Nach der jüngsten Entscheidung des Rates der Stadt Herten, doch den Weg für einen Bürgerentscheid zur Olympia-Bewerbung freizumachen, sieht die CDU-Ratsfraktion in Dorsten vorerst keinen Anlass für einen eigenen Ratsbürgerentscheid zur Hürfeld-Halde. Gleichzeitig hält sie an der Forderung fest, Dorsten als möglichen Alternativstandort im Blick zu behalten – und verlangt klare Aussagen von RAG, AGR und Regionalverband Ruhr (RVR).
Die CDU reagiert damit auf die veränderte Ausgangslage im Rahmen der Bewerbung „Köln / Rhein-Ruhr“ für Olympische und Paralympische Spiele. Die Mountainbike-Wettbewerbe sollen eigentlich auf der Halde Hoheward an der Stadtgrenze Herten/Recklinghausen stattfinden. Da der Hertener Bürgerentscheid noch aussteht, bleibt die Zukunft des Standorts jedoch offen.
Dorsten vorerst ohne Bürgerentscheid – aber als Plan B im Gespräch
Nach Auffassung der CDU bedeutet die Entscheidung in Herten, dass Dorsten zunächst keinen eigenen Ratsbürgerentscheid zur Olympia-Beteiligung durchführen wird. Sollte die Bewerbung in Herten jedoch scheitern, müsse Dorsten vorbereitet sein.
„Wenn RAG, AGR und RVR stur an der Deponie festhalten, dann heißt das am Ende, dass man die Olympiabewerbung Köln/Rhein-Ruhr gefährdet“, erklärt CDU-Fraktionsvorsitzender Holger Krajewski.
Damit rückt die Hürfeld-Halde erneut als möglicher Alternativstandort in den Fokus – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.
CDU verlangt Klarheit zu Haldenverträgen und Renaturierung
Zentrale Bedingung für eine ernsthafte Olympia-Option ist aus Sicht der CDU eine verlässliche Perspektive für die nachhaltige Nutzung der Halde. Die Fraktion fordert daher eine klare Position von RAG-Vorstand Michael Kalthoff zu den bestehenden Haldenverträgen und der zugesagten Renaturierung.
Eine Olympia-Bewerbung könne nur seriös diskutiert werden, wenn die ursprünglich vereinbarte gemeinwohlorientierte Nutzung gewährleistet sei. Die RAG müsse sich entscheiden, „entweder sie hält sich an die zugesagten Haldenverträge und ermöglicht eine Olympia-Bewerbung … oder sie sagt offen, dass wirtschaftliche Interessen für sie wichtiger sind“, so Krajewski.
Finanzierung: CDU sieht „Win-Win-Situation“
Die CDU geht davon aus, dass bei einer Olympia-Nutzung Fördermittel aus dem Landesprogramm „Sportmilliarde NRW“ sowie Beiträge der RAG und RAG-Stiftung zur Finanzierung der Herrichtung beitragen könnten. Für den städtischen Haushalt sollen nach Vorstellung der Fraktion keine Kosten entstehen. Eine solche Konstellation wäre „eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten“, so Krajewski.
Gemeinsamer Antrag von CDU, SPD und Grünen geplant
Für den Fall eines negativen Bürgerentscheids in Herten wollen CDU, SPD und Grüne in Dorsten gemeinsam aktiv werden. Geplant ist ein Antrag im Haupt- und Finanzausschuss sowie im Rat mit mehreren Prüfaufträgen an die Verwaltung. Dazu gehören:
- verbindliche Erklärungen von RAG und RVR zur Bereitstellung der Hürfeld-Halde als Alternativstandort,
- Klärung, ob RAG und RAG-Stiftung die Kosten der Endgestaltung als Mountainbike-Strecke übernehmen,
- Unterstützung des RVR bei einer notwendigen Änderung des Regionalplans Ruhr,
- Vorbereitung eines möglichen Ratsbürgerentscheids in Dorsten einschließlich Kosten- und Folgenabschätzung.
Olympia-Debatte gewinnt weiter an Dynamik
Die Stellungnahme der CDU zeigt, dass die Diskussion um die Hürfeld-Halde zunehmend in eine neue Richtung weist. Neben dem anhaltenden Konflikt um die geplante Deponie rückt die Halde nun stärker als sportliche Entwicklungsoption in den Blick – unterstützt durch Bürgerantrag, zivilgesellschaftliche Initiativen und parteiübergreifende Prüfaufträge.
Ob Dorsten tatsächlich als Olympia-Standort ins Rennen geht, hängt nun maßgeblich von den Entscheidungen in Herten sowie von der Haltung der RAG, AGR und des RVR ab. Klar ist: Die Zukunft der Hürfeld-Halde bleibt offen – und politisch hoch umkämpft.




























