Nach CDU und SPD hat nun auch die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen in Dorsten zur Olympia-Debatte um die Hürfeld-Halde Stellung bezogen. Die Grünen unterstützen ausdrücklich den Bürgerantrag, die Halde als möglichen Austragungsort für die Mountainbike-Wettbewerbe der Olympiabewerbung Rhein-Ruhr zu prüfen. Sie sehen Dorsten jedoch klar als „Backup-Standort“.
In ihrer Pressemitteilung vom 13. Februar betonen die Grünen, dass die jüngste Entscheidung des Rates der Stadt Herten, einen Bürgerentscheid zur Olympia-Bewerbung zu ermöglichen, für die Region zu begrüßen sei. Gleichzeitig bedeute dies für Dorsten zunächst, dass kein eigener Ratsbürgerentscheid vorbereitet werde, betonte Fraktionsvorsitzende Christiane Roemer.
Dorsten als Alternative – falls Herten scheitert
Die Grünen machen jedoch deutlich, dass das Votum des Hertener Rates noch keine Zustimmung der dortigen Bevölkerung bedeutet. Für den Fall eines negativen Bürgerentscheids in Herten sehen sie die Hürfeld-Halde weiterhin als geeigneten Alternativstandort.
Voraussetzung sei allerdings eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten, insbesondere von RAG, AGR und Regionalverband Ruhr (RVR). Ohne deren Bereitschaft zur Mitwirkung sei eine Olympia-Option nicht realistisch.
Klare Forderung nach Positionswechsel
Deutlich wird die Fraktion beim Blick auf die Deponiepläne. Die Grünen erwarten einen „Positionswechsel“ hin zu einer nachhaltigen Nutzung der Halde. Sie werfen den beteiligten Unternehmen indirekt vor, zwischen Renaturierung und wirtschaftlichen Interessen wählen zu müssen.
Die Beteiligten müssten zeitnah erklären, „was sie wirklich vorhaben“: die bestehenden Verträge einzuhalten und die Renaturierung voranzubringen – oder weiterhin auf Gewinne aus Mülldeponierung zu setzen. Letzteres könne im Zweifel sogar die Olympia-Bewerbung Rhein-Ruhr gefährden.
Gemeinsamer Antrag mit CDU und SPD
Wie bereits CDU und SPD angekündigt hatten, wollen auch die Grünen einen gemeinsamen Antrag im Rat einbringen. Ziel ist es, verbindliche Erklärungen von RAG, AGR und RVR zur möglichen Nutzung der Hürfeld-Halde als Olympia-Standort einzuholen.
Einordnung: Geschlossene Ratsmehrheit gegen Deponie
Mit der Positionierung der Grünen zeichnet sich im Dorstener Rat eine breite parteiübergreifende Linie ab: CDU, SPD und Grüne sprechen sich gegen eine Deponienutzung aus und fordern stattdessen eine nachhaltige Entwicklungsperspektive für die Halde. Die Olympia-Idee fungiert dabei zunehmend als politisches Druckmittel gegenüber RAG und AGR, verbunden mit der Forderung, die alten Haldenverträge einzuhalten.
Ob Dorsten tatsächlich als Alternativstandort ins Rennen geht, hängt nun maßgeblich vom Ausgang des Bürgerentscheids in Herten sowie von der Reaktion der beteiligten Unternehmen ab. Klar ist jedoch: Die Zukunft der Hürfeld-Halde wird längst nicht mehr nur als lokale Frage diskutiert, sondern als Gradmesser für die Glaubwürdigkeit von Verträgen, regionale Solidarität und nachhaltige Strukturpolitik im Ruhrgebiet.




























