Am Samstag, den 2. November 2024, versammelten sich rund 50 ehemalige Mitarbeiter der Zeche Fürst-Leopold im Vinylcafé Schwarzes Gold, um gemeinsam die „guten alten Zeiten“ wiederaufleben zu lassen. Für die Ehemaligen war es eine Gelegenheit, alte Kameraden zu treffen und an ihre lange Verbundenheit zur Zeche Fürst-Leopold zu erinnern, einem Symbol des Bergbaus in Dorsten und einer der wichtigsten Arbeitgeber der Region.
Die Zeche Fürst Leopold hat eine mehr als 110-jährige Geschichte, die tief in der Region verwurzelt ist. Gegründet wurde sie Anfang des 20. Jahrhunderts, als Fürst Nikolaus Leopold Joseph Maria zu Salm-Salm, ein Vertreter des deutschen Hochadels und Inhaber des Bergregals, das erste Bohrrecht vergab.
Damit legte er den Grundstein für das Bergwerk, das seinen Namen trägt. Ab 1910 wurden dann erste Schächte abgeteuft, und bereits 1913 begann der Regelbetrieb mit der Kohleförderung. Die Zeche entwickelte sich rasch zum wirtschaftlichen Zentrum der Region und zog somit Menschen aus ganz Deutschland an.

Mehr als nur ein Job
Die Anwesenden beim Treffen erinnerten sich auch an die aufregende Zeit der maximalen Förderung im Jahr 1997. Damals erreichte die Zeche mit 2,4 Millionen Tonnen Kohle ihren höchsten Produktionswert. Für viele war die Arbeit auf der Zeche nicht nur ein Job, sondern eine Gemeinschaft und Lebensweise. Das prägt sie bis heute.
Trotz der Schließung 2001 bleibt die Zeche unvergessen. Nicht zuletzt garantiert dies die Überführung bedeutender Anlagen in die Obhut der Stiftung Industriedenkmalpflege. Sie sichert den Erhalt und die Pflege der historischen Gebäude.
Zeugen des Bergbaus in Dorsten
Besonders die Übertage-Anlagen der Zeche Fürst-Leopold erinnern noch heute an die Bergbautradition. Das denkmalgeschützte Fördergerüst über Schacht 2 und das historische Maschinenhaus, in dem bis heute Führungen angeboten werden, bieten Besuchern einen authentischen Einblick in die damalige Bergbaukultur. Die erhaltenen Zwillingstandemdampffördermaschinen und die Seilscheiben des Fördergerüsts sind eindrucksvolle Zeugen einer Epoche, in der die Region vom Kohleabbau lebte und blühte.

Heute dient die Zeche als Denkmal und Lernort: Das Gelände wird vom Verein für Bergbau-, Industrie- und Sozialgeschichte e.V. gemeinsam mit der Stiftung Industriedenkmalpflege für Veranstaltungen und Führungen genutzt, die Besuchern die Arbeitswelt und Geschichte der Bergleute näherbringen. Dieser lebendige Ort des Erinnerns und Entdeckens hat für die Ehemaligen eine besondere Bedeutung – als Symbol für Zusammenhalt, Gemeinschaft und das Erbe des Bergbaus.
Das Treffen am Samstag zeigte einmal mehr, dass die Zeche Fürst-Leopold nicht nur ein wirtschaftlicher Motor war, sondern auch ein wichtiger kultureller und sozialer Treffpunkt. Die ehemaligen Bergleute und ihre Familien werden die Geschichten der Zeche weitertragen. Auf diese Weise sorgen sie dafür, dass das Erbe der Zeche Fürst Leopold lebendig bleibt.




























