dieser besonderen Zeit Hand in Hand arbeiten. Die Lehrkräfte an den Schulen sind es, die die Kinder täglich sehen.“ Sollten sie etwas bemerken, geht eine Rückmeldung an den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst, der wiederum das Kind zur nachträglich Schuleingangsuntersuchung einlädt.

Schulspiel kann Hinweise auf Auffälligkeiten geben

Gleiches gilt, wenn die Grundschulen bereits beim sogenannten „Schulspiel“ für den Jahrgang 20/21 einen Anlass sehen, dass ein besonderes Auge auf ein Kind geworfen werden sollte. Das Schulspiel ist ein pädagogischer Vorschultest, bei dem die Kinder spielerisch Stationen durchlaufen.

Lehrer beobachten die Kinder dabei und sehen, inwieweit Eigenschaften wie Motorik, Wahrnehmung, Konzentration oder Sozialverhalten ausgeprägt sind. Das Schulspiel findet bereits einige Zeit vor dem ersten Schultag statt. „Für unsere Planung ist es hilfreich, wenn wir bereits aus dem Schulspiel Erkenntnisse übermittelt bekommen.“ Die Grundschulen seien erfahrungsgemäß sehr sensibel und wenden sich an den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst, wenn sie auch dort Auffälligkeiten bemerken. „Niemand weiß, wie sich die Corona-Situation entwickeln wird. Darum haben wir natürlich auch schon den nächsten I-Männchen-Jahrgang im Blick, der teilweise schon im November am Schulspiel der Grundschulen teilnehmen wird.“

Die Schuleingangsuntersuchung

Mit der Einschulung von Kindern ist in Deutschland die Schuleingangsuntersuchung verbunden. Die Einschulungsuntersuchungen werden in den Gesundheitsämtern nach einem einheitlichen Standard durchgeführt und bestehen aus ausführlicher Anamnese, einer körperlichen Untersuchung, bei der zum Beispiel das Hören, Sehen, Größe, Gewicht, Haltung und Beweglichkeit untersucht werden sowie der körperliche, geistige und soziale Entwicklungsstand des Kindes.

Diese Untersuchungen dienen dazu, die Gesundheit und den Entwicklungsstand eines Kindes einzuschätzen. Manchmal zeigen sich bei der Schuleingangsuntersuchung bisher unbekannte Befunde oder Beobachtungen. Diese werden mit den Eltern besprochen und an die jeweilige Grundschule übermittelt. So ist es möglich, dass die Lehrerinnen und Lehrer den besonderen Bedarf eines Kindes vom ersten Schultag an berücksichtigen können.

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