Gärtnern mit Kindern

Erinnern Sie sich auch noch, wie wir in den Gärten unserer Großeltern die Möhren frisch aus dem Beet gezogen, die Erde grob an unseren Hosen oder Kleidchen abgewischt und dann herzhaft in die Karotte gebissen haben? Hören sie jetzt gerade, wie ich auch, im Geiste das Knacken des frischen Gemüses?

Die heutige Jugend würde diese Erfahrungen sicherlich auch gerne machen. Es gehört gar nicht viel dazu, sie für das Gärtnern zu begeistern. Sie lernen dabei nicht nur verschiedene Gemüsesorten kennen, vielleicht probieren sie sie auch und mögen sie sogar. Darüber hinaus erleben sie den Wechsel der Jahreszeiten, übernehmen Verantwortung und lernen, die Natur auf spielerische Weise zu schätzen.

Mit allen Sinnen den Garten genießen

Schon im frühen Alter können die Kleinen dabei sein, wenn Sie selbst im Garten arbeiten. Vergessen Sie dann doch einmal ihre Gartenarbeit und seien Sie selbst wieder Kind. Nehmen Sie sich die Zeit zu erklären, zu forschen oder Insekten zu beobachten. Lauschen Sie den Tiergeräuschen im Garten oder probieren sie bewusst, wie verschiedene Beeren oder Gemüsesorten schmecken oder riechen.

Wann haben Sie zum letzten Mal Erde an ihren Händen gespürt? Gefühlt, wie sich Erde gemischt mit Wasser anfühlt? Entdecken Sie doch wieder zusammen mit ihren Kindern die Natur mit allen Sinnen. Räumen Sie dazu Ihre Blumenbeete nicht einfach leer. Sie finden dort zusammen mit Ihren Kindern reichlich Möglichkeiten, sich zu beschäftigen: mit Blättern, Blüten, Ästen oder Steinen, aber auch mit Regenwürmern oder Käfern, die die Kleinen unter Ihrer Aufsicht über ihre Hände laufen lassen.

Kinder können im Garten viel entdecken. Foto: Pexels

… und plötzlich schmeckt auch Gemüse

Irgendwann äußern die Jüngsten vielleicht Wünsche nach einem eigenen kleinen Beet, das sie selber pflegen möchten. Dafür eignet sich eine kleine abgesteckte Fläche oder auch ein Hochbeet mit pflegeleichten Pflanzen, Obst oder Gemüse, das Kinder mögen. Da jedoch Kinder ihre Umwelt mit allen Sinnen erforschen, sollten Sie hier darauf achten, nur pflegeleichte, robuste und vor allem ungiftige Pflanzen zu wählen.

Bereits im Frühjahr starten Sie dann gemeinsam mit der Arbeit im Garten. Radieschen und Möhren können direkt ins Beet gesät, Cocktailtomaten, Snack-Gurken oder Kohlrabi vorgezogen gepflanzt werden. So können Sie im Sommer bereits ihre Ernte direkt frisch aus dem Beet genießen. Die Grundlage für ein blühendes Beet im frühen Sommer bilden Blumenzwiebeln, die im Herbst gelegt werden und auch im Winter gibt es Möglichkeiten, Kinder im Garten zu beschäftigen. Beliebt bei Kindern ist es zum Beispiel, Vogelfutter herzustellen, zu verteilen und natürlich auch zu beobachten, wer sich so alles hungrig am Futterhaus einfindet.

Der Balkon-Gärtner

Aber auch auf dem Balkon können kleine Gärtner beschäftigt werden. Viele Gemüse-und Obstsorten oder Blumen wachsen auch sehr gut in Kübeln oder Balkonkästen. Cocktailtomaten oder Monatserdbeeren eignen sich hierfür sehr gut zum Naschen, fertige Samenmischungen im Balkonkasten können hingegen zur kleinen Insektenwiese werden.

Selbst die Fensterbank bietet Möglichkeiten, das Wachstum verschiedener Pflanzen zu beobachten. Kresse ist hierfür wohl das bekannteste Kraut. Aber auch aus Gemüseresten können die Kids neue Pflanzen ziehen. Dazu einfach den oberen Teil der Möhren oder Radieschen abschneiden, in Wasser legen und beobachten, wie neues Grün wächst.

Wer für die selbst hergestellte Marmelade Beeren aus dem eigenen Garten gepflückt hat, der wird den Geschmack auf dem Brötchen noch mehr lieben. Wer über die Nützlichkeit der Insekten Bescheid weiß, der wird sie schützen, statt sie zu töten. Und wer Gemüse selbst pflegt, der wird die Arbeit, die dahintersteckt, kennen und Lebensmittel sicher nicht mehr so leichtfertig wegwerfen. So werden aus Kindern von heute engagierte Naturschützer von morgen.

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martina jansen
Hallo, ich bin Martina Jansen. Meine Heimat ist das Monatsmagazin „Lokallust“, aber da wir mit den „Heimatmedien“ eng zusammenarbeiten, richte ich mich seit einiger Zeit nun auch hier als freie Mitarbeiterin häuslich ein. Als nicht gelernte Redakteurin schreibe ich aus dem Bauch heraus und lasse dabei unbewusst, gerne aber auch ganz bewusst, redaktionelle Regeln aus. Soll heißen: Ich schreibe so, dass ich auch verstanden werde. Gerne treffe ich mich mit Menschen aus Dorsten, Schermbeck oder Raesfeld, die ein verrücktes Hobby haben, ehrenamtlich tätig sind oder einfach „gut drauf“ sind, also mit Menschen wie du und ich und bin jedes Mal darauf gespannt, welche Geschichte am Ende dabei herauskommt.