Keine erfreulichen Nachrichten liefert der nun veröffentlichte Kriminalitätsbericht 2023 für den Kreis Recklinghausen. In Dorsten gab es im Vergleich zu 2022 wieder deutlich mehr Delikte. Insbesondere Einbrecher schlugen häufiger zu.
5603 Einzeldelikte zählte die Polizei im Jahr 2023 in Dorsten. Das ist der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre und 14 Prozent mehr als im Jahr 2022. Zwar ist die Aufklärungsquote etwas gestiegen, aber dennoch bleibt etwa jeder zweite Fall in Dorsten ungelöst.
Besonders auffällig ist die Entwicklung im Bereich der Straßenkriminalität. 407 Mal stahlen Diebe vergangenes Jahr Wertgegenstände aus abgestellten Fahrzeugen, 2022 waren es noch 279 Fälle. Auch im Bereich des Straßenraubes stieg die Fallzahl das erste Mal seit Jahren wieder über die 20er-Grenze.
Deutlich mehr Einbrüche in Dorsten
Auch Einbrecher waren in Dorsten wieder deutlich aktiver. Es gab 47 Wohnungseinbrüche mehr als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote war hier eher schwach: Von 160 Einbrüchen wurden lediglich 11 aufgeklärt.

Was die absoluten Kriminalitätszahlen angeht, liegt Dorsten bei den Städten im Kreis Recklinghausen im Mittelfeld und knapp unter den ähnlich großen Städten Gladbeck und Castrop-Rauxel.
Allgemeine Entwicklung der Kriminalität im Kreis Recklinghausen
Die Entwicklung der Kriminalität im Kreis Recklinghausen zeigt einen leichten Anstieg der erfassten Straftaten im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2023 wurden insgesamt 722 Taten mehr geklärt. Unter den erfassten Straftaten sind 16 Tötungsdelikte, wobei sechs davon im Versuch waren. Von diesen Taten konnte die Polizei 14 aufklären.
Es ist zu verzeichnen, dass Sexualdelikte um mehr als sieben Prozent zurückgegangen sind, wobei die Aufklärungsquote auf über 82 Prozent gestiegen ist. Allerdings ist eine Zunahme in der Raubkriminalität zu verzeichnen, mit der höchsten Anzahl geklärter Raubtaten im Vergleich der letzten zehn Jahre.
Mehr Gewalt, mehr Messerangriffe in 2023
Während Gewalt gegen Vollstreckungsbeamte leicht zurückgegangen ist, konnte die Polizei fast alle Fälle klären. Jedoch ist die Zahl der Körperverletzungen erneut gestiegen, mit der höchsten Anzahl an geklärten Fällen seit einem Jahrzehnt. Es ist ein leichter Anstieg der Gewaltdelikte um zusätzliche 22 Fälle zu verzeichnen, was die zweithöchste Anzahl geklärter Fälle der vergangenen zehn Jahre darstellt.
„Erschreckend ist die Zahl der Straftaten, die im vergangenen Jahr mit einem Messer begangen wurden“, erklärte Polizeipräsidentin Frederike Zurhausen. „Ein Anstieg von über 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein Drittel der Straftaten mit Messer gehen auf das Konto von Kindern, Jugendlichen und Heranwachenden. Wir sind deshalb auch präventiv in Schulen unterwegs und klären über die Gefahren von Messern und anderen Waffen auf. Aus einem kleinen Streit kann durch den Einsatz eines Messers ein tödlicher Konflikt werden, der auch das eigene Leben drastisch verändert.“

Diebstahl und Betrug im Kriminalitätsbericht 2023
Die Diebstahlsdelikte sind erneut gestiegen, wobei insgesamt 587 Fälle mehr geklärt wurden als im Vorjahr. Die Anzahl der Wohnungseinbrüche ist ebenfalls gestiegen, wobei die Fallzahlen auf dem Niveau von 2018 liegen. Insgesamt ist die Einbruchskriminalität angestiegen, jedoch immer noch unter dem Wert des Jahres 2019.
Es ist ein leichter Anstieg der Betrugsdelikte zu verzeichnen, mit 76 Taten mehr, wobei der Versuchsanteil zurückgegangen ist. Die Computerkriminalität hat deutlich abgenommen, wobei mehr als 42 Prozent der Fälle geklärt wurden.
Die Straßenkriminalität ist gestiegen, wobei mehr als ein Drittel der Fälle Sachbeschädigungen betreffen. Die Aufklärungsquote bei dieser Form der Kriminalität ist hingegen gestiegen. Beinahe 200 Fällen mehr brachte die Polizei erfolgreich zum Abschluss.
Tatverdächtige: Weniger Jugendliche, mehr junge Frauen
Es gibt weniger jugendliche Tatverdächtige, wobei der Anteil weiblicher Tatverdächtiger unter 21 Jahren gestiegen ist. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen lag bei rund 33 Prozent, dem höchsten Stand der vergangenen zehn Jahre.
Link: Hier kann man den gesamten Kriminalitätsbericht einsehen.




























