StartGeschichteGedenken an die Opfer des Nationalsozialismus im Jüdischen Museum

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus im Jüdischen Museum

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Foto: Stadt Dorsten

Am Holocaustgedenktag, 27. Januar, führt die Stadt Dorsten mit dem Jüdischen Museum zwei Veranstaltungen durch. Im Zentrum steht die Geschichte von Ilse Reifeisen.

Die bewegende Geschichte des jüdischen Mädchens Ilse Reifeisen aus Dorsten, die 1939 mit 13 Jahren alleine mit einem Kindertransport nach Schweden flüchten konnte, während ihre Eltern umgebracht wurden, ist im Jüdischen Museum Westfalen für Erwachsene bereits dokumentiert. Doch, wie kann man Kindern dieses komplexe Holocaust-Thema zugänglich machen, ohne sie emotional zu überfordern?

Broschüre zu Ilses Fluchtgeschichte

Als eine Antwort auf diese Frage hat das Jüdische Museum jetzt eine Broschüre zu Ilses Fluchtgeschichte herausgegeben, das im Gedenken an die Opfer der NS-Verfolgung unter dem Titel „Der Tag, an dem die Blumen die Farben verloren. Das Mädchen Ilse Reifeisen“ am 27. Januar 2023 vorgestellt wird.

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„Wir freuen uns, dass wir die bekannte Bochumer Kinderbuchautorin Andrea Behnke, die Ilses Geschichte kindgerecht nacherzählt, mit ins Boot holen konnten“, sagt Museumsleiterin Dr. Kathrin Pieren.

Auch Dorstener beteiligten sich an diesem Projekt: So wurde der Band von Schülern des St. Ursula Gymnasiums unter Leitung von Kunstlehrerin Sabine Janotta reich illustriert.

JMW-Kinderbuch-Ilse-Reifeisen

„Made in Dorsten“

Schüler der St.-Agatha-Grundschule steuerten originelle Schreibarbeiten bei, die Andrea Behnke im Zuge einer Schreibwerkstatt mit ihnen erarbeitet hat. „Made in Dorsten“ ist auch die schöne Gestaltung vom Designbüro Marc Kiecok. Der broschierte Band steht nicht zum Verkauf, sondern wird in der Lehrarbeit des Museums als pädagogisches Angebot verwendet werden.

Dank Vermittlung des Amtes für Schule und Weiterbildung wird Andrea Behnke am Vormittag des 27. Januar zwei Lesungen für Schülerinnen und der Neuen Schule abhalten.

Öffentliche Gedenkveranstaltung

Nachmittags ist dann jeder zur öffentlichen Gedenkveranstaltung willkommen, die im Jüdischen Museum um 16 Uhr mit der Begrüßung durch Bürgermeister Tobias Stockhoff eingeläutet wird. Anschließend folgen eine kurze Lesung Andrea Behnkes aus ihrem Werk und eine Gesprächsrunde zum Buchprojekt mit beteiligten Schülern und Lehrern.

Mit einem kurzen Gedenken im Garten des Jüdischen Museums und einer Reinigung der Stolpersteine für die Familie Reifeisen in der Innenstadt endet die Veranstaltung gegen 17.30 Uhr. Anmeldungen im Museum per E-Mail an [email protected] oder telefonisch unter der Rufnummer 02362 / 45 279.

Weitere Veranstaltungen des Jüdischen Museums

Die Vorführung des Filmes „Plan A“ im Central Kino Center kommenden Sonntag, 22. Januar, um 11 Uhr ist dem Gedenken an die Opfer der NS-Verfolgung gewidmet. Im Film geht es um einen geplanten Racheakt jüdischer Überlebender an den Deutschen unmittelbar nach dem Krieg für das im Holocaust erlittene Leid. Der spannende Spielfilm des israelischen Regisseuren-Duos Doron und Yoav Paz erzählt zwar eine fiktive Geschichte, sie basiert aber auf einer wahren Begebenheit.

Tickets können gebucht werden auf https://central-dorsten.de

#LichterGegenDunkelheit

In der Nacht vom 27. Januar werden ausnahmsweise die Lichter des Jüdischen Museums an bleiben. Während sich das Museum für gewöhnlich um eine Reduzierung des Energieverbrauchs bemüht, macht es am Gedenktag mit bei der Aktion #LichterGegenDunkelheit.

Mit dieser bundesweiten Initiative werden eine ganze Zahl an Gedenkstätten, Museen und Erinnerungsorten „vor dem Hintergrund des historischen Geschehens ein Zeichen setzen gegen Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus und laden zu einer bewussten Auseinandersetzung mit aktuellen demokratiefeindlichen Tendenzen in Gesellschaft und Staat ein“

Für mehr Information: www.lichter-gegen-dunkelheit.de

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