Kultursommer 2022 im Central Kino

Das Central Kino präsentiert zum Kultursommer fünf besondere Filme. Gemeinsam mit dem FC Rot-Weiß-Dorsten wurden fünf Werke mit wichtigen Themen zwischen Fussball und Gesellschaft ausgewählt.

Kino Kultursommer 2022
Ayla Oztürk, Janine DiBetta und Sven Bartmann laden im Kultursommer ins Kino ein. Foto: Borgwardt

„Fußball, Film und Gesellschaft“ ist das Thema der fünf Filme die im Rahmenprogramms des Kultursommers vom 10.08. bis zum 06.09.2022 gezeigt werden. Zusammen mit dem FC RW Dorsten wurden dafür die sehr unterschiedlichen Filme ausgesucht. Für jeden Veranstaltung sind Gäste aus dem Profisport, der Politik und dem Kommunalen Amateursport eingeladen. Nach der Vorstellung sind die geladenen Gäste und auch das Publikum eingeladen sich in einer Podiumsdiskussion auszutauschen. Die Diskussion wird vom Sportkoordinator Michael Maiß geführt. Beim Kinderfilm findet keine Podiumsdiskussion statt, dafür gibt es aber eine Überraschung für die kleinen Gäste.
Alle Eintrittsgelder des Central Kinos gehen an soziale Projekte, die passend zum Thema ausgewählt werden. Der Eintritt beträgt 7 Euro in der Kindervorstellung 5 Euro. Der Kartenvorverkauf startet am 6. Juli.

Das Programm des Kultursommers

„Tom meets Zizou“

Mittwoch, 10.08.2022, 17:30 Uhr (Eintritt: 7€)

Tom Meets Zizou – Kein Sommermärchen. Von 2003 bis 2011 begleitet Filmemacher Aljoscha Pause dabei die Karriere des ungewöhnlichen Fußballers Thomas Broich. Nach Jahren bei Gladbach, Köln und Nürnberg verließ dieser unzufrieden die Bundesliga und fand sein Glück beim australischen Erstligisten Brisbane Roar, wo er zum Publikumsliebling wurde. Enstanden ist eine Dokumentation über Hoffnungen, Erfolg und grandioses Scheitern. Bei circa 40 Treffen in diesen acht Jahren, wurden 100 Stunden Rohmaterial aufgenommen. Woraus nichtsdestoweniger der 135-Minuten-Kinofilm zusammen geschnitten wurde.

Es geht um Werteentwicklung in der Diskussion nach dem Film. Zu Gast im Gespräch werden Bodo Klimpel (Landrat des Kreises Recklinghausen), Felix Hoffmann (Sportredakteur), Dirk Knappmann (Sportkoordinator der Stadt Gladbeck) und Yves Eigenrauch (Ex-Profi-Fußballer) sein.


„Early Man“

Sonntag, 21.08.2022, 13:00 Uhr  (Eintritt: 5 €)
„Fußball – Kinderkino“

Der junge Dug lebt mit seinem Stamm während der Steinzeit in einem grünen Tal. Auf dieses Tal hat es der mächtige Lord Nooth abgesehen, weil es dort Bodenschätze gibt. Er vertreibt Dug mit seinen Leuten in die Einöde. Dug gelingt es, Lord Nooth zu einem Kampf auf dem „Heiligen Rasen“ heraus zu fordern. Bei einem Sieg dürfen Dug und seine Leute in ihr Tal zurückkehren. Bei dem Kampf handelt es sich um ein Fußballspiel, in dem sich Dugs Vorfahren schon früh geübt haben. Höhlenmalereien künden davon. Tatsächlich gelingt es Dug und seinen Mitspielern, den Sieg davon zu tragen.  

Für die kleinen Gäste gibt es eine besondere Überraschung bei der Vorführung beim Kultursommer.


„Mario“

Dienstag, 23.08.2022, 17:30 Uhr  (Eintritt: 7 €)

Mario träumt davon Fussball-Profi zu werden. Unerwartete Konkurrenz erhält er dabei eines Tages von Leon, der aus Hannover in die Schweiz gezogen ist. Die beiden Rivalen auf den Fussballplatz hegen bald Gefühle füreinander. Unbeholfen nähern sich der offensive Leon und Mario einander an, nachdem sie gemeinsam eine Spielerwohnung bezogen haben.

Als Gerüchte über Mario und Leon in Umlauf kommen, werden beide infolgedessen von den Mannschaftskollegen gemobbt. Mario ringt mit sich, hält sich aber an die Linie seines Beraters und des Klubverantwortlichen, um seine Karriere nicht zu gefährden. Er leugnet dazu die Liebesbeziehung und legt sich eine Alibi-Freundin zu. Leon hält dagegen dem Druck nicht stand und seine sportliche Leistung beginnt zu stagnieren, schliesslich verlässt er den Club und zieht zurück nach Deutschland. Mario versucht ihn noch aufzuhalten, Leon aber lässt sich nicht erweichen und verlässt Mario. Der Film beschäftigt sich mit der Misere und dem Stigma dem homosexuelle Profi-Fussballer heute trotzdem oft noch ausgeliefert sind.

Nach dem Film wird sich dann die Diskussion mit der immer noch aktuellen Problematik von Profifussball und Homosexualität beschäftigen. Als Gäste geladen sind Dominik Straub (Mitglied des Spartenvorstand der Streetboys München), Dominik Lazarz(Kreisvorsitzender des FLVW Recklinghausen) sowohl Elli Hontheim (Ansprechpartnerin SCHLAU Gladbeck / Amateurfußballerin).


„Das Wunder von Taipeh“

Dienstag, 30.08.2022  17:30 Uhr  ( Eintritt: 7 €)

1981 lud Taiwan zu einer ersten Fußballweltmeisterschaft der Frauen ein. Zu einer Zeit, als der DFB den Frauenfußball, der in Deutschland bis 1970 offiziell verboten war, mehr duldete als förderte. Da die Gründung einer Frauennationalmannschaft für den DFB bis dato nicht von Interesse war, ging die Einladung an die deutschen Rekordmeisterinnen der SSG 09 Bergisch Gladbach.
Die ehemaligen Spielerinnen, die zum Teil noch in einer illegalen Thekenmannschaft auf einem Aschenplatz in Köln-Dellbrück begannen, erzählen im Film von den heute absurd anmutenden Bedingungen. Unter denen sie für ihren großen Traum vom Fußball kämpften, gegen alle Widerstände und sogar mit einer gehörigen Portion Humor. Ohne jede Unterstützung des DFB spielten sie dennoch vor hunderttausenden begeisterten Zuschauern in den WM-Stadien und live im taiwanesischen Fernsehen das Turnier ihres Lebens. Begleitet von historischem Filmmaterial und Zeitzeugnisse einer Männerwelt, die heute umso anachronistischer wirken – dazu erzählt der Film eine Fußballgeschichte, in der es um viel mehr geht als sportlichen Erfolg, nämlich um Gleichberechtigung und Anerkennung.

In der Auseinandersetzung nach dem Film geht es dabei um die Gleichberechtigung.

Als Gäste beim Kultursommer werden dabei sein: Hans-Otto Matthey (Ehrenkreisvorsitzender des FLVW Recklingausen), Dirk Bessler (Cheftrainer der Westfalenliga- Frauenmannschaft des SSV Rhade 1925 e.V.) und Kim Wiesweg (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Dorsten).  


„Nordkurve“

Dienstag, 06.09.2022   17:30 Uhr (Eintritt: 7 €)

Fußball-Samstag in Dortmund: Das fängt da schon vormittags hart an mit den Fans, die sich einzutrinken beginnen, mit den Spielern, die durchaus nicht immer aus dem eigenen Bett kommen, mit den Vereinsmeiers, die in Hinterzimmern an der lokalpolitischen Verfilzung arbeiten, und mit leicht mafiosen Figuren, als deren Beruf „Spielevermittler“ gilt. Und wenn die Schlacht im Stadion geschlagen ist, hat der Tag noch lange kein Ende …

Der Film ist dementsprechend eine ehrliche Milieustudie. Schliesslich ist es der dritte Film, der Ruhrgebietstrilogie von Regisseur Adolf Winkelmann aus dem Jahr 1993.

Manuel Ostermann (Stellv. Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft), Markus Mau (Leiter des Schalker Fanprojekts) und Jochen Dawidowski (Szenenkundiger Beamter der Bundespolizeiinspektion Dortmund) setzen sich anschließend zum Film mit dem Thema Gewalt im und außerhalb des Stadiums beim Kultursommer auseinander.